Krebspräventionswoche: Verbände fordern Vergütung für Betriebsärzte
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Bereich der Gesundheitsförderung verstärken Organisationen ihre Initiativen und drängen auf verlässlichere Rahmenbedingungen. Ein zentraler Konfliktpunkt ist dabei die Vergütung präventiver Maßnahmen: Fachverbände verlangen eine rechtliche und vertragliche Absicherung sowie eine angemessene Vergütung für Betriebsärztinnen und -ärzte bei der Früherkennung.
Forderung nach Vergütung arbeitsmedizinischer Vorsorge
Hintergrund der Forderung ist die Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomografie, die für gesetzlich Versicherte im Alter von 50 bis 75 Jahren mit langjähriger starker Rauchbelastung seit dem 1. April 2026 zur Verfügung steht. Zwar können Arbeitsmediziner die Anspruchsberechtigung im betrieblichen Umfeld prüfen, die dafür vorgesehenen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind für sie jedoch bislang nicht abrechenbar.
Anlässlich der Nationalen Krebspräventionswoche vom 21. bis 27. September 2026 forderten der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) sowie die Deutsche Krebshilfe, Betriebsärztinnen und -ärzte verbindlich einzubinden. Die Verbände verlangen klare vertragliche und gesetzliche Regelungen, um die arbeitsmedizinische Beratung und Abklärung auch finanziell abzusichern.
Steigende Kosten erhöhen Druck auf Präventionsangebote
Wie bedeutsam strukturierte Vorbeugung für das Gesundheitssystem ist, zeigt sich auch auf der Kostenseite. Laut einer Untersuchung des Analysehauses Assekurata stiegen die Leistungsausgaben in der Privaten Krankenversicherung von 2018 bis 2025 um 44 Prozent.
Allein im Jahr 2024 betrug der Zuwachs rund 10 Prozent, gefolgt von etwa 7 Prozent im Jahr 2025. Vor diesem Hintergrund setzen Versicherer zur Kostendämpfung verstärkt auf Gesundheitsmanagement, Früherkennung und gezielte Prävention.
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Dass Vorsorge auch in der Zahnmedizin unerlässlich bleibt, betont der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25. September 2026. Unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Kau dich fit!“ warnt der Verband davor, Präventionsmaßnahmen angesichts steigender Gesundheitsausgaben zu vernachlässigen. Eine gesunde Kautätigkeit stehe im engen Zusammenhang mit Verdauung, Sprachentwicklung, Ernährung und allgemeiner Mundgesundheit.
Lokale Kampagnen und Zielgruppenansprache
Neben den bundesweiten Forderungen initiieren Träger und Organisationen konkrete Informationsangebote vor Ort. In Wien eröffnete die Wiener Gesundheitsförderung (WiG) am 22. September 2026 am Vorgartenmarkt die Aktionswoche „Gesund im Stuwerviertel“.
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Bis zum 26. September 2026 bieten 17 Betriebe kostenlose Programme an, darunter Ernährungsberatung, Gesundheitsspaziergänge, Massagen sowie Angebote zur seelischen Gesundheit. Finanziert wird das Vorhaben aus dem Landesgesundheitsförderungsfonds der Sozialversicherung und der Stadt Wien.
Auch junge Zielgruppen rücken in den Fokus der betrieblichen Prävention: Beim Gesundheitstag der AOK Schweinfurt am 14. September 2026 informierten sich rund 100 Auszubildende über gesundheitsbewusstes Verhalten im Arbeitsalltag. An interaktiven Stationen behandelte der Aktionstag Themen wie Bewegung, Ernährung, Resilienz, gesunden Schlaf sowie den Konsum von Sucht- und digitalen Medien.
