Kreatin: UCLA-Studie zeigt Potenzial gegen Tumorwachstum
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 01:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Forscher der University of California, Los Angeles (UCLA) haben entdeckt, dass das Fitness-Supplement Kreatin Immunzellen gegen Tumore stärken könnte.
Die im Juli 2026 in der Fachzeitschrift iScience veröffentlichte Studie zeigt: Kreatin dient als Energielieferant für dendritische Zellen. Diese speziellen Immunzellen erkennen Antigene und aktivieren Killer-T-Zellen, die Krebszellen angreifen.
Wie Kreatin die Immunabwehr boostert
Kreatin versorgt die dendritischen Zellen mit Adenosintriphosphat (ATP) – dem universellen Energieträger des Körpers. Die zusätzliche Energie verbessert ihre Fähigkeit, eine effektive Immunantwort zu starten.
Im Sportbereich nutzt der Körper Kreatin für kurzfristige Energiebereitstellung in den Muskeln. Die Labordaten deuten nun darauf hin, dass das Immunsystem auf den gleichen Mechanismus zugreifen kann – mit dem Ziel, die antitumorale Aktivität zu steigern.
Tierversuche zeigen beeindruckende Ergebnisse
Die Forscher testeten Kreatin an Mäusen mit Melanomen. Tägliche Injektionen verlangsamten das Tumorwachstum signifikant. In Kombination mit bestehenden Immuntherapien verbesserten sich die Ergebnisse weiter.
Parallel dazu untersuchten die Wissenschaftler menschliche dendritische Zellen im Labor. Auch hier zeigte sich: Mit Kreatin versorgte Zellen aktivierten sich deutlich stärker. Der beeindruckende Befund: Der Stoffwechselweg scheint bei Mensch und Maus ähnlich zu funktionieren.
Trotz der vielversprechenden Daten betont das Team: Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.
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Hoffnung für Immuntherapie-Patienten
Immuntherapien sind heute ein wesentlicher Pfeiler der Krebsbehandlung. Doch nur 20 bis 40 Prozent der Patienten sprechen darauf an. Die UCLA-Forscher sehen in Kreatin eine Möglichkeit, diese Quote zu erhöhen.
Das Supplement könnte als ergänzendes Therapeutikum wirken – etwa in Kombination mit Checkpoint-Inhibitoren oder dendritischen Zell-Impfstoffen. Da Kreatin in einer Standarddosierung von drei bis fünf Gramm täglich als sicher gilt, wäre eine Integration in Therapien theoretisch kurzfristig denkbar. Voraussetzung: die klinische Bestätigung.
Warnung vor Selbstversuchen
Fachleute warnen eindringlich vor einer Eigenmedikation. Die Daten stammen aus Tierversuchen und Laborstudien – nicht aus Patienten-Untersuchungen.
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Unklar ist etwa, welche Kreatin-Konzentration im menschlichen Tumorgewebe nötig wäre. Und ob eine orale Einnahme die gleichen Effekte erzielt wie die Injektionen im Experiment.
Klinische Prüfungen müssen nun zeigen, ob die verlangsamte Tumorwachstums-Rate auf den Menschen übertragbar ist. Und welche Dosierungen für Krebspatienten sicher und wirksam sind. Bis dahin bleibt Kreatin in der Krebstherapie ein spannendes Forschungsfeld – aber noch lange keine Behandlungsoption.
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