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Kryptobörsen unter Druck: JPMorgan und NY-Behörde prüfen Memecoin-Käufe

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Memecoin-Zahlungen über Apple Pay und Google Pay werden als digitale Güter codiert. JPMorgan und New York prüfen die Praxis.

Robinhood Wallet und Fomo: Krypto-Käufe ohne KYC geprüft
Ein Smartphone und eine Brieftasche liegen auf einem dunklen Marmortisch, was regulatorische Fragen zu digitalen Zahlungen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Am 1. September 2026 wurde bekannt, dass das Robinhood Wallet und die Plattform Fomo den Erwerb von Memecoins wie WIF über mobile Bezahldienste wie Apple Pay und Google Pay ermöglichen, ohne dass dafür eine separate Identitätsprüfung (Know Your Customer, KYC) durchgeführt werden muss. Diese Praxis beruht auf einer spezifischen Codierung der Transaktionen, die nun sowohl Banken als auch US-Regulierungsbehörden auf den Plan gerufen hat.

Umgehung von Kreditkartenregeln durch alternative Codierung

Ein zentraler Aspekt der aktuellen Entwicklung ist die technische Einordnung der Zahlungen. Die Transaktionen bei Robinhood Wallet und Fomo werden als Käufe von digitalen Gütern unter dem Merchant Category Code (MCC) 5815 verbucht. Üblicherweise werden Transaktionen im Bereich Kryptowährungen unter den Codes 6012 oder 6051 geführt. Testkäufe am 1. September 2026 belegten diese Einstufung als digitale Güter.

Durch die Verwendung des MCC 5815 können die Plattformen bestehende Beschränkungen der Kreditkartenanbieter für Krypto-Transaktionen umgehen. Zudem ermöglicht diese Klassifizierung den Nutzern, Belohnungen oder Cashback-Programme ihrer Kartenanbieter in Anspruch zu nehmen, die für herkömmliche Krypto-Käufe oft ausgeschlossen sind.

Widerstand von Banken und regulatorische Prüfung

Die Finanzinstitute reagieren mit Skepsis auf diese Praxis. Das Bankhaus JPMorgan Chase bestreitet die Korrektheit der vorgenommenen Klassifizierung. Das Institut habe den Fall bereits an Visa weitergeleitet und um eine formelle Untersuchung gebeten, um die Codierung der Zahlungsströme prüfen zu lassen.

Parallel dazu hat die Generalstaatsanwaltschaft von New York eine Prüfung der Vorgänge eingeleitet. Im Fokus steht dabei insbesondere der Umstand, dass Nutzer Memecoins über das Robinhood Wallet und Fomo ohne die sonst üblichen Identitätsnachweise mittels Kreditkarte erwerben können. Die Behörde untersuche, inwieweit dies mit geltenden Finanzmarktregeln vereinbar ist.

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Die Rolle von Crossmint und die Einstufung als Sammelobjekte

Ermöglicht werden diese Transaktionen maßgeblich durch den Dienstleister Crossmint. Das Unternehmen fungiert als Schnittstelle und ist für einen beachtlichen Teil der Finanzströme verantwortlich: Rund 7 % der gesamten Zuflüsse auf der Plattform Fomo entfallen nach aktuellen Daten auf Crossmint.

Hintergrund der gewählten Codierung ist die interne Einordnung der Vermögenswerte. Crossmint und die beteiligten Plattformen behandeln die betroffenen Memecoins nicht als klassische Währungen, sondern als digitale Sammelobjekte. Diese Interpretation bildet die Grundlage für die Abrechnung als digitale Güter im Kreditkartensystem.

Risiken für Verbraucher und Marktstabilität

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Branchenbeobachter verweisen in diesem Zusammenhang auf erhebliche Risiken für die Endnutzer. Neben der ohnehin hohen Volatilität von Memecoins können bei Käufen über Kreditkarten unerwartet hohe Gebühren anfallen.

Der Verzicht auf eine umfassende Identitätsprüfung wird zudem kritisch bewertet, da dies den Anlegerschutz schwächen und potenziellem Missbrauch Tür und Tor öffnen könnte. Ob die Einstufung als digitale Sammelobjekte einer dauerhaften regulatorischen Überprüfung standhält, bleibt abzuwarten.

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