Krypto-Investmentbetrug: Verluste explodieren auf 7,2 Milliarden Dollar
05.06.2026 - 20:46:20 | boerse-global.de
Die Aktionen führten zu Festnahmen und zur Sicherstellung von Millionenbeträgen.
Französische Polizei deckt Callcenter-Betrug auf
Die französische Polizei hat ein Krypto-Betrugssystem mit einem Gesamtschaden von rund 1,5 Millionen Euro aufgedeckt. Die Spuren führten zu Callcentern in Albanien, von wo aus die Täter operierten. Bislang identifizierten die Ermittler 19 Opfer in Frankreich, einige verloren bis zu 80.000 Euro.
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Die Untersuchung begann bereits 2023 nach einer Anzeige in Pau. Ein Anleger hatte dort 30.000 Euro auf einer betrügerischen Plattform verloren. In Zusammenarbeit mit albanischen Behörden nahmen die Ermittler fünf Verdächtige fest, darunter den mutmaßlichen Drahtzieher. Ihnen drohen drei bis zehn Jahre Haft.
Doch es gibt einen Haken: Albanien liefert keine eigenen Staatsbürger aus. Die französische Justiz stellte das dortige Verfahren daher ein.
Coinbase friert Millionen ein
Parallel dazu fror die US-Börse Coinbase Kryptowährungen im Wert von über drei Millionen US-Dollar ein. Die Gelder standen in Verbindung mit Betrugsnetzwerken aus Südostasien. Die Maßnahme erfolgte im Rahmen der „Scam Center Strike Force“ des US-Justizministeriums.
An dieser Initiative beteiligen sich auch Tech-Konzerne wie Apple, Google, Meta und Microsoft. Insgesamt wurden bereits 1,4 Millionen Konten gesperrt und 63 Festnahmen registriert – sieben davon in Thailand.
Betrugsverluste explodieren
Die Dimensionen des Krypto-Investmentbetrugs nehmen massiv zu. Branchendaten zeigen: Die weltweiten Verluste stiegen von knapp vier Milliarden US-Dollar (2023) auf rund 7,2 Milliarden US-Dollar (2025).
Auch regional häufen sich die Fälle. Auf Zypern untersucht die Polizei zwei Fälle, bei denen Männer aus Nikosia und Paphos zusammen fast 75.000 Euro verloren. Die Täter nutzten Fernzugriffs-Apps und fingierte Investmentseiten.
Deutschland: Hohe Schäden bei Senioren
In Deutschland meldeten die Behörden ebenfalls hohe Schadenssummen. Eine Seniorin in Sachsen verlor über sechs Monate rund 115.000 Euro an Betrüger auf einem Datingportal. In Thüringen verlor eine Frau 100.000 Euro durch einen sogenannten Schockanruf.
Ende Mai warnte die BaFin zudem vor der Plattform royalasset.org. Dort würden Auszahlungen verweigert und unberechtigte Steuerforderungen gestellt.
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Kryptomarkt unter Druck
Die Betrugswelle trifft auf einen volatilen Markt. Der Bitcoin-Kurs fiel Anfang Juni auf rund 62.000 US-Dollar – ein Minus von 16 Prozent innerhalb einer Woche. Analysten weisen auf ein Rekordhoch bei den Verlust-UTXOs hin: 165 Millionen Transaktionsausgänge stehen im Minus.
Der aktuelle Kurs liegt rund 50 Prozent unter dem Allzeithoch vom Oktober 2025. Als nächste wichtige Unterstützung gilt der realisierte Preis von etwa 53.500 US-Dollar.
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