Krebs, Schlaganfall

Krebs und Schlaganfall: Risiko 2,5-fach erhöht in ersten Monaten

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 16:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine israelische Studie mit 182.221 Erwachsenen zeigt ein erhöhtes Schlaganfallrisiko nach Krebsdiagnose, besonders bei Pankreas- und Lungenkrebs.

Krebsdiagnose: Schlaganfallrisiko steigt je nach Tumorart deutlich
Ein steriler, minimalistischer Krankenhausflur mit einfallendem Tageslicht und klaren architektonischen Linien. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen onkologischen Erkrankungen und dem Risiko für zerebrovaskuläre Ereignisse. Eine umfangreiche Studie aus Israel (DOI 10.1002/cncr.70536) legt nahe, dass Patienten insbesondere in der ersten Phase nach der Feststellung einer Krebserkrankung einer erhöhten Gefahr für Schlaganfälle ausgesetzt sind.

Signifikante Risikoerhöhung in den ersten Monaten

Die Analyse der klinischen Daten verdeutlicht, dass der Zeitraum unmittelbar nach der Diagnosestellung eine kritische Phase für die Betroffenen darstellt. Den Ergebnissen zufolge ist das Schlaganfallrisiko in den ersten drei Monaten nach einer Krebsdiagnose um das 2,5-fache erhöht.

Dieser Befund deutet darauf hin, dass die physiologischen Belastungen durch die Erkrankung oder die beginnenden Therapien unmittelbare Auswirkungen auf das vaskuläre System haben können.

Abhängigkeit von der Tumorart

Ein zentraler Aspekt der Untersuchung ist die Differenzierung nach verschiedenen Krebsarten, da das Risiko je nach Primärtumor stark variiert. Besonders deutlich zeigt sich der Zusammenhang bei aggressiven Tumorformen:

  • Bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs wurde ein 5,9-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko festgestellt.
  • Im Falle von Lungenkrebs liegt die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis um das 3,9-fache höher als in der Vergleichsgruppe.

Im Gegensatz dazu konnten die Forscher bei anderen weit verbreiteten Krebsarten keine entsprechende Korrelation finden. So ergab die Studie für Brust- und Prostatakrebs keinen statistisch belegbaren Zusammenhang mit einem gesteigerten Schlaganfallrisiko. Diese Erkenntnisse könnten künftig dabei helfen, Screening-Maßnahmen und präventive Beobachtungen gezielter auf bestimmte Patientengruppen auszurichten.

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Datengrundlage und methodischer Hintergrund

Die Studie basiert auf einer breiten empirischen Basis. Insgesamt wurden die Daten von 182.221 Erwachsenen ausgewertet, die zum Zeitpunkt der Diagnose mindestens 40 Jahre alt waren. Der untersuchte Zeitraum für die Erstdiagnosen erstreckte sich von 2014 bis 2021.

Wie aus einem Bericht vom 18. September 2026 hervorgeht, unterstreichen die Daten die Notwendigkeit einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Onkologen und Neurologen.

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Die signifikanten Steigerungsraten bei bestimmten Krebsarten verdeutlichen, dass das Management von Krebspatienten über die rein tumorzentrierte Behandlung hinausgehen und auch die Überwachung kardiovaskulärer Risikofaktoren in der frühen Phase nach der Diagnose einschließen sollte.

Die Ergebnisse bieten eine wichtige Grundlage für die klinische Einschätzung und die Sensibilisierung des medizinischen Personals für mögliche neurologische Komplikationen in der Onkologie.

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de | wissenschaft | 70125962 |