Krebs-Therapie: Immer mehr Kliniken kombinieren Akupunktur und Yoga
22.06.2026 - 17:09:03 | boerse-global.de
Besonders in der Onkologie, Rheumatologie und Psychiatrie entstehen neue Angebote.
Stuttgart: Yoga und Akupunktur für Krebs-Patienten
Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) in Stuttgart geht voran. Das Zentrum für Hämatologische Neoplasien – seit 2020 als erstes hämatologisches Zentrum der Region von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert – bietet Leukämie-Patienten ergänzend Akupunktur, Yoga und Massagen. Dazu kommt psychosoziale Beratung.
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Der Standort hat sich zur Krebsforschungs-Adresse entwickelt. Das Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT) feiert zehnjähriges Bestehen. Seit 2016 flossen rund 65 Millionen Euro in das Zentrum. Es kooperiert als Teil des Nationalen Centrums für Tumor erkrankungen (NCT) SüdWest mit Partnern in Tübingen und Ulm – Schwerpunkte sind Pharmakogenetik und personalisierte Krebstherapie. Ende Juni 2026 ist ein Forschungs- und Patiententag geplant.
Berlin: Ayurveda gegen Rheuma
Auch in der Rheumatologie wächst das Angebot. Das Immanuel Krankenhaus Berlin bietet an seinen Standorten Wannsee und Buch stationäre Ayurveda-Medizin an. Die Klinik, akademisches Lehrkrankenhaus der Charité, verbindet traditionelle indische Heilkunde mit moderner Rheumatologie.
Therapie auf vier Pfoten und auf Rezept
Die psychische Gesundheit rückt stärker in den Fokus. Das Universitätsklinikum Neunkirchen setzt seit 2022 einen Therapiehund ein. Das Tier begleitet wöchentlich eine klinische Psychologin – mit regelmäßigen Prüfungen und Fortbildungen.
In der belgischen Region Wallonie entsteht eine Plattform, die Ärzten und Psychologen erlaubt, Kultur- oder Sportveranstaltungen auf Rezept zu verschreiben. Start ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
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Auch rechtlich tut sich was: Das Bundessozialgericht entschied im Frühjahr 2025, dass Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen stationäre Behandlungen bei Borderline und schweren Depressionen übernehmen müssen – selbst wenn externe Belastungserprobungen Teil des Konzepts sind.
Warnung vor Budgetkürzungen
Trotz der Fortschritte schlagen Fachverbände Alarm. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) warnt vor geplanten Budgetierungen im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die Folge: weniger Therapieplätze, längere Wartezeiten, höheres Risiko für chronische Erkrankungen und steigende Folgekosten.
Kliniken investieren in Infrastruktur
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat eine Onkologische Interdisziplinäre Ambulanz (OIA) eingerichtet. Pflege, Beratung, Sozialdienst und ärztliche Versorgung sind dort gebündelt.
In Düsseldorf-Kaiserswerth plant das Florence-Nightingale-Krankenhaus gemeinsam mit einem Partner einen Neubau für Strahlentherapie – in nachhaltiger Holzbauweise. Inbetriebnahme: Oktober 2026. Die Behandlungen starten im Frühjahr 2027.
Die Endometriose-Vereinigung Deutschland bietet eine regelmäßig aktualisierte Online-Übersicht mit zertifizierten Einrichtungen für Physiotherapie, Gynäkologie und spezialisierten Zentren.
Fortbildung und Forschung
Am 22. Juni 2026 findet am Klinikum am Weissenhof eine Fortbildung für Pflege- und Betreuungskräfte zur Alltagsgestaltung für Patienten statt.
In der Forschung untersuchen Wissenschaftler natürliche Wirkstoffe. Eine Studie im Fachjournal Nature Precision Oncology analysierte die Wirkung eines Bienengift-Wirkstoffs auf aggressive Brustkrebszellen. Im Labormodell zerstörte er die Zellmembranen. Die Forscher betonen: Für eine klinische Anwendung sind weitere Untersuchungen zu Dosierung und Verabreichung nötig.
