Kriegstechnik: Humanoide Roboter erstmals im Ukraine-Einsatz
31.05.2026 - 00:33:25 | boerse-global.deErstmals kommen humanoide Roboter auf dem Schlachtfeld zum Einsatz. Ein US-Startup erprobt seine Maschinen unter Gefechtsbedingungen.
Das in San Francisco ansässige Unternehmen Foundation Future Industries hat zwei Einheiten seines Phantom MK-1 in die Ukraine verlegt. Die Roboter werden dort gemeinsam mit ukrainischen Offiziellen und US-Spezialisten getestet. Der Fokus liegt auf Logistik und Aufklärung in gefährlichen Zonen – ein Novum in der Kriegsführung.
Technische Daten und Grenzen
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Der Phantom MK-1 ist 175 Zentimeter groß und wiegt 79 Kilogramm. Er kann rund 20 Kilogramm Nutzlast tragen und ist in der Lage, Standardfeuerwaffen zu bedienen. Die aktuelle Version hat jedoch klare Schwächen: Sie ist nicht wasserdicht und die Akkulaufzeit begrenzt.
Schon jetzt arbeitet das Startup am Nachfolger Phantom 2. Dieser soll die doppelte Nutzlast stemmen und nach Unternehmensangaben „übermenschliche" Fähigkeiten besitzen. Neben Logistik prüfen die Tester den Roboter auch für Pionieraufgaben, das Räumen von Hindernissen und die Entschärfung von Sprengsätzen.
Massive Produktionspläne
Nach den ersten Tests in der Ukraine will Gründer und CEO Sankaet Pathak die Produktion hochfahren: 1.000 Einheiten noch im Jahr 2026 sind geplant. Langfristig sollen die Maschinen bei US-Militäreinsätzen mitlaufen. Innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate ist die Front-Erprobung durch Heer, Marine und Luftwaffe vorgesehen.
Militärexperten sehen den größten Nutzen derzeit in riskanten „Breaching"-Operationen und Spezialaufgaben – nicht als direkter Ersatz für Infanteristen. Mit geschätzten 150.000 Euro pro Stück sind die Roboter als kostengünstige Alternative zu menschlichen Soldaten in Hochrisikosituationen gedacht.
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Politische Kontroversen
Finanziert wird die Entwicklung durch 24 Millionen Euro an Regierungsaufträgen aus verschiedenen US-Teilstreitkräften. Besondere Aufmerksamkeit erregt jedoch die personelle Konstellation: Eric Trump, Sohn des US-Präsidenten, fungiert als Chef-Strategieberater des Startups.
Diese Verbindung hat scharfe Kritik ausgelöst. Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete die Konstellation öffentlich als „Korruption" und stellt Fragen zur Vermischung von politischen Beziehungen und Rüstungsbeschaffung. Ungeachtet der politischen Debatte treibt das Unternehmen seine Testreihen in Europa voran – als Vorbote einer breiteren militärischen Nutzung.
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