Krebsforschung, Millionen

Krebsforschung: 1,25 Millionen Euro für fünf Jahre Stoffwechselstudien

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 16:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ernährungsinterventionen verzögern Tumorwachstum bei Mäusen; ein Medikament soll die biochemischen Fasteneffekte künftig nachahmen.
Ein steriles, modernes Labor mit glänzenden Arbeitsflächen und wissenschaftlichen Glasgeräten in einer Forschungseinrichtung. Illustration mit AI erstellt.

Ernährungsbezogene Interventionen rücken im Rahmen onkologischer Fragestellungen zunehmend in den Fokus der Forschung. Anhand von Mausmodellen untersucht eine von CRIS Contra el Cáncer geförderte Studie, welche Auswirkungen eine gezielte Kalorienrestriktion sowie Methoden des Intervallfastens auf Leberkrebs und bösartige Gallenwegstumoren haben. Das übergeordnete Ziel der wissenschaftlichen Untersuchungen besteht darin, Ansatzpunkte für die Präzisionsmedizin zu liefern und die Grundlagen für neuartige medikamentöse Therapien zu schaffen.

Stoffwechselverbesserung und Verzögerung von Tumoren

Im Rahmen der Forschungsarbeiten werden zwei konkrete Ernährungsansätze vergleichend analysiert: Zum einen eine klassische Kalorienrestriktion, bei der die tägliche Nahrungsmenge um 30 % reduziert wird, und zum anderen ein Modell des Intervallfastens, das die Nahrungsaufnahme auf ein tägliches Zeitfenster von 7 Stunden begrenzt.

Nach Angaben von Studienleiter Alejo Efeyan, der am spanischen Krebsforschungszentrum CNIO die Forschungsgruppe für Metabolismus und Zellsignalgebung leitet, führen beide Vorgehensweisen zu messbaren therapeutischen Effekten. Die Interventionen verbessern den Leberstoffwechsel der Versuchstiere und sorgen zugleich dafür, dass das Fortschreiten der Tumoren verzögert wird.

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Die Rolle von mTOR und die Suche nach Wirkstoffen

Ein zentraler Schwerpunkt der wissenschaftlichen Analysen liegt auf der zellulären Signalübertragung, insbesondere auf der Funktion des Regulators mTOR. Dieser Proteinkomplex reagiert sensibel auf die Verfügbarkeit von Nährstoffen und steuert wesentliche Stoffwechsel- und Wachstumsprozesse in den Zellen.

Efeyan stuft die Kalorienrestriktion zwar grundsätzlich als sehr wirkungsvolles Instrument für ein gesundes Altern ein, verweist jedoch zugleich auf die praktischen Hürden im Alltag: Beim Menschen sei ein dauerhafter und strikter Verzicht auf Nahrung nur schwer umsetzbar.

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Aus diesem Grund strebt das Forschungsteam nicht primär Verhaltensänderungen oder Diätprogramme für Patienten an. Das langfristige Ziel ist vielmehr die Entwicklung eines Medikaments, das die positiven biochemischen Effekte des Fastens im Organismus gezielt nachahmt, ohne dabei Hungergefühle auszulösen.

Langfristige Forschungsförderung durch Exzellenzpreis

Die Forschungsarbeiten sind auf mehrere Jahre angelegt und erhalten dafür eine substanzielle finanzielle Unterstützung. Für das Vorhaben wurde der CRIS-Preis für Exzellenz 2026 vergeben. Die Auszeichnung ist mit Fördermitteln in Höhe von 1,25 Mio. Euro dotiert, die über einen Zeitraum von 5 Jahren bereitgestellt werden, um die Stoffwechselprozesse weiter zu entschlüsseln und mögliche medikamentöse Wirkstoffkandidaten zu prüfen.

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