Krypto-Betrug: Singapur verhindert 4,2 Millionen Euro Schaden
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 14:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine gemeinsame Aktion der singapurischen Polizei und sieben Kryptowährungsbörsen hat erfolgreich Schäden in Höhe von über 4,2 Millionen Euro verhindert. Die Operation lief vom 16. April bis 31. Mai 2026 und richtete sich gegen verschiedene betrügerische Machenschaften – darunter Investment-, Job-, Liebes- und sogenannte „Behördenbetrugs“-Maschen.
Kooperation mit den großen Börsen
Das Anti-Scam-Zentrum der Polizei und die Abteilung für Cyber-Ermittlungen arbeiteten dabei mit namhaften Plattformen zusammen: Coinbase, Coinhako, Gemini, Independent Reserve, OKX, StraitsX und Upbit. In den sechs Wochen führten die Beteiligten mehr als 145 gezielte Interventionen durch. Die Beamten kontaktierten potenzielle Opfer telefonisch oder besuchten sie persönlich, um sie vor verdächtigen Aktivitäten auf ihren Konten zu warnen.
Technische Unterstützung kam von den Blockchain-Analysefirmen Chainalysis und TRM Labs. Mit deren Werkzeugen verfolgten die Ermittler Transaktionen und identifizierten risikobehaftete Wallets. Coinbase Singapore bestätigte seine Teilnahme am 10. Juli und betonte, dass solche Kooperationen Teil einer fortlaufenden Strategie zur Sicherung des digitalen Vermögensökosystems seien. Bereits im Juni hatte eine ähnliche Aktion über 130 Menschen vor Verlusten von rund 2,9 Millionen Euro bewahrt.
Neue Masche: Kuriere kassieren bar ab
Während die digitalen Präventionsmaßnahmen greifen, warnen US-Behörden vor einem wachsenden Trend: Immer häufiger setzen Betrüger auf physische Logistik. In einer Mitteilung des FBI vom 15. Juni 2026 heißt es, dass Kriminelle zunehmend Kuriere einsetzen, um Bargeld von Opfern einzusammeln.
Die Masche läuft so ab: Bei sogenannten „Pig Butchering“- oder Romance-Scams bauen die Täter über soziale Medien Vertrauen zu ihren Zielpersonen auf. Wenn Banken oder digitale Plattformen große Überweisungen auf verdächtige Krypto-Adressen blockieren, fordern die Betrüger die Opfer auf, Bargeld abzuheben. Anschließend schicken sie einen Kurier zur Haustür des Opfers. Zur Identifikation dienen vorab vereinbarte Codes oder die Seriennummern der Geldscheine.
Explodierende Schäden durch Krypto-Betrug
Die Polizei in Singapur hat mit Hilfe von Coinbase & Co. 4,2 Millionen Euro Schaden verhindert. Doch die Täter werden immer dreister – jetzt setzen sie sogar Kuriere ein, um Bargeld abzuholen. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Report, wie Sie die neuen Maschen erkennen und Ihr Krypto-Vermögen schützen. Jetzt Schutz-Report anfordern
Die aktuellen Maßnahmen fallen in eine Zeit drastisch steigender Verluste durch Betrug mit digitalen Vermögenswerten. Die Daten des FBI-Internetkriminalitätszentrums (IC3) für 2025 zeigen: Die Gesamtschäden durch Internetkriminalität beliefen sich auf 20,9 Milliarden Euro. Davon entfielen rund 11,4 Milliarden Euro auf Krypto-bezogenen Betrug, während Anlagebetrug insgesamt 8,7 Milliarden Euro ausmachte.
Besonders besorgniserregend sind die Entwicklungen in Teilbereichen:
- Krypto-Automaten-Betrug: Die Verluste an Geldautomaten stiegen 2025 auf 388 Millionen Euro – ein Anstieg von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- Ältere Menschen im Visier: Personen ab 60 Jahren bleiben das Hauptziel der Betrüger. Diese Altersgruppe verlor 2025 rund 7,75 Milliarden Euro.
- Falsche Amtspersonen: Ein aktueller Fall aus Arizona: Eine Krankenschwester verlor 9.260 Euro, nachdem ein Anrufer, der sich als Gerichtsbeamter ausgab, behauptete, sie habe ihre Jury-Pflicht versäumt, und die Zahlung über einen Bitcoin-Automaten forderte.
Gesetzgeber reagieren – weltweit
Verschiedene Regierungen versuchen, mit neuen Gesetzen und Rückholaktionen gegenzusteuern. In Arizona schreibt ein neues Gesetz (HB2387) vor, dass Krypto-Automaten Betrugswarnungen anzeigen müssen. Zudem gibt es für Neukunden, die einen Betrug bei der Polizei melden, ein 30-tägiges Rückgaberecht.
Besonders ältere Menschen sind das Hauptziel von Krypto-Betrügern – allein 2025 verloren sie 7,75 Milliarden Euro. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung sichern Sie Ihre digitalen Vermögenswerte und wissen im Ernstfall sofort, was zu tun ist. Krypto-Sicherheitsleitfaden jetzt sichern
Das US-Justizministerium wiederum konnte kürzlich für ein Opfer in North Carolina Gelder zurückholen. Nach der Beschlagnahmung von 61 Millionen US-Dollar in USDT, die mit einem massiven Romance-Scam in Verbindung standen, leitete die Behörde ein zivilrechtliches Einziehungsverfahren ein.
Auch Hongkong hat die Warnungen verschärft – insbesondere vor gefälschten Wallet-Webseiten. Die Hong Kong Interbank Clearing Limited (HKICL) warnte in den letzten Tagen vor betrügerischen Seiten, die offizielle Zahlungssysteme nachahmen, um Bankdaten und Einlagen in virtuellen Geldbörsen zu stehlen. Als Reaktion haben die lokalen Aufsichtsbehörden phishing-resistente Anmeldeverfahren für Anbieter virtueller Vermögenswerte eingeführt.
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