Kreuzschmerzen: Cannabis-Extrakt schlägt Opioide um 15 Prozent
12.06.2026 - 20:23:25 | boerse-global.de
Der standardisierte Cannabis-Vollspektrum-Extrakt soll gegen chronische Kreuzschmerzen mit neuropathischer Komponente helfen.
Besser als Opioide?
Die Zulassung basiert auf acht Jahren Forschung. Mehr als 1.200 Patienten nahmen an den Phase-3-Studien teil, deren Ergebnisse im September 2025 in Nature Medicine und Pain & Therapy erschienen.
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Die Daten zeigen: Der Schmerzscore sank um 1,9 bis 2,5 Punkte. Die Placebo-Gruppe erreichte nur 0,6 Punkte. Zum Vergleich: Herkömmliche Opioide schaffen 2,16 Punkte. Der Cannabis-Extrakt lag in Teilen der Studie mit 2,5 Punkten sogar vorn.
PD Dr. Dr. Julian Kleine-Borgmann von der Neurologie Essen hebt einen weiteren Vorteil hervor: Die Verträglichkeit sei besser als bei Opioiden. Vor allem das hohe Abhängigkeitsrisiko der klassischen Schmerzmittel entfalle.
Markteinführung im September
Vertanical-CEO Clemens Fischer formuliert das Ziel klar: „Opiate in der Schmerztherapie ersetzen.“ Der Preis soll unter dem von bisherigem medizinischem Cannabis liegen.
Die Markteinführung ist für September 2026 in Deutschland und Österreich geplant. Der Extrakt stammt aus einer selektierten Cannabispflanze mit der Bezeichnung DKJ127.
International läuft bereits der nächste Schritt. Die FDA hat dem Wirkstoff den Status „Breakthrough Therapy“ verliehen. Ein US-Markteintritt ist für 2028 oder 2029 vorgesehen. Parallel forscht Vertanical an weiteren Einsatzgebieten wie diabetischer Polyneuropathie und Arthrose.
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Dynamik im Cannabinoid-Markt
Auch andere Unternehmen drängen voran. Tilray Medical Medical Deutschland brachte im Juni 2026 mit ARX eine neue Premium-Marke auf den Markt. Die Produktion im eigenen Werk in Neumünster erfolgt nach EU-GMP-Standards.
Die Pharmafortschritte werden durch neue Versorgungsstrukturen flankiert. Das Westpfalz-Klinikum in Kirchheimbolanden erweiterte Mitte Juni sein Angebot um eine multimodale Schmerztherapie. Unter der Leitung von Dr. Kathrin Fortmüller-Drews und Dr. Raphaele Lindemann sollen standardisierte Cannabis-Extrakte in ganzheitliche Behandlungskonzepte integriert werden.
