Krypto-Wallets im Visier: Spyware stiehlt Daten von 7 großen Anbietern
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 02:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher haben Ende August 13 bösartige Themes auf der PHP-Paketplattform Packagist identifiziert, die gezielt ungepatchte iPhones mit Spyware infizieren. Betroffen sind die Pakete vsmov, vsphim, haiau009, chilltvcms und ophimcms, die über kompromittierte Streaming-Sites verbreitet werden.
Die Angriffe richten sich laut den Sicherheitsforschern gegen iPhone-Modelle von XS bis 16 mit iOS-Versionen zwischen 18.4 und 18.6.x, die noch nicht auf den aktuellen Patch-Stand gebracht wurden.
Angriffsweg über WebKit-Schwachstellen
Die Schadsoftware nutzt laut den Sicherheitsforschern zwei WebKit-Exploits, die als CVE-2025-31277 und CVE-2025-43529 katalogisiert sind. Über die manipulierten Composer-Themes gelangt der Schadcode auf Streaming-Websites, wo er ungepatchte Geräte beim Besuch automatisch infiziert. Ein Bericht vom 1. September ergänzt, dass zusätzlich ein bereits gepatchter Kernel-Escape in iOS 26.1 zum Einsatz kam, bevor Apple die Lücke schloss.
Zielgerichteter Diebstahl von Krypto-Wallets
Besonders im Fokus der Angreifer stehen Seed-Phrasen von Kryptowährungs-Wallets. Nach Angaben der Sicherheitsforscher werden seit August gezielt Wallet-Daten von Bitget, BitKeep, Bitpie, Phantom, Tonkeeper, Trust Wallet und OKX abgegriffen. Damit erweitert sich der ursprünglich gemeldete Fokus auf Bitget und Trust Wallet um eine ganze Reihe weiterer Anbieter.
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Über den reinen Wallet-Diebstahl hinaus greift die Spyware laut einem Bericht vom 1. September ein breites Spektrum persönlicher Daten ab: Keychain-Inhalte, WLAN-Passwörter, SMS, Kontakte, Fotos, Browser-Cookies, Anrufverlauf, Standortdaten, Konten, Notizen, Kalendereinträge sowie Gesundheitsdaten. Die gesammelten Informationen werden den Forschern zufolge AES-verschlüsselt an einen Command-and-Control-Server übertragen.
Verbindung zu Ad-Fraud-Kampagnen
Das Sicherheitsunternehmen ADEX hat zudem festgestellt, dass die für den iOS-Exploit genutzten Fingerprinting-Techniken, mit denen Geräte- und iOS-Version vor Auslieferung des Exploits geprüft werden, in einer separaten Kampagne namens Coruna für Ad-Fraud wiederverwendet werden.
Coruna prüft demnach ebenfalls gezielt die Systemumgebung, bevor der eigentliche Angriff ausgelöst wird – ein Hinweis darauf, dass die zugrunde liegenden Techniken über einzelne Kampagnen hinaus im Umlauf sind.
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Apple reagiert mit umfassenden Patches
Bereits am 31. August veröffentlichte Apple die Updates iOS 26.6.1 und macOS Tahoe 26.6.2, die insgesamt 29 Schwachstellen schließen. Darunter befinden sich 21 Fehler in WebKit sowie ein Audio-Leck, eine Lücke zur Bild-Code-Ausführung und ein Telefonie-Bug, der einen IPSec-Bypass ermöglichte. Neun der behobenen Fehler werden laut dem Bericht der Sicherheitsforschung von OpenAI Codex Security zugeschrieben.
Schutzmaßnahmen für Nutzer
Als konkrete Schutzmaßnahme empfehlen die Sicherheitsforscher ein Update auf iOS 18.7.3 oder iOS 26.2 und höher. Zusätzlich raten sie Entwicklern, ihre Composer-Abhängigkeiten zu überprüfen, um zu verhindern, dass manipulierte Pakete unbemerkt in eigene Projekte gelangen.
Für Endnutzer bleibt die zeitnahe installation verfügbarer iOS-Updates die wirksamste Verteidigung gegen die beschriebenen Angriffe, da die Spyware gezielt auf Geräte mit veralteten Betriebssystemversionen abzielt.
