Krankheitskosten in Deutschland: Destatis meldet Rekord von 528,5 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die direkten Krankheitskosten in Deutschland haben im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in einem Bericht vom 08.10.2026 mitteilte, beliefen sich die Ausgaben auf insgesamt 528,5 Milliarden Euro.
Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 7,6 Prozent beziehungsweise einem Zuwachs von 37,5 Milliarden Euro. Auch umgerechnet auf die Bevölkerung spiegelt sich dieser Trend deutlich wider: Die Pro-Kopf-Krankheitskosten kletterten um 430 Euro auf 6.330 Euro, was einem Zuwachs von 7,3 Prozent entspricht.
Kreislaufsystem und psychische Erkrankungen verursachen die höchsten Kosten
Bei der Betrachtung der einzelnen Krankheitsarten zeigt sich eine deutliche Konzentration der Ausgaben auf wenige Hauptbereiche. An der Spitze lagen im Jahr 2024 die Erkrankungen des Kreislaufsystems, die Destatis zufolge mit 69,4 Milliarden Euro für 13,1 Prozent der gesamten Krankheitskosten verantwortlich waren. Dicht dahinter folgten psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen mit 68,7 Milliarden Euro und einem Anteil von 13,0 Prozent.
Ebenfalls erhebliche Kostenanteile entfielen auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, die 54,3 Milliarden Euro (10,3 Prozent) ausmachten, sowie auf das Verdauungssystem mit 53,7 Milliarden Euro (10,2 Prozent). Für Neubildungen, zu denen unter anderem Krebserkrankungen zählen, wies das Statistische Bundesamt Ausgaben in Höhe von 52,1 Milliarden Euro aus, was einem Anteil von 9,9 Prozent entspricht.
Starke Unterschiede zwischen Altersgruppen und Geschlechtern
Die Erhebung verdeutlicht zudem ein starkes Gefälle in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht. Über die Hälfte der Gesamtkosten konzentriert sich auf ältere Menschen: Die Altersgruppe ab 65 Jahren verursachte 284,3 Milliarden Euro, was einem Anteil von 53,8 Prozent entspricht.
Die direkten Krankheitskosten in Deutschland sind 2024 auf 528,5 Milliarden Euro gestiegen — ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wer als Gesundheitsmanager oder Kassenmitarbeiter weiß, welche Krankheitsarten und Altersgruppen diese Summe treiben, kann Budgets gezielter steuern. Der kostenlose Leitfaden ordnet die Destatis-Zahlen ein und liefert eine Präventions-Checkliste für chronische Erkrankungen. Kostenlosen Leitfaden zur Kostentreiber-Analyse anfordern
In dieser Gruppe lagen die Pro-Kopf-Kosten bei durchschnittlich 15.080 Euro. Besonders ausgeprägt waren die Ausgaben bei den Über-85-Jährigen, für die statistisch 30.150 Euro pro Kopf anfielen. Im Gegensatz dazu lagen die Aufwendungen für die jüngere Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen bei 2.390 Euro pro Kopf.
Auch zwischen den Geschlechtern bestehen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhebliche Differenzen. Bei Frauen beliefen sich die Krankheitskosten auf durchschnittlich 6.960 Euro pro Kopf. Sie lagen damit um 22,5 Prozent höher als bei Männern, deren Pro-Kopf-Kosten bei 5.680 Euro lagen.
Mehr als die Hälfte der Krankheitskosten — 284,3 Milliarden Euro — entfällt auf Menschen ab 65 Jahren, mit durchschnittlich 15.080 Euro pro Kopf. Für Kassen und Versorgungsplaner wird damit die Frage drängend, wie sich altersassoziierte und chronische Erkrankungen früher abfangen lassen. Der kostenlose Leitfaden liefert einen Pro-Kopf-Benchmark nach Altersgruppe und eine Checkliste zur Prävention chronischer Erkrankungen. Benchmark und Präventions-Checkliste sichern
Diese Unterschiede zeigen sich auch in den einzelnen Krankheitsfeldern: Wie Destatis und Berichte vom 08.10.2026 darlegen, verzeichneten Frauen ihre höchsten Pro-Kopf-Kosten mit 990 Euro im Bereich der psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen.
Bei den Männern hingegen schlugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit durchschnittlich 860 Euro pro Kopf am stärksten zu Buche. Die Daten verdeutlichen damit die wachsende finanzielle Dimension der Versorgung chronischer und altersassoziierter Erkrankungen im deutschen Gesundheitssystem.
