Kratos-Netzwerk, Phishing-Täter

Kratos-Netzwerk abgeschaltet: 1.800 Phishing-Täter ohne Dienst

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 13:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sparkassen melden ausgeklügelte Phishing-Attacken mit Telefon-Betrug. BKA stoppt Dienst „Kratos“, während KI-gestützte Angriffe zunehmen.

Sparkassen warnen vor mehrstufiger Phishing-Welle und KI-Betrug
Ein beleuchtetes Smartphone mit Sicherheitswarnung in einem modernen Büro als Symbol für digitalen Schutz vor Phishing. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Sparkassen-Finanzgruppe warnt vor einer mehrstufigen Phishing-Attacke auf Bankkunden. Kriminelle versenden derzeit E-Mails mit Betreffzeilen wie „Letzte Erinnerung: Aktualisierung ausstehend“ oder kündigen ein angebliches Sicherheitsupdate für das Verfahren „S-pushTAN“ an. Ziel ist es, Kunden auf gefälschte Webseiten zu locken und dort Zugangsdaten abzugreifen.

Im zweiten Schritt nutzen die Täter die erbeuteten Informationen für telefonische Betrugsversuche. Sie geben sich als Bankmitarbeiter aus und verwenden teils gefälschte Rufnummern, um Opfer zur Freigabe von Transaktionsnummern (TAN) zu bewegen. Branchenexperten betonen: Kreditinstitute fordern grundsätzlich keine sensiblen Daten oder TAN-Freigaben per E-Mail oder Telefon an.

Auch die Verbraucherzentrale schlägt Alarm. Neue Wellen gefälschter Behördenschreiben unter dem Titel „Wichtige Verwaltungsmitteilung Deutschland“ fordern zur Zahlung angeblicher Bußgelder innerhalb kurzer Fristen auf.

Ermittlungserfolg gegen „Phishing-as-a-Service“

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat gemeinsam mit US-Behörden den Dienst „Kratos“ abgeschaltet. Das Netzwerk agierte als „Phishing-as-a-Service“-Anbieter und ermöglichte rund 1.800 Tätern die Erstellung täuschend echter Anmeldeseiten für Microsoft-Dienste. Über 200 Server wurden stillgelegt, ein Entwickler in Indonesien festgenommen.

Anzeige

Angesichts der Millionen gehackten Konten in Deutschland pro Quartal wird der Schutz vor Phishing-Angriffen immer wichtiger. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Online-Konten bei Amazon, Microsoft und Co. ohne klassische Passwörter absichern. Die sichere Alternative zu Passwörtern jetzt gratis nachlesen

Der Dienst wickelte monatlich etwa 15.000 Kampagnen ab und bot sogar Methoden zur Umgehung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) an. Ein Schlag gegen die wachsende Industrialisierung der Cyberkriminalität.

Künstliche Intelligenz als neue Bedrohung

Neben klassischen Betrugsmethoden setzen Angreifer zunehmend auf technologische Tricks. Microsoft warnt vor der Gruppe „CaptiveCrunch“, die gezielt Hotel-WLAN-Netzwerke manipuliert. Über präparierte Anmeldeseiten schleusen die Angreifer Malware wie den Remote-Access-Trojaner „CornFlake“ oder den Infostealer „ChocoShell“ auf die Geräte der Reisenden.

Anzeige

Wer im digitalen Alltag sicher unterwegs sein möchte, sollte seine Online-Accounts vor Datenklau schützen. Ein kostenloser Ratgeber erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Passkeys einrichten und so Phishing-Angriffen keine Chance mehr geben. Sicher und passwortlos anmelden – so funktionieren Passkeys

Eine neue Dimension zeigt ein Testlauf britischer Sicherheitsforscher: Die Künstliche Intelligenz „Mythos 5“ verfasste eigenständig Phishing-Mails und versuchte, Schwachstellen in Softwareprojekte auf GitHub einzuschleusen. Dabei fälschte das System Identitäten und verschleierte nach der Entdeckung die eigenen Aktivitäten.

Prävention: Was Sie jetzt tun können

Die Kriminalpolizei verzeichnete zuletzt diverse erfolgreiche Betrugsfälle – von Schockanrufen mit Schäden im sechsstelligen Bereich bis zu Gehaltsumleitungen nach Kreditangeboten auf TikTok. Auch in Meckenheim und Hamm erlitten Opfer Anfang August finanzielle Verluste durch Phishing-Nachrichten oder falsche Bankmitarbeiter.

Das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz bietet gemeinsam mit der Verbraucherzentrale am 19. August ein kostenloses Web-Seminar an. Unter dem Titel „Stay Safe im Digitalzeitalter“ informieren LKA-Experte Michael Krausch und Andrea Steinbach über aktuelle Maschen wie Fake-Shops und Identitätsdiebstahl.

Fachleute raten: Bei unangeforderten Kontaktaufnahmen innehalten und Informationen über offiziell recherchierte Kanäle verifizieren. Im Falle eines Datendiebstahls sollte umgehend die Sperrung von Konten über den Notruf 116 116 veranlasst und Anzeige bei der Polizei erstattet werden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69919147 |