Krankenkassen-Reform: Homöopathie fällt ab sofort aus dem Katalog
Veröffentlicht am: 14.07.2026 um 04:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Juli das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verabschiedet. Die Reform bringt massive Einschnitte für Patienten, die alternative Heilmethoden nutzen.
Homöopathie raus, Cannabis nur noch als letzter Ausweg
Homöopathische Behandlungen werden künftig nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der Gesetzgeber strich sie komplett aus dem Leistungskatalog.
Auch Cannabis-Patienten trifft die Reform hart. Blüten und Extrakte werden nur noch erstattet, wenn ein sechsmonatiger Therapieversuch mit zugelassenen Fertigarzneimitteln gescheitert ist. Dazu zählen Sativex, Epidyolex, Canemes sowie das noch in Preisverhandlungen befindliche Exilby. Kritiker befürchten, dass viele Betroffene die Kosten für Blütenanwendungen selbst tragen müssen.
Höhere Zuzahlungen für alle
Die Zuzahlungen für Medikamente steigen um 50 Prozent – auf Beträge zwischen 7,50 und 15 Euro. Das Sparpaket soll 2027 Einsparungen von fast 19 Milliarden Euro bringen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung spricht von einer „belastenden Entwicklung für die Patientenversorgung“.
Lokale Initiativen setzen auf Prävention
Trotz der strengeren Regeln auf Bundesebene entstehen neue Angebote für integrative Medizin. In Ilmenau eröffnete vor wenigen Wochen eine Gesundheitsmanufaktur. Die Heilpraktikerin Susen Panse behandelt dort chronische Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und „Brainfog“ – unter anderem mit hyperbarer Sauerstofftherapie.
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In Butzbach fand am 12. Juli der 4. Kneipp-Tag statt. Fast 100 Teilnehmer erkundeten unter Anleitung von Bürgermeister Michael Merle die Wasser- und Kräuterheilkunde. Bewegung und Stretching standen als präventive Maßnahmen im Fokus.
Forschung entdeckt entzündungshemmenden Austern-Extrakt
Auf der SEB-Konferenz in Florenz präsentierten Forscher der Universität Ferrara vielversprechende Ergebnisse. Ein Extrakt aus getrocknetem Austernfleisch zeigte an menschlichen Darmepithelzellen eine entzündungshemmende Wirkung.
Der Stoff hemmte TNF-?-induzierte Entzündungsprozesse und schützte die Darmbarriere. Besonders interessant: Die Forscher nutzten Abfallmaterialien aus der Aquakultur des Po-Deltas. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.
PFAS-Alternativen für Medikamente vorhanden
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Ein Gutachten der Universität Freiburg im Auftrag des Umweltbundesamtes sorgt für neue Diskussionen. Für 87 Prozent der Humanarzneimittel, die PFAS enthalten, gibt es bereits PFAS-freie Alternativen. Die problematischen Abbauprodukte wie TFA stehen im Fokus der laufenden EU-Regulierung.
Das UBA will die Erkenntnisse in den Arzneimittelindex Umwelt einfließen lassen. Das könnte langfristig die Zusammensetzung und Zulassung von Medikamenten beeinflussen – auch im Bereich der Naturheilkunde.
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