Krankenkassenprämien, Schweiz

Krankenkassenprämien 2027: Schweiz erwartet Anstieg von rund 5 Prozent

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 10:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Für die Schweiz wird 2027 ein Prämienplus von 4 bis 5 Prozent erwartet; Liechtensteins Regierung meldete einen Anstieg um 2,3 Prozent.

Schweizer Krankenkassenprämien 2027: Prognose sieht Anstieg um bis zu 5 Prozent
Ein minimalistischer, leerer Flur in einer modernen Schweizer Klinik mit hellem Tageslicht und sauberen, weißen Wänden. Illustration mit AI erstellt.

Aktuellen Medienberichten zufolge steht den Versicherten in der Schweiz für das Jahr 2027 ein weiterer deutlicher Anstieg der Krankenkassenprämien bevor. Schätzungen gehen davon aus, dass die Prämien im Durchschnitt um etwa 5 Prozent steigen könnten. Dies folgt auf eine Erhöhung von 4,4 Prozent in der vorangegangenen Periode.

Während die genauen Zahlen für die einzelnen Kantone und Kassen noch ausstehen, zeichnen sich bereits die wesentlichen Kostentreiber und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen ab.

Prognosen und Kostentreiber in der Schweiz

Unterschiedliche Medienberichte, unter anderem in der „NZZ am Sonntag“ und der „SonntagsZeitung“, beziffern den erwarteten Anstieg für 2027 auf eine Spanne zwischen 4 und 5 Prozent. Die offizielle Bekanntgabe der neuen Prämien durch Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider ist für Dienstag, den 29. September 2026, angekündigt.

Ein wesentlicher Faktor für die steigenden Belastungen sind die Kosten für ambulante Behandlungen. Die Vorgabe der Gesundheitsministerin sieht hier eine Begrenzung des Wachstums auf höchstens 4 Prozent vor. Insidern zufolge besteht jedoch die Möglichkeit, dass diese Grenze überschritten wird.

Als spezifische Kostentreiber werden unter anderem moderne medikamentöse Therapien genannt. So schlägt eine Behandlung mit GLP-1-Präparaten, die bei Adipositas und Typ-2-Diabetes eingesetzt werden, mit rund CHF 2.100 pro Person und Jahr zu Buche. Die Gesamtausgaben für diesen Bereich in der Schweiz belaufen sich auf etwa CHF 160 Mio. pro Jahr.

Zusätzlich belasten die Kosten für die Angehörigenpflege das System. Laut Prioswiss ist für das Jahr 2026 in diesem Bereich mit Ausgaben von mindestens CHF 350 Mio. zu rechnen. Die Krankenkassen vergüten die Angehörigenpflege derzeit mit rund CHF 53 pro Stunde.

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Politische Reformansätze und langfristige Perspektiven

Um das Prämienwachstum künftig zu dämpfen, setzt die Politik auf verschiedene Massnahmen. Eine zentrale Rolle spielt die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (Efas).

Ab 2028 sollen die Kantone ein Viertel der Kosten für beide Leistungsbereiche übernehmen, während die Versicherer drei Viertel tragen. Experten gehen davon aus, dass Efas die Prämien gesamtschweizerisch um rund 2 Prozent entlasten könnte, da die Kantone damit verstärkt in die Finanzierung ambulanter Leistungen eingebunden werden.

Auf der Ebene der Eigenverantwortung wird zudem eine Erhöhung der Mindestfranchise diskutiert. Der Bundesrat plant, diese von CHF 300 auf CHF 400 anzuheben. Dieser Vorschlag stösst jedoch in der Bevölkerung auf Skepsis: Eine Umfrage von Bonus.ch mit 5.500 Teilnehmenden ergab, dass 59 Prozent der Befragten gegen diese Erhöhung sind.

Historische Einordnung der Prämienlast

Trotz der nominal steigenden Prämien zeigt eine Auswertung der NZZ auf Basis von Daten der Versicherung Helsana für den Zeitraum von 2016 bis 2023 eine relative Stabilität der Nettolast.

Für einen durchschnittlichen Schweizer Haushalt lag die Belastung durch die Krankenkassenprämien im Jahr 2023 bei 6,7 Prozent des Bruttoeinkommens. In der Mittelschicht blieb dieser Wert mit 6,4 Prozent im Jahr 2023 im Vergleich zu 6,5 Prozent im Jahr 2016 nahezu unverändert.

Zwar stieg die Standardprämie in diesem Zeitraum um 19 Prozent, die tatsächliche Bruttoprämie des Medianhaushalts erhöhte sich jedoch nur um 11 Prozent bzw. CHF 750 pro Jahr. Parallel dazu stieg das Median-Bruttoeinkommen von CHF 88.875 auf CHF 95.760, während die in Anspruch genommenen Prämienverbilligungen um rund CHF 440 zunahmen.

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Die Situation in Liechtenstein

Im Fürstentum Liechtenstein fällt der Prämienanstieg für 2027 moderater aus. Die Regierung gab bekannt, dass die mittlere Prämie in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) für Erwachsene um 2,3 Prozent steigen wird. Im Vorjahr betrug der Anstieg noch 5,1 Prozent. Die durchschnittliche Monatsprämie inklusive Unfalldeckung wird somit bei CHF 438.45 liegen.

Bei den einzelnen Versicherern zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede: Während die FKB die Prämien je nach Franchise um bis zu CHF 20 pro Monat (5 bis knapp 7 Prozent) erhöht, fällt der Anstieg bei Concordia und SWICA mit 1,6 bis 3,1 Prozent geringer aus.

Der Arbeitgeberbeitrag für Erwachsene steigt 2027 auf CHF 184 pro Monat. Die liechtensteinische Regierung plant, dem Landtag im Dezember 2026 einen Reformbericht zur weiteren Eindämmung der Gesundheitskosten vorzulegen, dessen Massnahmen zum 1. Januar 2028 in Kraft treten könnten.

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