Kreatin, Krebs

Kreatin gegen Krebs: UCLA-Forscher entdecken neuen Immunmechanismus

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 00:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Forscher der UCLA identifizieren Kreatin als Energielieferant für Immunzellen. Erste Tests zeigen verlangsamtes Tumorwachstum bei Mäusen.

Kreatin gegen Krebs: UCLA entdeckt neuen Immun-Mechanismus
Eine stilisierte Darstellung einer dendritischen Zelle, die Krebszellen bekämpft, mit energetischen Partikeln, die in sie hineinströmen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Forscher der UCLA haben einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt.

Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal „iScience“, zeigt: Kreatin versorgt bestimmte Immunzellen mit Energie. Konkret profitieren dendritische Zellen von dem Stoff. Sie fungieren als Koordinatoren des Immunsystems und aktivieren T-Zellen, die Tumorzellen direkt angreifen.

Energielieferant für die Immunabwehr

Kreatin gelangt über den CrT-Transporter in die Zellen. Dort stabilisiert es den ATP-Spiegel – den zellulären Energiespeicher. Die dendritischen Zellen erhalten so die nötige Energie, um ihre Aufgabe effizienter zu erfüllen.

Die Forscher haben damit einen Mechanismus identifiziert, der die körpereigene Immunantwort gegen Krebs verstärken könnte. Bislang war Kreatin vor allem als Leistungsbooster im Fitnessbereich bekannt.

Vielversprechende Ergebnisse aus dem Labor

Die Wissenschaftler testeten Kreatin in verschiedenen Modellen. Bei Mäusen mit Melanom verlangsamten tägliche Injektionen das Tumorwachstum messbar. Auch im Labor mit menschlichen dendritischen Zellen zeigte sich eine verbesserte Aktivierung.

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Doch Vorsicht: Die Forschung befindet sich noch im präklinischen Stadium. Es liegen keine Daten aus Studien am Menschen vor, die die Wirksamkeit und Sicherheit einer Kreatin-Einnahme während der Krebstherapie belegen.

Chance für Immuntherapien

Derzeit sprechen nur 20 bis 40 Prozent der Patienten auf gängige Immuntherapien an. Kreatin könnte als ergänzende Maßnahme die Erfolgsquoten steigern – etwa bei Krebsimpfstoffen auf Basis dendritischer Zellen.

Experten warnen jedoch vor unkontrollierter Selbstmedikation. Es besteht die theoretische Gefahr, dass auch Tumorzellen den CrT-Transporter nutzen, um Kreatin für ihr eigenes Wachstum zu verwenden. Diese Ambivalenz macht weitere klinische Studien zwingend erforderlich.

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Kommerzielle Perspektiven

Bereits jetzt zeichnet sich ein wachsendes Interesse ab. Berichten zufolge wurde eine Patentanmeldung eingereicht, um die Nutzung von Kreatin in der Onkologie rechtlich abzusichern. Die Entwicklung könnte über den Einsatz als frei verkäufliches Supplement hinausgehen.

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