Krebs, Erwachsenen

Krebs bei jungen Erwachsenen: Elf Arten steigen trotz weniger Raucher

02.06.2026 - 05:23:12 | boerse-global.de

Krebsraten bei jungen Erwachsenen steigen trotz sinkenden Raucherzahlen. Adipositas, Umweltgifte und Vaping rücken als neue Risikofaktoren in den Fokus.

Krebs bei jungen Erwachsenen: Elf Arten steigen trotz weniger Raucher - Bild: über boerse-global.de
Krebs bei jungen Erwachsenen: Elf Arten steigen trotz weniger Raucher - Bild: über boerse-global.de

Während klassische Gefahren wie Rauchen und Alkohol in Teilen der Bevölkerung zurückgehen, rücken neue Umweltfaktoren und veränderte Konsumgewohnheiten in den Fokus.

Steigende Krebsraten trotz weniger Raucher

Eine Analyse des Institute of Cancer Research London zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: Bei den 20- bis 49-Jährigen ist die Rate für elf verschiedene Krebsarten signifikant gestiegen. Das Fachmagazin BMJ Oncology veröffentlichte die Studie am 1. Juni 2026.

Besonders irritierend: Der Anstiss ist nicht primär auf Rauchen oder Alkohol zurückzuführen. Der Zigarettenkonsum sank in der untersuchten Gruppe seit 1995 um jährlich zwei Prozent. Auch starker Alkoholkonsum bei jungen Männern nahm ab. Dennoch steigen die Krebszahlen.

Die Forscher sehen Adipositas als einen Faktor – die Fettleibigkeit bei jungen Frauen stieg jährlich um 2,6 Prozent. Doch das erklärt die Entwicklung nicht vollständig. Die Wissenschaftler vermuten neue Umwelt- und Lebensstilfaktoren dahinter: hochverarbeitete Lebensmittel, Belastung durch PFAS-Chemikalien und Luftverschmutzung.

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Jugendliche rauchen wieder mehr

Trotz des langfristigen Rückgangs beim klassischen Rauchen zeigt sich bei Jugendlichen eine Trendwende. Die Drogenaffinitätsstudie 2025 des BIÖG belegt: Bei den 12- bis 17-Jährigen stieg die Raucherquote auf 9,6 Prozent. 2021 lag der Wert noch bei 6,1 Prozent.

Parallel dazu gewinnt das Vapen an Bedeutung. 7,8 Prozent der weiblichen und 6,7 Prozent der männlichen Jugendlichen nutzten 2025 E-Zigaretten. 90 Prozent der Liquids enthielten Nikotin.

Die Folgen zeigen sich in der medizinischen Versorgung. Die Krankenkasse KKH meldet: 2024 wurden rund 6,2 Millionen Menschen in Deutschland wegen Tabakabhängigkeit behandelt – ein Anstieg von 43 Prozent gegenüber 2014. Besonders betroffen sind Berlin und Sachsen-Anhalt.

Experten wie Laura Graen vom Deutschen Krebsforschungszentrum verweisen auf gestiegene Werbeausgaben der Tabakindustrie. Diese stiegen von 230 Millionen Euro (2020) auf 258 Millionen Euro (2023).

Wissen schützt nicht vor Sonnenbrand

Ein weiteres Problem zeigt sich beim Hautschutz. Eine Umfrage der Dänischen Krebsgesellschaft vom 1. Juni 2026 offenbart eine gefährliche Diskrepanz: 84 Prozent der 15- bis 20-Jährigen prüfen den UV-Index. Doch mehr als die Hälfte nutzt diese Information gezielt, um bei Höchstwerten Sonnenbäder zu nehmen.

Fast die Hälfte der jungen Frauen gab an, dass ihnen Bräunung wichtiger sei als Hautschutz. Dabei gab es 2023 in Deutschland 27.430 Neuerkrankungen an malignem Melanom.

Die Politik reagiert: In Baden-Württemberg trat am 1. Juni 2026 ein verschärftes Nichtraucherschutzgesetz in Kraft. Es verbietet Rauchen auf Spielplätzen, an Haltestellen und in Freibädern – explizit auch E-Zigaretten und Vapes.

Bewegung: Mehr ist deutlich besser

Die Forschung zur Risikominimierung liefert konkretere Empfehlungen. Eine britische Beobachtungsstudie, veröffentlicht am 1. Juni 2026, legt nahe: Das Pensum für körperliche Aktivität sollte deutlich über den bisherigen Standardempfehlungen liegen.

150 Minuten moderate Bewegung pro Woche senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um etwa 8 bis 9 Prozent. Bei 560 bis 610 Minuten sind es über 30 Prozent.

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Gleichzeitig gibt es Fortschritte in der Krebstherapie. Eine Phase-3-Studie im New England Journal of Medicine belegt für das Medikament Daraxonrasib eine Verdopplung der mittleren Überlebenszeit bei metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs – auf 13,2 Monate im Vergleich zur Chemotherapie.

Solche Erfolge unterstreichen: Die Forschung muss sowohl die Früherkennung als auch die Erklärung neuer Risikofaktoren bei jungen Patienten vorantreiben.

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