Krypto-Betrug: UN warnt vor 114 Milliarden Dollar Schaden in Asien
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Internationale Behörden schlagen Alarm: Immer raffiniertere Betrugsmaschen mit Kryptowährungen haben 2025 zu Verlusten in Milliardenhöhe geführt. Die Täterbanden agieren global, die Methoden werden professioneller.
Medien-Identitätsdiebstahl als Erpressungsmasche
Die chinesische Wirtschaftszeitung China Business Journal warnte am 30. Juli 2026 vor einer perfiden Betrugsmasche. Kriminelle geben sich als Redakteure des Blattes aus und verschicken über Proton-Mail-Konten Drohschreiben an Unternehmen. Die Forderung: Bitcoin-Zahlungen, um angeblich bereits erstellte negative Recherchen zu unterdrücken.
Das Blatt bestätigte, dass es Beweise für rechtliche Schritte sammle, und forderte Unternehmen auf, Zahlungen grundsätzlich zu verweigern und Kontakte über offizielle Kanäle zu prüfen. Konkrete Verlustsummen aus dieser Kampagne sind bislang nicht bekannt.
Großrazzien in Asien: Hunderte Festnahmen
Die philippinische Polizei nahm am 28. Juli in Pasay City eine 40-jährige Frau fest. Sie soll einem Opfer 60.000 USDT (etwa 3,7 Millionen Philippinische Pesos) abgenommen haben. Die Blockchain bestätigt die Transaktion vom 22. Juli – die Verdächtige bestreitet den Erhalt. Zudem soll sie weitere 200.000 Pesos für einen angeblichen Wallet-Service gefordert haben.
Noch umfangreicher fiel ein Schlag in Malaysia aus: Am 15. Juli durchsuchten Einsatzkräfte in Forest City, Johor, mehrere Gebäude und nahmen 335 Verdächtige fest – darunter 309 chinesische und 19 indonesische Staatsbürger. Die Bande soll mit Krypto-Investment- und Romance-Scams vor allem Opfer in China und Indonesien betrogen haben. Die Behörden beschlagnahmten über 1.500 Handys, 313 Computer und ein hochwertiges Fahrzeug.
In Südkorea ermittelt die Polizei von Seoul gegen eine Bande, die mit der Fake-Website Fxrpntwork.com 71 Anleger um umgerechnet 8,55 Millionen Dollar (rund 12,3 Milliarden Won) gebracht haben soll. Versprochen wurden monatliche Renditen zwischen 1,5 und 1,8 Prozent. Die Ermittler froren innerhalb von drei Tagen nach einem Hinweis Kryptowerte im Wert von 17,3 Milliarden Won ein, darunter XRP und Tether. Drei Tatverdächtige sitzen in Haft, für einen vierten liegt ein Interpol-Auslieferungsersuchen vor.
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UN-Bericht: 114 Milliarden Dollar Schaden allein in Südostasien
Das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) veröffentlichte am 30. Juli einen alarmierenden Bericht. Demnach verursachten Cyberbetrugs-Netzwerke in Südostasien 2025 Schäden zwischen 88 und 114 Milliarden Dollar. Die Täter nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz, Telegram und spezialisierte Blockchain-Plattformen. Die Zuflüsse zu Krypto-Betrugsmaschen verdoppelten sich 2025 auf 22 Milliarden Dollar. Allein über die Plattform Huione Guarantee flossen rund 53 Milliarden Dollar.
Die US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Federation of America schätzt die Verluste der Amerikaner durch Krypto-Betrug 2025 auf 80,7 Milliarden Dollar – mehr als die Hälfte aller Online-Betrugsschäden. Die offiziellen FBI-Zahlen liegen mit 11,4 Milliarden deutlich niedriger, was die Forscher auf eine hohe Dunkelziffer zurückführen.
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Prävention: Polizei setzt auf Blockchain-Analyse
Die Polizei von Singapur startete zwischen April und Mai 2026 eine Kooperation mit der Analysefirma Chainalysis und den Börsen Coinbase, Gemini und OKX. Ergebnis: rund 4,2 Millionen Dollar an potenziellen Verlusten konnten blockiert werden. Die Aktion erreichte über 145 mutmaßliche Opfer von Identitätsdiebstahl- und Investment-Betrug.
In Namibia lockte die Bande Raylon Investment CC zwischen 2022 und 2023 junge Rekruten mit dem Versprechen von iPhones, Autos und Häusern. Die Angeworbenen wurden dann gezwungen, Romance- und Investment-Scams gegen Opfer in Europa und den USA durchzuführen. Der Schaden: über 8 Milliarden Namibia-Dollar.
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