Kreuzschmerzen, Cannabis-Mittel

Kreuzschmerzen: Neues Cannabis-Mittel ohne Suchtrisiko zugelassen

09.06.2026 - 18:52:54 | boerse-global.de

Erstes nicht-opioides Schmerzmittel gegen chronische Kreuzschmerzen seit 15 Jahren erhält Marktzulassung. Klinische Studien belegen Wirksamkeit ohne Suchtrisiko.

Vertanical erhält Zulassung für neues Cannabis-Schmerzmittel Exilby®
Kreuzschmerzen - Eine Cannabis-Pflanze im Vordergrund, unscharf, mit einem Arzt und einem Patienten, die im Hintergrund eine Behandlung besprechen. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Münchner Biopharmaunternehmen Vertanical hat am heutigen Dienstag die Zulassung für sein Präparat Exilby® erhalten. Der Wirkstoff basiert auf einem Cannabis-Extrakt und ist spezifisch für die Behandlung von chronischen Kreuzschmerzen vorgesehen. Bereits zuvor hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA das Medikament als wegweisende Therapie eingestuft.

Klinische Studien mit über 1.200 Patienten

Die Zulassung stützt sich auf Phase-3-Studien, die in Nature Medicine und Pain & Therapy veröffentlicht wurden. Mehr als 1.200 Patienten nahmen daran teil. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Schmerzreduktion über zwölf Monate. Entscheidend für die Zulassung: Während der Studiendauer traten keine Abhängigkeitserscheinungen auf. Das macht Exilby® zu einer echten Alternative zu Opioiden.

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Markteinführung im September

Ab September 2026 soll das Präparat in Deutschland und Österreich verfügbar sein. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Erst am gestrigen Montag wurde auf dem Pharmacon-Kongress in Meran über neue Schmerztherapeutika diskutiert. Dort standen auch Fortschritte bei Adipositas-Behandlungen und mRNA-Impfstoffen gegen Krebs auf dem Programm.

Parallel dazu gibt es positive Nachrichten aus Brüssel: Der zuständige EMA-Ausschuss befürwortete gestern die Zulassung einer oralen Semaglutid-Variante zur Gewichtsreduktion. Die EU-Kommission soll bis Ende Juli entscheiden.

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Pharmaindustrie unter Druck

Trotz der Innovationserfolge kämpft die Branche mit schwierigen Rahmenbedingungen. Grund ist die geplante Gesundheitsreform (BStabG), die ab 2027 dynamisierte Herstellerabschläge vorsieht – startend bei 3,5 Prozent. Die Reaktionen sind deutlich: Boehringer Ingelheim strich geplante Investitionen von 900 Millionen Euro für den Standort Deutschland im Zeitraum 2027 bis 2030. Auch der US-Konzern Lilly reduzierte seine Investitionen für ein Werk in Alzey massiv.

Der Druck kommt aber auch von außen: Der Hersteller Sandoz reichte gestern eine Antidumpingbeschwerde bei der EU-Kommission ein. Grund sind Importe aus China, die angeblich unter den Herstellungskosten angeboten werden.

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