Krypto-Steuern, US-Kongress

Krypto-Steuern: US-Kongress plant sieben Gesetzesentwürfe ab Juni

06.06.2026 - 11:11:00 | boerse-global.de

Der US-Kongress plant eine umfassende Steuerreform für digitale Vermögenswerte. Mining und Staking sollen erst bei Verkauf besteuert werden, während ein Gerichtsurteil die sofortige Besteuerung von Staking-Erträgen bestätigt.

US-Steuerreform für Kryptos: Sieben Gesetze zur Besteuerung digitaler Assets
Krypto-Steuern - A stylized blockchain network over a cityscape, with hands exchanging digital assets and overlaid legal documents, representing cryptocurrency regulation and taxation. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Repräsentantenhaus hat am 5. Juni 2026 ein Paket mit sieben Gesetzesentwürfen vorgestellt, das Mining-Belohnungen, Stablecoin-Zahlungen und DeFi-Aktivitäten betrifft. Nur einen Tag zuvor bestätigte das US-Steuergericht die sofortige Besteuerung von Staking-Erträgen.

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Sieben Gesetzesentwürfe für mehr Klarheit

Der Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses hat die Diskussionsentwürfe veröffentlicht, die Steuerpflichten für verschiedene Marktteilnehmer klären sollen. Ein Kernstück ist der „Tax Clarity for Mining and Staking Act": Danach sollen Mining- und Staking-Belohnungen erst bei Verkauf oder Tausch besteuert werden – nicht bereits beim Erhalt.

Der „Less Tax Paperwork for Digital Asset Owners Act" sieht eine Freigrenze von zehn Dollar für Transaktionsgebühren (Gas Fees) vor, gedeckelt auf 5.000 Transaktionen pro Jahr. Das soll Kleinanleger entlasten, die bislang selbst kleinste Wertschwankungen bei jeder Transaktion dokumentieren müssen.

Der „PARITY Act" behandelt regulierte Stablecoins künftig wie traditionelle Währungen. Vorgeschlagen wird eine Freigrenze für geringe Gewinne und Verluste aus Stablecoin-Transaktionen bis 300 Dollar, mit einer jährlichen Obergrenze von 5.000 Dollar. Erst wenn der Wert einer Stablecoin unter 99 Prozent des Rücknahmewerts fällt, müssten Gewinne oder Verluste gemeldet werden.

Die Steuerreform könnte laut Schätzungen zwischen 2025 und 2034 rund 600 Millionen Dollar zusätzliche Einnahmen bringen. Eine Anhörung ist für den 9. Juni 2026 angesetzt. Weitere Entwürfe betreffen DeFi-Kredite, Spenden digitaler Vermögenswerte und die Ausweitung der Wash-Sale-Regeln auf Kryptowährungen.

Steuergericht bestätigt sofortige Besteuerung

Der Zeitpunkt der Gesetzesinitiative ist kein Zufall. Am 4. Juni 2026 entschied das US-Steuergericht im Fall „Paschall gegen das Finanzamt", dass Staking-Belohnungen sofort als Einkommen versteuert werden müssen.

Der Kläger hatte über 33.000 Dollar an Blockchain-Belohnungen erhalten, aber nicht als Einkommen deklariert. Das Gericht wies sein Argument zurück, er habe keine ausreichende Kontrolle über die Token gehabt. Richter Cary Douglas Pugh stellte klar: Die Möglichkeit, die Belohnungen jederzeit in Bargeld umzuwandeln, belege die Verfügungsgewalt. Damit bleiben die Token sofort steuerpflichtig – bis die geplanten Gesetzesänderungen in Kraft treten.

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Neue Meldepflichten und internationale Standards

Während der Kongress über die Zukunft debattiert, greifen bereits bestehende Regeln. Seit 2025 müssen Verwahrungsbroker Bruttoerlöse auf dem neuen Formular 1099-DA melden. 2026 folgt die schrittweise Einführung der Kostenbasis-Meldung. Auch Immobilientransaktionen mit Kryptowährungen unterliegen nun der Meldepflicht.

Allerdings wurden einige DeFi-Broker-Regeln durch den Congressional Review Act gekippt. Das Finanzamt gewährt mit Notice 2026-20 bis Jahresende Übergangserleichterungen.

International ist am 1. Januar 2026 der OECD-Rahmen für Krypto-Asset-Meldungen (CARF) sowie die EU-Richtlinie DAC8 in Kraft getreten. Dienstleister in 47 Ländern müssen Transaktionsdaten erfassen und melden. Die USA haben erste Datenaustausche für 2029 zugesagt.

Argentinien: Ermittlungen zu Libra-Token eingefroren

Während die USA und Europa ihre Regulierung vorantreiben, kämpfen andere Länder mit technischen Hürden. In Argentinien wurden Ermittlungen zum Libra-Token – ein Projekt, das Präsident Javier Milei beworben hatte – am 6. Juni 2026 gestoppt.

Die Staatsanwaltschaft für Cyberkriminalität teilte mit, ihr fehlten die nötige Forensik-Software und Blockchain-Analysewerkzeuge, um Transaktionen im Wert von 4,78 Millionen Dollar aus dem Februar nachzuverfolgen. Frühere Softwarelizenzen seien abgelaufen. Oppositionssenatoren werfen der Regierung Versäumnisse vor. Die Betreiber des Libra Trust halten an ihren Plänen fest, noch vor November Unternehmenszuschüsse in Argentinien zu vergeben.

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