Krebsforschung, Ingwerextrakt-Nanopartikel

Krebsforschung: Ingwerextrakt-Nanopartikel verlängern Leben um 93%

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Zell- und Mausversuchen wirkten Ingwer-Silberpartikel gegen Tumorzellen; ihre Sicherheit muss noch weiter untersucht werden.
Frische Ingwerwurzel auf einer sterilen Laboroberfläche. Illustration mit AI erstellt.

In der experimentellen Krebsforschung gewinnen Verfahren der sogenannten grünen Nanotechnologie zunehmend an Bedeutung. Dabei dienen pflanzliche Extrakte als biologische Ausgangsstoffe für die Synthese metallischer Partikel.

Eine im Fachjournal Medical Oncology (2026) veröffentlichte Untersuchung liefert nun detaillierte Einblicke in die Eigenschaften von Silbernanopartikeln, die mithilfe von Ingwerextrakt synthetisiert wurden (G-AgNPs). Die Wissenschaftler berichten, dass diese Partikel in Labor- und Tierexperimenten eine selektive Toxizität gegen Krebszellen aufweisen.

Selektive Zytotoxizität im Labor

Die hergestellten Partikel zeigten bei transmissions-elektronenmikroskopischen Messungen (TEM) einen Durchmesser von 10,44 nm sowie ein Zeta-Potenzial von ?46,17 ± 1,42 mV. In zellbiologischen Versuchen testeten die Forscher die Substanz an unterschiedlichen humanen Zelllinien. Dabei erwiesen sich die Partikel als wirksam gegen Leberkrebs- (HepG-2) und Brustkrebszellen (MCF-7).

Für die HepG-2-Zellen lag die mittlere inhibitorische Konzentration (IC50) bei 1,20 ± 0,03 µM, was einer Konzentration von 4,51 ± 0,11 µg/ml entspricht. Bei den MCF-7-Brustkrebszellen ermittelten die Forscher einen IC50-Wert von 1,49 ± 0,05 µM beziehungsweise 5,60 ± 0,19 µg/ml.

Im direkten Vergleich dazu reagierten gesunde Kontrollgewebe deutlich weniger empfindlich: Für die nicht-kanzerogene Zelllinie WI-38 lag der IC50-Wert bei 2,49 ± 0,07 µM. Diese Differenz veranschaulicht die beobachtete Selektivität gegenüber malignen Zellen.

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Zelluläre Mechanismen und antioxidative Aktivität

Über die Hemmung der Zellviabilität hinaus untersuchten die Autoren spezifische Marker, die mit apoptotischen Prozessen in Verbindung stehen. Im Hinblick auf das Enzym Caspase-3 wurden in den behandelten HepG-2-Zellen 13,81 ± 0,35 ng/mg gemessen, während der Wert bei MCF-7-Zellen 42,83 ± 1,47 ng/mg betrug. Für das anti-apoptotische Regulatorprotein Bcl-2 lagen die gemessenen Werte bei 2,12 ± 0,14 ng/mg für HepG-2 und 3,17 ± 0,03 ng/mg für MCF-7.

Zusätzlich analysierten die Forscher das antioxidative Profil der Partikel. Hierbei zeigte sich ein IC50-Wert von 28,96 µg/ml. Zum Vergleich erzielte die als Referenz dienende Ascorbinsäure im gleichen Versuchsaufbau einen IC50-Wert von 14,03 µg/ml.

Verlängerte Lebensdauer im Tiermodell und Einordnung

Die biologische Aktivität wurde darüber hinaus an lebenden Organismen überprüft. Im sogenannten Ehrlich-Ascites-Mausmodell führten die grün synthetisierten Nanopartikel zu einer Verringerung des Tumorwachstums. Zugleich wurde eine Lebensverlängerung der behandelten Mäuse um 93,3 % dokumentiert.

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Trotz dieser signifikanten Effekte stufen die Autoren die vorliegenden Resultate als frühe Befunde ein. Bevor eine Übertragbarkeit auf therapeutische Anwendungen diskutiert werden kann, seien weiterführende toxikologische Untersuchungen zwingend erforderlich, um Sicherheit und Wirkprofil der Nanopartikel genauer zu bestimmen.

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