Krypto-Zahlungen: 39 Prozent der US-Händler akzeptieren bereits
22.06.2026 - 04:32:06 | boerse-global.de
Gleich zwei große Anbieter haben in dieser Woche neue Dienstleistungen vorgestellt, die es Händlern ermöglichen, digitale Währungen wie Tether (USDT) oder Bitcoin ohne zusätzliches Risiko zu akzeptieren. Shift4 Payments integrierte am 20. Juni den Stablecoin USDT in seine bestehende Krypto-Lösung, nur einen Tag später launchte Bitcoin.com einen gebührenfreien Checkout-Dienst. Diese Entwicklungen sind Teil eines größeren Trends, bei dem Finanzinstitute Stablecoins zunehmend in die Mainstream-Zahlungsinfrastruktur einbetten.
Stablecoin-Settlement auf dem Vormarsch
Shift4 Payments hat seine „Pay with Crypto"-Lösung durch eine Partnerschaft mit Lydian erweitert. Händler können den Stablecoin USDT nun direkt an der Kasse akzeptieren – die automatische Umwandlung in Fiat-Währung erfolgt im Hintergrund, ohne dass zusätzliche Hardware nötig ist. Der Dienst steht US-Händlern zur Verfügung, mit Ausnahme des Bundesstaates New York, wo regulatorische Hürden bestehen. CEO Taylor Lauber betont, dass das Ziel darin bestehe, Transaktionen zu vereinfachen und gleichzeitig das Risiko von Kursausschlägen zu eliminieren.
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Institutionelle Player ziehen nach. Visa hat seinen Stablecoin-Settlement-Pilot auf fünf weitere Netzwerke ausgeweitet, darunter Polygon und Base – insgesamt neun Blockchains werden nun unterstützt. Der Zahlungsriese meldet ein annualisiertes Abwicklungsvolumen von rund 7 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 50 Prozent im Quartalsvergleich. Mastercard zog am 3. Juni 2026 nach und launchte einen eigenen Stablecoin-Service, der Assets wie USDC und PYUSD über Netzwerke wie Solana und Arbitrum abwickelt.
Boom im Square-Ökosystem
Besonders eindrucksvoll ist die Resonanz bei Block's Square-Segment. Seit dem Rollout von Bitcoin-Zahlungen für US-Händler im März 2026 haben rund eine Million Verkäufer die Bitcoin-Funktion aktiviert – das meldete das Unternehmen Mitte Mai. Die finanziellen Auswirkungen sind bereits in den Quartalszahlen sichtbar: Im ersten Quartal 2026 steuerte die Bitcoin-Aktivität 2,3 Prozent des Bruttogewinns des Segments bei.
Auch Square verzichtet auf den Markt in New York. Das System wickelt Zahlungen standardmäßig in US-Dollar ab, sodass Händler die digitalen Assets nicht in ihren Bilanzen halten müssen.
Infrastruktur und Händlerstimmung im Wandel
Die Akzeptanz von Kryptowährungen im Handel nimmt Fahrt auf. Eine Umfrage von PayPal und der National Crowdfunding Association (NCA) vom Januar 2026 ergab: 39 Prozent der US-Händler akzeptieren bereits Kryptowährungen. Noch bemerkenswerter: 84 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, dass die Nutzung digitaler Assets innerhalb der nächsten fünf Jahre alltäglich wird.
Technologisch geht es vor allem um Effizienz bei grenzüberschreitenden Transaktionen. Am 22. Juni 2026 gab PayPal die Integration seines Stablecoins PYUSD mit dem LayerZero-Protokoll bekannt. Damit sind native Transfers zwischen den Blockchains Ethereum und Solana möglich. Dieser Schritt folgt auf eine massive Expansion im März, als PayPal seinen Stablecoin in 68 weitere Länder brachte.
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Neue Marktteilnehmer und regulatorische Forderungen
Bitcoin.com hat am 21. Juni einen Self-Custodial-Checkout gestartet, der Händlern null Gebühren und automatische Abwicklung in Stablecoins bietet. Auf der Bitcoin 2026-Konferenz Ende April stellte Lightspark unter der Leitung des ehemaligen PayPal-Präsidenten David Marcus ein globales Kontosystem vor, das in Partnerschaft mit Visa 175 Millionen Händlern sofortige Zahlungen ermöglichen soll.
Begleitet wird dieser Boom von Forderungen nach regulatorischer Klarheit. Branchenvertreter drängen auf steuerliche Erleichterungen, etwa De-minimis-Ausnahmen für kleine Bitcoin-Transaktionen, um die Nutzung im Alltag nicht durch bürokratische Hürden zu ersticken.
