Krebsdurchbruch: Hautkrebs-Patient nach Gen-Therapie krebsfrei
12.06.2026 - 04:22:39 | boerse-global.de
Aktuelle Erhebungen zeigen: Die Qualität in deutschen Kliniken schwankt stark – zwischen medizinischer Exzellenz und strukturellen Problemen.
Spitzenreiter mit Luft nach oben
Das Klinikum Bad Hersfeld in Hessen erreicht eine Weiterempfehlungsquote von 94,6 Prozent. Besonders die HNO-Heilkunde und Chirurgie – etwa bei Hüft-OPs oder Bauchaortenaneurysmen – überzeugen. Kritik gibt es dagegen an Hygiene und Kommunikation in der Gefäßchirurgie.
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Im bayerischen Klinikum Traunstein liegt die Quote bei 81,7 Prozent. Chirurgie, Urologie und Kinderchirurgie erhalten gute Noten. Die Gynäkologie und die Personalsituation fallen dagegen ab. Patienten klagen über lange Wartezeiten und überlastetes Personal.
In der Rehabilitation überzeugt die Rehaklinik Bad Boll mit 92,2 Prozent Zustimmung – vor allem bei Gelenkersatz und Physiotherapie. Die My Way Betty Ford Klinik kommt in der Suchttherapie auf 89,2 Prozent. Kritikpunkt: die hohen Tageskosten von 500 bis 600 Euro und die ausbaufähige Anschlusstherapie.
Neuer Spitzenreiter im Klinikranking
Ein Machtwechsel an der Spitze: Der Verbund der Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim erobert in der Stern-Klinikliste 2026/2027 Platz eins. Die Berliner Charité verliert damit ihre 14-jährige Führungsposition. Möglich machte das die Krankenhausreform 2024, die die Fusion der beiden baden-württembergischen Standorte erlaubte.
Medizinische Durchbrüche untermauern den Fortschritt: An der Uniklinik Dresden gilt eine Hautkrebspatientin im Endstadium seit sechs Monaten als krebsfrei. Eine experimentelle Zell- und Gentherapie mit genetisch veränderten T-Zellen machte es möglich. Experten halten die Methode in wenigen Jahren für standardtauglich.
Das Klinikum Kaufbeuren erhielt am 10. Juni die Zertifizierung als Gynäkologisches Krebszentrum. Auch das Mukoviszidose-Zentrum am Kemperhof in Koblenz wurde für seine interdisziplinäre Betreuung ausgezeichnet.
Milliardenloch und Proteste
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Trotz dieser Erfolge steht die Branche unter massivem Druck. Am 11. Juni protestierten Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg gegen die GKV-Gesetzgebung. Die Warnung: Erlöskürzungen von rund 4,6 Milliarden Euro für 2027 und ab 2030 jährlich 10,5 Milliarden Euro.
Bereits 2025 fuhren rund 75 Prozent der Kliniken Verluste ein. Ohne Gegensteuern droht der Abbau jeder zehnten Stelle. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bezifferte das GKV-Defizit auf Basis der Quartalszahlen auf rund 3,5 Milliarden Euro. Im parlamentarischen Verfahren ist ein Sparbedarf von etwa 2,5 Milliarden Euro angestrebt.
DAK-Chef Andreas Storm fordert eine faire Lastenverteilung. Er lehnt weitere Belastungen der Versicherten ab und schlägt stattdessen vor, Kürzungen beim Bundeszuschuss zurückzunehmen und die Beiträge für Bürgergeld-Empfänger anzuheben.
