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Krypto-Betrug: 885.000 Investoren im Visier gefälschter IRS-Briefe

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 10:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Falsche IRS-Schreiben mit QR-Codes zielen auf Krypto-Wallets ab. Zusätzlich erschweren neue Malware und Phishing-Angriffe die Lage für Anleger.

IRS warnt: 885.000 Krypto-Nutzer Ziel raffinierter QR-Code-Betrugskampagne
Nahaufnahme einer Person, die ein Smartphone in den Händen hält, während im Hintergrund ungeöffnete Briefumschläge liegen. Illustration mit AI erstellt.

Die US-amerikanische Steuerbehörde IRS hat vor einer massiven Betrugskampagne gewarnt, die gezielt auf Nutzer von Kryptowährungen und deren mobile Endgeräte abzielt. Nach aktuellen Erkenntnissen sind rund 885.000 Krypto-Investoren im Visier der Angreifer. Die Methode der Kriminellen kombiniert dabei klassische Postsendungen mit digitalen Diebstahlsmechanismen, um Zugriff auf die digitalen Vermögenswerte der Opfer zu erlangen.

Gefälschte IRS-Briefe nutzen QR-Codes

Im Zentrum der Warnung stehen gefälschte Briefe, die im Namen der IRS versendet werden. Die Angreifer fordern die Empfänger darin auf, einen enthaltenen QR-Code mit ihrem Smartphone zu scannen. Dieser führt auf betrügerische mobile Webseiten, die darauf ausgelegt sind, sensible Informationen wie Seed-Phrasen und private Schlüssel von Krypto-Wallets zu entwenden.

Die IRS stellte in diesem Zusammenhang ausdrücklich klar, dass keine staatliche Behörde jemals die Übermittlung von privaten Schlüsseln oder Seed-Phrasen von Nutzern verlangen würde. Die Betrugswelle richtet sich primär an US-Krypto-Nutzer, zeigt jedoch die wachsende Raffinesse bei Angriffen auf mobile Schnittstellen.

Millionendiebstahl über manipulierte Webdienste

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Parallel zu der IRS-Warnung wurden weitere schwere Phishing-Vorfälle bekannt. Ein Angriff über eine gefälschte Website des Krypto-Mixers tornado.cash führte kürzlich zum Diebstahl von 1.010 ETH, was einem Gegenwert von etwa 2,3 Mio. US-Dollar entspricht. Bei diesem Vorfall fingen die Angreifer sogenannte Deposit-Tickets ab, während der zugrunde liegende Smart Contract der Plattform unangetastet blieb.

Der On-Chain-Ermittler Specter äußerte jedoch Zweifel am Hintergrund des Vorfalls und vermutete, dass das vermeintliche Opfer selbst in den Angriff involviert sein könnte. Dieselbe Tätergruppe soll laut Branchenberichten in den vergangenen zwölf Monaten durch ähnliche Methoden bis zu 4.000 ETH erbeutet haben, was einem Wert von rund 4 Mio. US-Dollar entspricht.

Mobile Malware und infizierte Browser-Erweiterungen

Die Bedrohungslage für Smartphone-Nutzer verschärft sich auch durch spezialisierte Schadsoftware. Sicherheitsforscher identifizierten die Android-Malware „Manic“, die bereits seit Februar 2026 aktiv ist und auf insgesamt 169 verschiedene Banking-, Krypto- und Zwei-Faktor-Authentifizierungs-Apps (2FA) abzielt. Die Malware ist in der Lage, Daten über Wi-Fi Direct oder Bluetooth auch von Geräten zu exfiltrieren, die nicht mit dem Internet verbunden sind.

Zudem wurden 40 bösartige Firefox-Erweiterungen entdeckt, die sich als legitime Web3-Produkte bekannter Anbieter wie OKX oder Rabby Wallet tarnen. 15 dieser Erweiterungen erfassen aktiv Seed-Phrasen und leiten diese über Cloudflare Workers an die Hintermänner weiter.

In Europa berichten Experten der Group-IB von einer Kombination der Android-Schadstoffe Spynote und Windrelay, die insbesondere in Tschechien und der Slowakei auftritt. Diese ermöglicht es Angreifern, Bankkonten innerhalb von nur 13 Minuten leerzuräumen, indem sie Fernzugriff auf Banking-Apps erhalten und NFC-Daten von Bankkarten klonen.

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Internationale Behörden ziehen Bilanz

Die globale Dimension des Betrugs spiegelt sich in aktuellen Berichten internationaler Polizeibehörden wider. Die Polizei in Singapur meldete seit Anfang August 2026 fünf Fälle von Identitätsbetrug im Zusammenhang mit Apple-Diensten, die zu Verlusten von 195.000 US-Dollar führten.

Insgesamt beliefen sich die Verluste durch Krypto-Betrug in Singapur im Jahr 2025 auf 182,2 Mio. US-Dollar, was etwa 20 Prozent aller gemeldeten Betrugsschäden entspricht.

Erfolge verzeichneten die Behörden in Vietnam, wo im Jahr 2025 rund 63.000 neue Malware-Stämme entdeckt wurden. Dort konnten durch Bank-Sicherungssysteme Transaktionen im Wert von 3,99 Billionen VND (rund 152 Mio. US-Dollar) verhindert werden.

In Singapur rettete eine seit März 2026 laufende Kooperation zwischen der Polizei und Krypto-Börsen etwa 2,86 Mio. US-Dollar für 90 betroffene Nutzer.

Experten von Malwarebytes und der Verbraucherzentrale raten Nutzern zur erhöhten Vorsicht. Echte Prüfprozesse für Anti-Geldwäsche-Richtlinien (AML) benötigen lediglich die öffentliche Wallet-Adresse, niemals eine Verbindung zur Wallet oder die Preisgabe privater Schlüssel.

Sollten Nutzer bereits verdächtige Genehmigungen für Token erteilt haben, wird dringend zum Widerruf dieser Freigaben oder im Falle kompromittierter Schlüssel zum Wechsel der Wallet geraten.

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