Kreislaufwirtschaft: Bund stellt 565 Millionen Euro für Umbau bereit
01.06.2026 - 19:18:26 | boerse-global.deMit 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds sowie weiteren 305 Millionen Euro für die Jahre 2027 bis 2030 will Berlin den Wandel weg von der Wegwerfgesellschaft einläuten. Das Maßnahmenpaket umfasst zwölf Schwerpunktbereiche – von der Digitalisierung über die Wirtschaftsförderung bis zur Sicherung kritischer Rohstoffe.
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Energie-Sharing startet – Nachbarn werden zu Stromproduzenten
Seit heute gilt in Deutschland eine neue Regelung für „Energy Sharing". Bürger können künftig lokale Stromgemeinschaften gründen und Solarstrom innerhalb ihres Wohnviertels verkaufen. Voraussetzung sind intelligente Messsysteme. Bis Juni 2028 soll das Modell auf den Stromaustausch über Netzgrenzen hinweg ausgeweitet werden. Ein Schritt, der die Energiewende buchstäblich in die Nachbarschaft bringt.
Der unsichtbare Wasserverbrauch – Was Smartphone und Steak wirklich kosten
Eine aktuelle Studie zum „Virtuellen Wasser" offenbart erstaunliche Zahlen: Während ein Österreicher täglich nur 130 Liter Wasser direkt verbraucht, liegt der tatsächliche Verbrauch durch importierte Waren und industrielle Prozesse bei 4.700 Litern pro Tag. Besonders durstig sind alltägliche Produkte: Ein Kilogramm Rindfleisch verschlingt 15.000 Liter Wasser, ein Smartphone immerhin 910 Liter. Selbst eine einzige Anfrage an ein KI-System kostet rund 0,5 Liter.
Greenwashing in der KI-Branche – Nur jedes vierte Versprechen ist belegt
Die Nachhaltigkeitsversprechen der Tech-Branche halten einer Überprüfung oft nicht stand. Eine Untersuchung von NGOs, darunter AlgorithmWatch, hat 154 Nachhaltigkeitsbehauptungen von KI-Unternehmen unter die Lupe genommen. Das ernüchternde Ergebnis: Nur 26 Prozent dieser Aussagen sind durch veröffentlichte Studien gestützt. Während klassische KI durchaus Klimavorteile bringen kann, werden die hohen Ressourcenkosten generativer Modelle in den Nachhaltigkeitsberichten meist verschwiegen.
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Textilflut in Ghana – Gebrauchte Kleidung wird zur Umweltkatastrophe
Die Kehrseite des westlichen Konsums zeigt sich mit voller Wucht in Westafrika. Eine Studie im Fachjournal Environmental Advances dokumentiert die dramatischen Folgen der Textilüberproduktion für afrikanische Ökosysteme. In Accra, Ghana, fanden Forscher bis zu 1.620 synthetische Mikrofasern pro Liter Wasser und 24 pro Kubikmeter Luft – Werte, die weit über denen in Paris oder Shanghai liegen. Allein 2023 importierte Ghana 147.000 Tonnen Secondhand-Kleidung. Der berühmte Kantamanto-Markt wickelt wöchentlich rund 15 Millionen gebrauchte Kleidungsstücke ab.
Fairtrade vor Ort – Wolfsburg bleibt Vorbild
Während die großen Linien auf Bundesebene gezogen werden, zeigen Kommunen, wie nachhaltige Entwicklung konkret funktioniert. Wolfsburg hat seinen Status als Fairtrade-Stadt um zwei Jahre verlängert – eine Auszeichnung, die die Stadt seit 2010 trägt. Auch zivilgesellschaftliche Projekte machen Mut: Anja Chrzanowska von Fairventures Worldwide berichtete, dass Pfandsammelaktionen auf Festivals genug Geld eingebracht haben, um 1.000 Bäume in Indonesien und Uganda zu pflanzen. Für Mitte Juni sind Bildungsprogramme in Verden geplant, die sich mit CO?-Fußabdrücken, regionaler Ernährung und nachhaltiger Mobilität befassen – verknüpft mit der Frage nach Geschlechtergerechtigkeit. Auf EU-Ebene arbeitet unterdessen die Bauhalps-Initiative an einem Werkzeugkasten für kreislauffähiges Bauen im Alpenraum.
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