Krebs-Therapie, Progression

Krebs-Therapie: 30% weniger Progression mit 5g mehr Ballaststoffen

26.06.2026 - 21:04:06 | boerse-global.de

Neue Leitlinien und Studien belegen: Gezielte Ernährungstherapie verbessert Behandlungserfolge und spart dem Gesundheitssystem Millionen.

Klinische Ernährung: Neuer Standard in der Krebsbehandlung
Krebs-Therapie - Medizinische Fachkräfte besprechen Ernährungspläne für Krebspatienten mit Fokus auf Prävention von Mangelernährung. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien und Richtlinien belegen: Gezielte Ernährungsinterventionen verbessern nicht nur den Therapieerfolg, sondern sparen dem Gesundheitssystem Millionen.

Neue Standards für die Ernährungsdiagnostik

Das vietnamesische Gesundheitsministerium veröffentlichte heute neue Richtlinien zur Ernährungsdiagnostik und -therapie bei Krebspatienten. Ziel: Ernährung als anerkannte Behandlungsform etablieren.

Der Hintergrund ist alarmierend. Zwischen 50 und 80 Prozent der Krebspatienten leiden unter erheblichem Gewichtsverlust und Nährstoffdefiziten. Viele schränken ihre Nahrungsaufnahme aus Angst ein, den Tumor durch Nährstoffe zu fördern – eine unbegründete Sorge.

Die neuen Leitlinien fordern ein obligatorisches Screening auf Mangelernährungsrisiken direkt bei der Erstdiagnose. Empfohlen werden 25 bis 30 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht und mindestens 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm täglich. Von extremen Diäten wie ketogener Ernährung oder stark energiereduzierten Programmen raten die Experten ausdrücklich ab.

45 Millionen Euro Einsparung pro Jahr

Die wirtschaftliche Relevanz ist enorm. Eine gestern in Italien veröffentlichte Studie untersuchte das Einsparpotenzial oraler Nahrungsergänzungsmittel bei neu diagnostizierten Krebspatienten mit Mangelernährung.

Das Ergebnis: Eine jährliche Investition von 50 Millionen Euro in solche Maßnahmen senkt die Folgekosten um 95 Millionen Euro. Nettoeinsparung: 45 Millionen Euro pro Jahr. Allerdings kritisieren die Forscher, dass der Zugang zu spezialisierter medizinischer Nahrung noch nicht flächendeckend gewährleistet sei.

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Prävention beginnt auf dem Teller

Bereits vor der Diagnose spielt Ernährung eine Schlüsselrolle. Das Projekt „Science Snack" der TU München klärte gestern über Darmkrebs-Prävention auf. Jährlich erkranken in Deutschland 56.000 Menschen neu – etwa 5 Prozent davon sind jünger als 50 Jahre.

Die Hauptrisikofaktoren sind bekannt: Übergewicht, Bewegungsmangel und ballaststoffarme Ernährung.

Immunsystem-Booster in der Therapie

Aktuelle Forschung zeigt konkrete Ansätze zur Unterstützung des Immunsystems während der Behandlung:

Ballaststoffe senken Progressionsrisiko: Bereits eine Steigerung um 5 Gramm täglich korreliert mit einem 30 Prozent geringeren Risiko für das Fortschreiten der Erkrankung.

HIIT-Training aktiviert Killerzellen: Eine Studie der Universität Duisburg-Essen von heute belegt: Kurzes, intensives Intervalltraining steigert die Anzahl natürlicher Killerzellen bei Krebspatienten vorübergehend um 50 Prozent.

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Ayurvedische Kräuter als Ergänzung: In der ayurvedischen Medizin werden Guduchi oder Amalaki diskutiert. Experten betonen jedoch die Notwendigkeit individueller ärztlicher Begleitung.

Hilfe gegen Fatigue

Gegen die bei Krebs häufig auftretende Erschöpfung liefert eine heute publizierte Metaanalyse neue Hoffnung. Methylphenidat zeigte nach fünfwöchiger Anwendung eine klinisch relevante Verbesserung der Symptomatik. Die Nebenwirkungsrate lag auf Placebo-Niveau.

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