Krebsrisiko, Günstiger

Krebsrisiko: Günstiger Lebensstil senkt es laut DKFZ um 29 Prozent

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien beleuchten Gelenktraining, Langlebigkeit und Lebensstil; Einsamkeit kann älteren Menschen fast sechs gesunde Lebensjahre kosten.

Alternsforschung: Training, Lebensstil und soziale Kontakte im Fokus
Symbolbild: Parkbank unter einem blühenden Baum Illustration mit AI erstellt.

Langzeitstudien und aktuelle Untersuchungen zur Altersforschung betonen zunehmend die Bedeutung umfassender Gesundheitsbewertungen sowie gezielter Therapiemöglichkeiten für den Erhalt der Lebensqualität im Alter.

Wie wertvoll langfristige Erhebungen für die Wissenschaft sind, verdeutlichen Projekte wie das des Albertinen Hauses in Schnelsen: Dort nimmt eine 87-jährige Teilnehmerin bereits seit 25 Jahren an einer Untersuchung zum gesunden Altern teil, die fortlaufend Daten von Tausenden Teilnehmenden analysiert.

Gelenkgesundheit und Mobilität im Fokus

Ein wesentlicher Faktor für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ist die körperliche Funktionsfähigkeit. Eine Cochrane-Auswertung von 139 Studien mit 12.468 Teilnehmenden mit Kniearthrose belegt, dass gezieltes Training kurzfristig wahrscheinlich Schmerzen lindert sowie Funktion und Lebensqualität verbessert, wenngleich die beobachteten Effekte moderat blieben.

Auf molekularer Ebene lieferte eine im Fachjournal Nature Aging veröffentlichte Studie neue Einblicke: Nach drei Monaten Ausdauertraining wiesen Blutvesikel älterer Erwachsener vermehrt microRNA-29 auf. In Zellkulturen aktivierten diese Vesikel das Klotho-Gen und überführten gealterte Knorpelzellen in ein jüngeres Profil.

Bei alten Mäusen verbesserte eine Injektion dieser Vesikel in das Knie den Knorpelzustand; bei trainierenden Menschen wurden entsprechende Gewebeveränderungen jedoch nicht untersucht, womit eine konkrete Therapieform bislang nicht belegt ist.

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Um die Beweglichkeit langfristig abzusichern, gewinnt zugleich die Sturzprävention an Bedeutung. Nach Angaben eines Neurologen der Agaplesion Bethesda Klinik in Ulm stürzen rund 50 % der über 80-Jährigen mindestens einmal pro Jahr.

Die Einrichtung setzt unter anderem auf ein Perturbationslaufband-Training, bei dem Stolperreaktionen gesichert geübt werden, was das Sturzrisiko laut der Klinik nachhaltig senkt. Empfohlen wird das Training im Abstand von drei Monaten für jeweils 20 Minuten, ergänzt durch Kraft- und Gleichgewichtsübungen sowie regelmäßige Seh- und Hörprüfungen.

Demografische Auffälligkeiten und Lebensstilfaktoren

Große Beachtung finden zudem Regionen mit überdurchschnittlicher Langlebigkeit. Untersuchungen der Universität Sassari sowie der University of Illinois Chicago widmeten sich der Ortschaft Bolotana auf Sardinien, die rund 110 Kilometer von der bereits bekannten sardischen Blauen Zone entfernt liegt.

Für den Beobachtungszeitraum von 2021 bis 2025 lag die verbleibende Lebenserwartung 70-Jähriger dort bei Männern bei 16 Jahren und bei Frauen bei fast 21 Jahren.

Die Wahrscheinlichkeit, ab dem 70. Lebensjahr das 100. Lebensjahr zu erreichen, betrug bei den Männern 4,9 % und bei Frauen 13,8 % – während die Vergleichswerte für Frauen in ganz Italien bei 3,5 %, in den USA bei 3,6 % und in Deutschland bei 5,1 % lagen.

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Von 3.060 zwischen 1900 und 1925 in der Gemeinde geborenen Personen erreichten 38 ein Alter von mindestens 100 Jahren. Die konkreten Ursachen für diese Häufung gelten weiterhin als ungeklärt.

Dass präventive Faktoren das Altern grundlegend beeinflussen, zeigen weitere aktuelle Erhebungen. Eine in Nature Medicine veröffentlichte weltweite Studie, die über 900 Datenquellen und Selbstauskünfte von mehr als 6 Millionen Menschen aus 118 Ländern zusammenführte, zeigte, dass starke Schmerzen ihren Höhepunkt um das 50. Lebensjahr erreichen, während Beschwerden an Rücken, Hüfte und Knien bis ins hohe Alter stetig zunehmen.

Eine Auswertung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) auf Basis der UK Biobank mit 287.745 Teilnehmenden belegt zudem den Einfluss des Alltagsverhaltens: Personen mit einem hohen Lebensstil-Score hatten über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 11,5 Jahren ein um 29 % niedrigeres Krebsrisiko als Personen mit ungünstigem Profil.

Eine Analyse in Nature Communications verdeutlichte darüber hinaus die sozialen Dimensionen des Alterns: Demnach können Einsamkeit und soziale Isolation ältere Erwachsene fast sechs gesunde Lebensjahre kosten.

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