Kratos-Plattform zerschlagen: BKA stoppt 15.000 Phishing-Kampagnen monatlich
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 00:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bedrohungslage für mobile Endgeräte hat sich drastisch verschärft. Smartphones haben den klassischen Computer als Hauptangriffsziel abgelöst. Hersteller wie Samsung und Xiaomi reagieren im Juli mit Sicherheits-Updates – doch Experten warnen vor immer komplexeren Angriffen, die selbst MFA-Schutz unterwandern.
Warum das Smartphone zum Lieblingsziel der Hacker wurde
58 Prozent der Nutzer weltweit greifen inzwischen primär über ihr Smartphone ins Internet ein. Bei der Gen Z sind es sogar 67 Prozent. Das zeigt eine globale Untersuchung vom März. Die Folge: Eine enorme Konzentration sensibler Daten auf mobilen Geräten.
Fast zwei Drittel der Nutzer speichern Fotos und Videos auf dem Smartphone. 55 Prozent halten ihre Kontaktlisten darauf vor, 46 Prozent Chat-Verläufe. Auch geschäftliche Daten wie E-Mails (39 Prozent) und Firmenzugänge (17 Prozent) landen zunehmend auf privaten Geräten.
Die Angriffszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im ersten Quartal blockierten Sicherheitssysteme bereits 2,67 Millionen mobile Angriffe durch Schadsoftware oder Adware. Parallel dazu identifizierten Forscher über 300.000 bösartige Installationspakete. Die Risiken reichen vom Identitätsdiebstahl bis zum Zugriff auf Finanzdaten – 36 Prozent der Nutzer verwalten ihre Bankgeschäfte mobil.
DarkSword und KI-Phishing: Die neuen Waffen der Angreifer
Ein aktuelles Beispiel für die Professionalisierung: die Exploit-Kette „DarkSword“. Sie nutzt sechs Schwachstellen, um iPhones zu kompromittieren. Ziel der Angreifer ist unter anderem der Diebstahl von Krypto-Wallets. Die Infektion erfolgt über präparierte Websites – schwerpunktmäßig in der Ukraine, der Türkei und im Nahen Osten.
Gleichzeitig setzen Kriminelle verstärkt auf künstliche Intelligenz. KI-Phishing-Kits umgehen den MFA-Schutz durch den Diebstahl von OAuth-Token oder den Missbrauch von Gerätecodes. Seit April registrierten Sicherheitsforscher über eine Million Angriffe mit „Text Salting“. Dabei wird unsichtbarer Fülltext per CSS in E-Mails eingebettet – das täuscht automatisierte Sicherheitsfilter.
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BKA zerschlägt Phishing-Plattform – Hersteller patchen
Den Strafverfolgungsbehörden gelang im Juli ein bedeutender Schlag. Das Bundeskriminalamt zerschlug in Kooperation mit internationalen Partnern die Phishing-Plattform „Kratos“. Die Infrastruktur umfasste 200 Server, über die monatlich rund 15.000 Kampagnen abgewickelt wurden. Der Entwickler wurde in Indonesien festgenommen. „Kratos“ hatte sich darauf spezialisiert, täuschend echte Microsoft-Anmeldeseiten zu erstellen, um Zwei-Faktor-Authentisierungen zu umgehen.
Als Reaktion auf die volatile Sicherheitslage haben führende Hersteller umfangreiche Patch-Wellen gestartet.
Samsung verteilt im Juli Sicherheits-Updates für 21 Modelle – darunter die S26-Serie und aktuelle Falt-Smartphones. Die Patches schließen rund 60 Sicherheitslücken, fünf davon gelten als kritisch. Gleichzeitig beendet Samsung den Support für ältere Modelle aus dem Jahr 2021, wie das Galaxy A52s und das M32 5G.
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Xiaomi hat für 45 Modelle (darunter Geräte der Marken Poco und Redmi) den Juli-Patch veröffentlicht. Auch er adressiert kritische Schwachstellen im Android-System.
Branchenexperten raten angesichts von 33.000 Nutzerkonten, die täglich weltweit zum Ziel von Angriffen werden, zu einer proaktiven Sicherheitsstrategie. Neben der zeitnahen Installation von System-Updates empfehlen sie spezialisierte Sicherheitssoftware und regelmäßige Backups. Nur so lässt sich die digitale Resilienz erhöhen.
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