Krebs, Fälle

Krebs und Übergewicht: 11,5% aller Fälle hängen mit Körperfett zusammen

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue DKFZ-Studie zeigt: Bis zu 11,5% der Krebsfälle hängen mit Körperfett zusammen, wobei der Taillenumfang das Risiko besser vorhersagt als der BMI.

Krebsrisiko durch Körperfett: Bauchumfang entscheidender als BMI
Ein Maßband und gesundes Obst auf einem klinischen Tisch als Symbol für Gesundheitsprävention und Gewichtsmanagement. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bis zu 11,5 Prozent aller Krebsfälle könnten mit erhöhtem Körperfett zusammenhängen. Das ist deutlich mehr als bisher angenommen.

Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) werteten Daten von über 450.000 Teilnehmern der britischen Biobank aus. Bisherige Schätzungen gingen von Werten zwischen 2 und 8 Prozent aus. Die neue Analyse zeigt: Der Body-Mass-Index (BMI) allein reicht nicht aus, um das Risiko zu bewerten.

Der Bauchumfang ist entscheidend

Aussagekräftiger sind laut Studie der Taillenumfang und das Taille-Hüft-Verhältnis. Probanden mit dem größten Bauchumfang hatten ein 27 Prozent höheres Risiko, an Krebs zu erkranken. Besonders betroffen: Frauen und Menschen unter 60 Jahren.

Die Fettverteilung im Körper spielt also eine größere Rolle als das reine Gewicht. Das hat direkte Auswirkungen auf die Prävention.

Globale Prognosen: 70 Prozent mehr Krebsfälle bis 2050

Die WHO und die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) rechnen mit einem drastischen Anstieg: von 20,6 Millionen Neuerkrankungen im Jahr 2024 auf rund 35 Millionen im Jahr 2050. Das entspricht einer Steigerung von etwa 70 Prozent.

Fast 40 Prozent dieser Fälle wären vermeidbar. Neben Tabak und Alkohol sind Übergewicht und Bewegungsmangel die Haupttreiber. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm: Die globalen Kosten könnten auf über 33,2 Billionen US-Dollar steigen. Europa verzeichnet derzeit 21 Prozent aller Krebsfälle – bei nur 9 Prozent der Weltbevölkerung.

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Neue Medikamente: Semaglutid-Tablette erhält EU-Zulassung

Seit dem 15. Juli 2026 ist eine Semaglutid-Tablette (Wegovy) zur Behandlung von Adipositas in der EU zugelassen. Die Markteinführung in Deutschland ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Die OASIS-4-Studie belegt einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 13,6 Prozent bei den Anwendern.

Das Medikament ist verschreibungspflichtig – die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen vorerst nicht.

Eine Analyse in den Annals of Oncology zeigt zudem eine präventive Wirkung: Bei adipösen Patienten ohne Diabetes, die mit GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt wurden, sank das Krebsrisiko um 41 Prozent. In Industrienationen werden bereits heute rund 40 Prozent der Krebsdiagnosen mit Adipositas in Verbindung gebracht.

Grundlagenforschung: Hoffnung aus dem Stoffwechsel

Die Universität Gießen identifizierte im Juni 2026 das Molekül Itaconat als möglichen „Stoffwechsel-Schalter“. Es könnte Immunzellen so umprogrammieren, dass sie Tumorwachstum hemmen statt fördern.

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Studien im Fachmagazin Nature vom Juli 2026 zeigen zudem: Das Protein Interleukin-11 beeinflusst Fettansammlung und Entzündungsprozesse. In Tiermodellen führte die Blockade dieses Proteins zu weniger Körperfett und einer längeren Lebensspanne.

Die Forschung unterstreicht: Der individuelle genetische Hintergrund beeinflusst die Evolution von Tumoren maßgeblich. Personalisierte Ansätze in der Krebsmedizin und Prävention werden damit immer wichtiger.

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