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Kriminelle Netzwerke: 85 Prozent tarnen sich hinter legalen Firmen

Veröffentlicht am: 27.06.2026 um 11:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Europol zählt 731 aktive kriminelle Netzwerke in der EU. 85 Prozent nutzen legale Firmen als Tarnung für ihre Geschäfte.

Europol-Report: 731 kriminelle Netzwerke in der EU aktiv
Eine dunkle Silhouette in einem Anzug, die vor einem Bildschirm mit vernetzten Daten agiert, im Hintergrund eine verschwommene Stadtansicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Demnach sind aktuell 731 kriminelle Netzwerke in der Europäischen Union aktiv. Die Gruppen umfassen mehr als 400.000 Mitglieder aus 118 verschiedenen Nationen.

Kriminelle werden professioneller

Die Zahl der Netzwerke ist im Vergleich zur letzten Erhebung vor zwei Jahren leicht gesunken – damals waren es 821. Doch der Bericht zeigt eine alarmierende Dynamik: Rund 76 Prozent der aktuell erfassten Gruppen gelten als neu. Ein harter Kern von 198 Banden wird als besonders beständig eingestuft.

Diese etablierten Netzwerke arbeiten oft mit hierarchischen, teils familien- oder clangestützten Strukturen. Sie reagieren flexibel auf polizeiliche Eingriffe und passen ihre Strategien schnell an.

Legale Firmen als Tarnung

Ein zentraler Befund: 85 Prozent der kriminellen Netzwerke nutzen legale Geschäftsstrukturen. Sie tarnen ihre Aktivitäten oder waschen Gewinne durch scheinbar legitime Unternehmen. Die kriminellen Akteure verstecken sich in der Öffentlichkeit – hinter Firmenfassaden.

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Das dominierende Geschäftsfeld bleibt der Drogenhandel mit 36,3 Prozent. Es folgen poly-kriminelle Aktivitäten (23,3 Prozent) und Online-Betrug (16,4 Prozent). Weitere Schwerpunkte: Cyberkriminalität, Migrantenschmuggel, Menschenhandel und Geldwäsche.

KI wird zur Gefahr

Der Bericht warnt vor wachsender technologischer Professionalität. Kriminelle Gruppen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz und Cyberkriminalität. Sie nutzen moderne Technik, um ihre Machenschaften zu optimieren und der Strafverfolgung zu entgehen.

EU-Kommissar Brunner betont: „Das Verständnis dieser Netzwerke ist der erste Schritt zu ihrer Bekämpfung.“ Lösungen könnten nur auf europäischer Ebene erfolgreich sein.

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EU plant schärfere Maßnahmen

Die EU-Kommission schlägt deshalb eine Stärkung der Mandate von Europol und Eurojust vor. Auch die sogenannte Port Alliance soll ausgebaut werden. Ziel: bessere Grenzsicherheit und effektivere grenzüberschreitende Polizeieinsätze.

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