Krebs-Bluttests, Mayo-Studie

Krebs-Bluttests: Mayo-Studie findet 17 Tumorarten bei 32.007 Teilnehmenden

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Untersuchungen berichten über frühe Tumorerkennung durch Bluttests und eine verzögerte Krankheitsprogression bei Typ-I-Diabetes.

Krebs-Bluttests und Typ-I-Diabetes: Studien zeigen neue Ansätze
Ein steriles Laborglas mit einer Flüssigkeitsprobe auf einer weißen, reflektierenden Oberfläche in einem klinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Studien präsentieren gegenwärtig neue Möglichkeiten in der Krebsfrüherkennung sowie signifikante Fortschritte bei der Behandlung von Typ-I-Diabetes im Vorstadium. Im Fokus stehen dabei insbesondere sogenannte Multi-Cancer Early Detection (MCED)-Tests, die durch einfache Blutproben eine Vielzahl von Tumorarten identifizieren sollen, sowie immuntherapeutische Ansätze zur Verzögerung chronischer Stoffwechselerkrankungen.

Fortschritte in der flächendeckenden Krebsdiagnostik

Im September 2026 veröffentlichte Daten der Mayo Clinic geben Aufschluss über die Leistungsfähigkeit experimenteller MCED-Bluttests. In einer in Nature Medicine publizierten Untersuchung an 32.007 Teilnehmenden wurde zellfreie DNA analysiert, um Signale von 17 verschiedenen Krebsarten zu identifizieren. Dabei lieferte der Test 287 positive Signale, von denen 173 klinisch als Krebserkrankungen bestätigt wurden. Dies entspricht einem positiven Vorhersagewert von 60,3 %. Die Spezifität des Verfahrens wurde mit 99,64 % angegeben.

Ein wesentliches Merkmal dieser diagnostischen Entwicklung ist die Lokalisierung des Tumors. Laut den Studienergebnissen konnte ein Algorithmus in 91,3 % der Fälle einen der zwei wahrscheinlichsten Ursprungsorte des Tumors korrekt vorhersagen.

Besonders relevant für die klinische Praxis ist der Befund, dass 72,8 % der erkannten Fälle Krebsarten betrafen, für die bisher keine etablierten Früherkennungsleitlinien existieren.

Unter den 151 neu diagnostizierten Primärtumoren befanden sich 53 % im Stadium 1–2 und 70,9 % im Stadium 1–3. Trotz dieser Ergebnisse betont die Mayo Clinic, dass weitere Studien erforderlich seien und der Test etablierte Screening-Verfahren derzeit nicht ersetzen könne.

Parallel dazu lieferte die PATHFINDER-2-Studie des Unternehmens GRAIL, die ebenfalls in Nature Medicine veröffentlicht wurde, Erkenntnisse aus der Untersuchung von 35.878 Erwachsenen in den USA und Kanada. Der eingesetzte Galleri-Bluttest ergänzte dabei die Standardvorsorge für Brust-, Darm-, Gebärmutterhals- und Lungenkrebs.

Durch den Einsatz des Tests stieg die Zahl der entdeckten Krebsfälle um das 6,5-Fache. Fast die Hälfte dieser Neuentdeckungen entfiel auf die Stadien 1–2. Der positive Vorhersagewert und die Spezifität decken sich mit den Werten der Mayo-Clinic-Untersuchung. Das Verfahren befindet sich derzeit in der Prüfung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA.

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Ein Bluttest, der Signale von 17 Krebsarten erkennt — in einer Studie mit über 32.000 Teilnehmenden. Klingt nach der Zukunft der Vorsorge, wirft aber die Frage auf: Was davon ist heute schon Realität? Unser kostenloser Leitfaden fasst die Studienlage zusammen und zeigt, welche Fragen Sie Ihrem Arzt stellen sollten. Kostenlosen Leitfaden zur Krebsfrüherkennung anfordern

Spezialisierte Diagnostik bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Neben breit angelegten Tests zeigen spezialisierte Verfahren wie der Bluttest PANXEON Fortschritte bei der Erkennung schwer diagnostizierbarer Karzinome. In einem internationalen Validierungsversuch mit fast 1.800 Teilnehmenden aus den USA, Europa und Asien wurde die Wirksamkeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht. Der Test kombiniert zirkulierende microRNAs, Exosomen-microRNAs und den Marker CA19-9.

Die Sensitivität lag bei Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium 1–2 bei knapp 87 %. Hochgradige Gewebeveränderungen, die als Stadium 0 klassifiziert werden, konnten in mehr als 64 % der Fälle erkannt werden.

Die Falsch-Positiv-Rate variierte jedoch je nach Risikoprofil der Probanden: Während sie in Niedrigrisikogruppen bei etwa 3 % lag, stieg sie in Hochrisikogruppen auf 16 %. Experten weisen darauf hin, dass PANXEON noch kein allgemeiner Screening-Test sei und eine etablierte klinische Anwendung noch nicht belegt ist.

Neue Therapieoptionen bei Typ-I-Diabetes

Im Bereich der Stoffwechselerkrankungen markiert der Wirkstoff Teplizumab eine Veränderung in der Behandlung von Typ-I-Diabetes im Vorstadium. Das Medikament ist seit Anfang des Jahres 2026 unter dem Namen Teizeild in der Europäischen Union erhältlich. Es zielt darauf ab, den Übergang von Stadium 2 zu Stadium 3 der Erkrankung zu verzögern.

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Ergebnisse einer Phase-2-Studie belegen, dass das Risiko einer Verschlechterung des Zustands durch die Therapie um 59 % gesenkt werden konnte. Im Falle einer Progression trat diese durchschnittlich nach vier Jahren ein, während sie in der Vergleichsgruppe bereits nach zwei Jahren beobachtet wurde. Nach einem Zeitraum von fünf Jahren befand sich noch ein Drittel der behandelten Patienten im Stadium 2.

Die Anwendung sieht einen zweiwöchigen Behandlungszyklus vor, bei dem täglich eine mindestens 30-minütige Infusion erfolgt. Der Listenpreis für einen solchen Zyklus liegt bei rund 200.000 US-Dollar. Neben Teplizumab werden derzeit weitere Ansätze wie Baricitinib (Phase 2) und GAD-Alum (Phase 3) untersucht, um die Behandlungsmöglichkeiten in diesem Bereich zu erweitern.

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