Krankenkassen warnen 1,5 Millionen: Nur 110.000 folgen den Empfehlungen
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 22:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deGesetzliche Krankenkassen haben in den Jahren 2024 und 2025 rund 1,5 Mio. Versicherte gezielt auf individuelle Gesundheitsrisiken hingewiesen. Die Resonanz auf diese Direktansprache fiel bislang jedoch verhalten aus: Lediglich ca. 110.000 Personen folgten bisher einer solchen Empfehlung, was einer Quote von weniger als jedem Zehnten entspricht.
Bei diesem Wert handelt es sich allerdings um eine vorläufige Zwischenbilanz, da Abrechnungsdaten im Gesundheitswesen teils mit zeitlicher Verzögerung erfasst werden. Dies geht aus einem Bericht des GKV-Spitzenverbands hervor, über den die Plattform morgenpost.de am 7. November 2026 berichtete.
Schwerpunkt bei Impfhinweisen
Einen deutlichen Schwerpunkt bildeten Präventionshinweise rund um das Thema Impfen. In diesem Bereich kontaktierten die Krankenkassen rund 1,3 Mio. Versicherte direkt, um bestehende Impflücken zu schließen oder auf empfohlene Auffrischungen aufmerksam zu machen. Nachweislich führten diese Schreiben bei mindestens 8 % der Angeschriebenen dazu, dass sie die empfohlene Impfung tatsächlich in Anspruch nahmen.
Die Praxis, Abrechnungs- und Versichertendaten zur gezielten Identifikation von Gesundheitsrisiken heranzuziehen, wird innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung allerdings noch nicht flächendeckend angewandt.
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Von insgesamt 94 Kassen hatten bis Ende 2025 erst 15 entsprechende Maßnahmen in die Praxis umgesetzt. Da es sich hierbei vor allem um größere Träger handelt, decken diese 15 Kassen dennoch rund 64 % aller gesetzlich Versicherten in Deutschland ab.
Kaum Vorbehalte gegen Datennutzung
Während der tatsächliche Rücklauf bei den Vorsorgehandlungen noch begrenzt ausfällt, stößt das Verfahren auf Seiten des Datenschutzes auf breite Akzeptanz unter den Versicherten. Den vorliegenden Daten zufolge legten rund 17.600 Versicherte Widerspruch gegen die Nutzung ihrer Daten zu Präventionszwecken ein. Bezogen auf den Versichertenbestand der beteiligten Kassen entspricht dies einem Anteil von weniger als 0,4 Promille.
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Die Daten des GKV-Spitzenverbands verdeutlichen damit, dass personalisierte Präventionshinweise auf Basis digitaler Datenanalysen im deutschen Gesundheitssystem zwar technisch anlaufen und auf geringen rechtlichen Widerstand stoßen, die Aktivierung der Versicherten zu konkreten Vorsorgeschritten jedoch weiterhin eine zentrale Herausforderung bleibt.
