Krypto-Betrug, Tamil

Krypto-Betrug Tamil Nadu: 5.000 Opfer in einer Hochzeitshalle

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 23:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Tamil Nadu verfolgen Ermittler mehrere mutmaßliche Anlagebetrügereien per App. Tausende Betroffene meldeten Verluste von über 100 Crore Rupien.

Tamil Nadu: Polizei ermittelt nach Milliardenbetrug mit Anlage-Apps
Ein modernes Smartphone mit ausgeschaltetem Bildschirm liegt auf einem hölzernen Tisch in einer schlichten Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu greift eine Welle mobiler Finanzbetrügereien um sich. Cyberkriminelle setzen zunehmend auf bösartige APK-Dateien und betrügerische Kredit-Angebote, um über digitale Plattformen ahnungslose Nutzer um ihr Geld zu bringen.

Besonders im Distrikt Sivaganga und in der Region rund um Madurai haben Ermittlungen einen mutmaßlichen Betrug in Milliardenhöhe aufgedeckt, der auf den Apps FQL und VJ beziehungsweise VG Investment basierte.

Versprechen einer Verdopplung in 45 Tagen

Die Polizei des Distrikts Sivaganga untersucht einen mutmaßlichen Betrug im Multi-Crore-Bereich, bei dem Nutzer über die Apps FQL und VJ geworben wurden. Die Betreiber versprachen eine Verdopplung der eingesetzten Investitionen innerhalb von 45 Tagen. Betroffene zahlten dabei Beträge bis zu 50.000 Rupien beziehungsweise bis zu 1 Lakh Rupien ein.

Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Die Apps stürzten vor rund zwei Wochen ab, woraufhin sich in Madurai am Samstag mehr als 100 Menschen vor dem Büro des Superintendent of Police versammelten. Die zuständige District Crime Branch ermittelt inzwischen gegen Verdächtige aus der Stadt Melur, von denen einige bereits von der Madurai-Polizei festgenommen wurden.

Proteste eskalieren, Drahtzieher identifiziert

Am Freitag protestierten Hunderte Kleinanleger in Madurai und Dindigul gegen das mutmaßliche Kryptowährungs-Ponzi-System. Im Dorf Kasampatti im Distrikt Dindigul eskalierte die Lage: Die Proteste wurden gewalttätig, Häuser mutmaßlicher Mittelsmänner wurden geplündert.

Mittlerweile wurden in Madurai zwölf Personen festgenommen. Als Drahtzieher identifizierte die Polizei einen Mann namens Ranjith aus Melur. Der Betrug lief über Links und Apps, wobei Investoren im FQL-Schema 50.000 Rupien und im VG-Schema 1 Lakh Rupien einzahlten.

Allein in Madurai wurden mindestens 500 Petitionen eingereicht, Tausende Menschen sollen um insgesamt mehrere Crore Rupien betrogen worden sein. Die Behörden richteten die Hilfsnummer 1930 für Betroffene ein.

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Fast 5.000 Betroffene in einer Hochzeitshalle

Das Ausmaß des Betrugs zeigte sich besonders deutlich in Melur, wo sich fast 5.000 Menschen – überwiegend Frauen vom Land – in einer Hochzeitshalle versammelten, um Beschwerden einzureichen. Investitionen von 50.000 Rupien wurden den Opfern dabei als Guthaben von 500 US-Dollar mit einem täglichen Bonus zwischen 3 und 5 US-Dollar gutgeschrieben.

Die Polizei geht mittlerweile von Verlusten in Höhe von über 100 Crore Rupien aus. Die beiden Hauptbeschuldigten, Ranjith und Arun, sollen die App eingeführt haben, während sie sich in Saudi-Arabien aufhielten. Die App selbst wurde bereits vor etwa einem Monat deaktiviert, gegen die Verdächtigen wurde ein Suchvermerk ausgestellt.

Weitere Festnahmen in Dindigul

Auch in Dindigul schreiten die Ermittlungen voran: Die Polizei nahm drei weitere Personen im Zusammenhang mit dem FQL-Krypto-Ponzi-Betrug fest – Ramesh, seine Frau Anitha sowie Vijay. Damit erhöht sich die Zahl der Verdächtigen im Dindigul-Fall auf zehn. Fast 25.000 Beschwerden wurden bislang eingereicht.

Ein Beispiel für das Vorgehen der Täter liefert der Fall des Investors R. Sakthivel aus Melur, der zunächst 50.000 Rupien und später 1 Lakh Rupien in die Plattform V G Investment steckte, bevor er ebenfalls betrogen wurde.

Die Polizei vermutet, dass V G Investment eingeführt wurde, nachdem die Betreiber des FQL-Schemas Angst vor Entdeckung bekommen hatten. Frühere Berichte aus der Region Natham deuten zudem darauf hin, dass dort rund 8.000 Menschen fast 150 Crore Rupien investiert haben könnten.

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Ein Muster mit landesweiter Dimension

Die Vorfälle in Tamil Nadu reihen sich in ein breiteres Muster mobiler Finanzbetrügereien ein, das derzeit in mehreren Regionen Indiens zu beobachten ist.

In Pune wurde ein 28-jähriger Techniker um 90.000 Rupien betrogen, nachdem er eine gefälschte Krankenhaus-App heruntergeladen und zunächst nur 5 Rupien bezahlt hatte – unautorisierte Abbuchungen von 85.000 und weiteren 5.000 Rupien folgten. In Varanasi wurde ein Mann über pakistanische Telefonnummern erpresst, nachdem er die gefälschte Kredit-App „PaisaCash Personal Credit“ installiert hatte.

Die Ereignisse in Tamil Nadu verdeutlichen, wie gezielt Betrüger auf ländliche Bevölkerungsgruppen mit geringen Ersparnissen abzielen und dabei internationale Verbindungen sowie soziale Netzwerke nutzen, um ihre Schemata zu verbreiten – mit teils gewaltsamen Folgen für die betroffenen Gemeinden.

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