Krebs-Gehirnnebel, Problemen

Krebs-Gehirnnebel: 70% leiden unter kognitiven Problemen – Bewegung hilft

15.06.2026 - 20:16:27 | boerse-global.de

Studie zeigt: Gehen lindert Fatigue und kognitive Defizite bei Krebspatienten. Soziale Angebote und Kunsttherapie ergänzen die Behandlung.

Krebs: Gedächtnistraining und Bewegung gegen Erschöpfung
Krebs-Gehirnnebel - Hände, die bunte Puzzleteile auf einem Holztisch anordnen, symbolisieren Gedächtnistraining und kognitive Unterstützung. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bis zu neun von zehn Betroffenen leiden während der Behandlung unter ausgeprägter Müdigkeit. Rund 70 Prozent kämpfen mit kognitiven Schwierigkeiten – für etwa ein Drittel bleiben diese Einschränkungen über Monate oder Jahre bestehen.

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Gedächtnistraining als Rettungsanker

Strukturierte Angebote wie Gedächtnistraining gewinnen an Bedeutung. Fachorganisationen empfehlen die sogenannte Pacing-Strategie: eine gezielte Dosierung der eigenen Energieressourcen. Die Frauenselbsthilfe Krebs im Saarland bietet seit 2023 regelmäßiges Gedächtnistraining an – für Betroffene und Angehörige.

Auch künstlerische Ansätze zeigen Wirkung. Das UniversitätsKrebszentrum Göttingen startete das Programm „farbRaum“. Unter künstlerischer Leitung können Patienten experimentell gestalten. Das spendenfinanzierte Angebot senkt die psychische Belastung und fördert die kognitive Resilienz.

Bewegung gegen den Gehirnnebel

Moderate Bewegung reduziert kognitive Einschränkungen nachweislich. Eine Studie mit 159 Brustkrebspatientinnen zeigte Mitte Juni: Ein zwölfwöchiges Gehprogramm senkte die allgemeine Müdigkeit signifikant. Weitere Erkenntnisse aus dem Fachjournal „Supportive Care in Cancer“ legen nahe, dass bereits 150 Minuten Gehen pro Woche das Gleichgewicht und die Mobilität verbessern. Die Bewegung hilft effektiv gegen den sogenannten „Gehirnnebel“.

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Vernetzung als Therapiepfeiler

Die soziale Einbindung ist ein zentraler Bestandteil der Rehabilitation. In Mitteldeutschland etablierte sich ein Stammtisch für Hirntumor-Patienten. Seit Mai 2021 verzeichnet die Gruppe regelmäßig 16 bis 17 Teilnehmer. Sie kombiniert monatliche Videokonferenzen mit persönlichen Treffen – betreut durch das Universitätsklinikum Halle (Saale), dessen neuroonkologisches Zentrum im Juni rezertifiziert wurde.

Regionale Aktionstage ergänzen das Beratungsnetzwerk. Beim Informationstag „Aktiv gegen Krebs“ in Potsdam präsentierten sich 23 Aussteller. Ein Verein zur Förderung der ambulanten Krebstherapie feierte dort sein 20-jähriges Bestehen. Beratungsstellen wie im Kreis Mettmann helfen Patienten bei der Orientierung im Gesundheitssystem und in sozialrechtlichen Fragen.

Die Kombination aus kognitivem Training, moderater Bewegung und psychosozialer Unterstützung – das sind die wesentlichen Faktoren für eine langfristig gesicherte Lebensqualität nach einer Krebsdiagnose.

de | wissenschaft | 69546807 |