Krankenkassen-Bonus, Kassen

Krankenkassen-Bonus: Mindestens acht Kassen bezuschussen Fitnessmessgeräte

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kassen bezuschussen Fitnessmessgeräte über Bonusmodelle; Taillenmessungen können auf gesundheitliche Risiken durch Bauchfett hinweisen.

Krankenkassen fördern Fitnessgeräte und Vorsorge mit Bonusprogrammen
Ein heller, minimalistischer Fitnessraum mit Holzboden und einer Yogamatte im natürlichen Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Krankenkassen setzen zunehmend auf finanzielle Anreize, um gesundheitsbewusstes Verhalten, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und sportliche Aktivitäten zu fördern. Zeitgleich rücken Gesundheitsexperten einfache Methoden zur Messung und Risikoabschätzung gesundheitsrelevanter Körpermaße in den Mittelpunkt, um das Bewusstsein für die eigene Fitness und Vorsorge zu stärken.

Bonusmodelle und Zuschüsse der gesetzlichen Kassen

Gesetzliche Krankenkassen honorieren das Engagement ihrer Versicherten über unterschiedliche Programme. So offeriert die AOK Sachsen-Anhalt ihren Mitgliedern jährlich eine Wahlmöglichkeit zwischen zwei sich ausschließenden Optionen: Versicherte können sich entweder für das GESUNDESKONTO entscheiden oder den Gesundheitsbonus wählen.

Beim GESUNDESKONTO stehen bis zu 600 Euro je versichertem Familienmitglied für zusätzliche Gesundheitsleistungen bereit. Dazu zählen bis zu 100 Euro im Jahr für das Training in einem geprüften Fitnessstudio, bis zu zweimal 100 Euro für eine Zahnversiegelung bei einer festen Zahnspange sowie bis zu 300 Euro für Reiseimpfungen.

Entscheiden sich Mitglieder stattdessen für den Gesundheitsbonus, sind bis zu 200 Euro pro Jahr bei höchstens 200 Punkten möglich, wobei ein Punkt einem Euro entspricht. Punkte werden dabei unter anderem für Vorsorge, Impfungen, Sport und Spenden vergeben. Diese Entscheidung kann in jedem Kalenderjahr neu getroffen werden.

Auch die Anschaffung von Fitnessmessgeräten wird von zahlreichen Kostenträgern finanziell unterstützt. Zwar übernimmt dem aktuellen Stand nach keine gesetzliche Krankenkasse eine Apple Watch als direkte Kassenleistung, jedoch bezuschussen mindestens acht große Kassen digitale Fitnessmessgeräte über ihre jeweiligen Bonusprogramme:

  • Die hkk gewährt einen einmaligen Zuschuss von bis zu 280 Euro.
  • Die DAK bietet 2 Euro je Punkt und höchstens 500 Euro pro Jahr.
  • Bei der Barmer erhalten Versicherte bis zu 200 Euro bei 1.000 Punkten pro Jahr.
  • Die Techniker Krankenkasse (TK) vergütet 20 Euro je nachgewiesener Aktivität.
  • Die IKK classic stellt einen dreifachen Bonus bereit.
  • Die KKH gewährt einen doppelten Bonus.
  • Die AOK PLUS bezuschusst Geräte mit 2 Euro je 100 Punkte.
  • Die AOK Nordost zahlt 50 Euro jedes zweite Kalenderjahr.

Eine entsprechende Erstattung durch die Kassen setzt stets Nachweise sowie eine gültige Rechnung voraus und bleibt auf die tatsächliche Höhe des Rechnungsbetrags begrenzt.

Risiken durch Bauchfett frühzeitig erkennen

Neben der finanziellen Förderung von Aktivität betonen Fachorganisationen die Bedeutung eigenverantwortlicher Kontrollen. Die Deutsche Herzstiftung weist darauf hin, dass viszerales Bauchfett das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten steigert.

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Ein erhöhtes Risiko kann dabei auch bei einem unauffälligen Body-Mass-Index vorliegen. Zur Messung empfiehlt die Stiftung, den Taillenumfang nach dem Ausatmen mittig zwischen den untersten Rippen und den Hüftknochen zu ermitteln.

Kritische Schwellenwerte liegen bei Frauen ab 88 Zentimetern, während Werte unter 80 Zentimetern als gesund gelten. Bei Männern besteht ab 102 Zentimetern ein stark erhöhtes Erkrankungsrisiko, als Zielwert gelten unter 94 Zentimeter.

Zudem ist ein Verhältnis von Taille zu Körpergröße ab 0,5 als bedenklich einzustufen. Beim Taille-Hüfte-Verhältnis gilt für Frauen ein wert ab 0,85 und für Männer ab 0,9 als bedenklich. Bei Auffälligkeiten sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Körperliche Veränderungen ab dem 50. Lebensjahr

Gesundheitsratgeber heben hervor, dass ab etwa 50 Jahren hormonelle Veränderungen sowie ein natürlicher Muskelabbau zu einer Zunahme des Bauchumfangs beitragen können. Das dort eingelagerte viszerale Fett kann den Stoffwechsel, den Blutdruck und die Herz-Kreislauf-Gesundheit spürbar beeinträchtigen.

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Auch hier gelten Werte über 80 Zentimetern bei Frauen und über 94 Zentimetern bei Männern als risikobehaftet; ab 88 beziehungsweise 102 Zentimetern gilt das Risiko als deutlich erhöht. Im Falle von Überschreitungen wird ein medizinisches Gespräch empfohlen, um gegebenenfalls Blutzucker-, Blutfett- und Leberwerte überprüfen zu lassen.

Als wirksame Gegenmaßnahmen gelten ein moderates Kaloriendefizit, kombiniert mit gezieltem Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche, allgemeine Bewegung, eine ausreichende Eiweißzufuhr sowie der Verzicht auf größere Mengen an Alkohol und zuckerhaltigen Getränken.

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