Krankenhaus-Digitalisierung, BMG

Krankenhaus-Digitalisierung: BMG treibt elektronische Patientenakten voran

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 08:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kliniken verknüpfen Patientenportale, automatisieren Transporte und planen digital integrierte Beatmungsgeräte.
Eine medizinische Fachkraft arbeitet an einem modernen Tablet in einer hellen, professionellen Krankenhausumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Das Bundesgesundheitsministerium forciert die Einführung elektronischer Patientenakten und standardisierter digitaler Systeme in regionalen Krankenhausnetzwerken.

Ziel der Initiative ist es, den Informationsfluss zwischen den einzelnen Versorgungsebenen zu vereinheitlichen und bestehende Schnittstellenprobleme im klinischen Alltag abzubauen. Die Vernetzung soll dafür sorgen, dass relevante Behandlungsdaten künftig schneller und strukturierter zwischen den Einrichtungen ausgetauscht werden können.

Vernetzung bestehender IT-Strukturen und Portale

Ein wesentlicher Baustein der digitalen Transformation liegt in der Einbindung moderner Portallösungen in bestehende Primärsysteme. Die Softwareanbieter CISTEC und the i-engineers treiben diesen Schritt voran, indem sie das Patientenportal der health-engine von the i-engineers in das Klinikinformationssystem KISIM integrieren.

Während KISIM in über 40 Schweizer Spitälern im Einsatz ist, wurden in Deutschland bereits mehr als 140 Kliniken über die Plattform health-engine miteinander verbunden. Solche Schnittstellen sollen Arbeitsabläufe vereinfachen und Doppelerfassungen von Daten an neuralgischen Punkten wie der Entlassung oder der Überleitung in die Rehabilitation verhindern.

Auch auf internationaler Ebene gewinnt die Zusammenführung klinischer Daten an Dynamik. So haben die französischen Gesundheitsbehörden den Rollout eines nationalen digitalen Portals eingeleitet. Dieses System soll Patientenhistorien bündeln, stationäre Aufnahmeprozesse straffen und den standortübergreifenden Datenaustausch zwischen öffentlichen Krankenhäusern sicherstellen.

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Neben Software- und Datenstandards erfordert die fortschreitende Digitalisierung eine Anpassung der internen Infrastruktur. Wie automatisierte Systeme den Krankenhausbetrieb unterstützen, zeigt das Klinikum Bremen-Mitte.

Dort übernehmen 18 fahrerlose Transportfahrzeuge den Transport von Medizinprodukten, Wäsche und Mahlzeiten auf die Stationen. Die Unterfahrtschlepper operieren von einem zentralen Bahnhof im Untergeschoss aus und sind seit der Inbetriebnahme des Klinikums im Jahr 2019 im Dauereinsatz.

Laut Objektleiter Torsten Hentschel verzeichnete das System seither keine Unfälle. Für zeitkritische Transporte wie Blutkonserven und Laborproben nutzt das Haus ergänzend eine Rohrpostanlage, die Geschwindigkeiten von etwa sechs Metern pro Sekunde erreicht.

Gleichzeitig investieren regionale Träger gezielt in neue Medizintechnik mit digitaler Anbindung. Die Hochtaunus Kliniken gGmbH hat die Beschaffung von 17 Intensivbeatmungsgeräten ausgeschrieben, die neben Zubehör und Schulungen auch eine vollständige IT-Integration und Inbetriebnahme umfasst.

Die Planung sieht eine verbindliche Lieferung bis zum 2. März 2027 sowie die formelle Abnahme bis zum 25. März 2027 vor. Der eigentliche operative Start ist für den 9. April 2027 angesetzt.

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Für den Erfolg digitaler Instrumente wie der elektronischen Patientenakte und des E-Rezepts spielt neben der technischen Umsetzung auch die Akzeptanz bei Patientinnen und Patienten eine tragende Rolle. Regionale Initiativen setzen deshalb auf direkte Aufklärung.

So thematisieren Bürger- und Verbandsveranstaltungen, etwa durch lokale Gliederungen des Sozialverbands VdK, praxisnahe Aspekte zu Funktionsweise, technischen Voraussetzungen sowie Datenschutz und Datensicherheit. Die transparente Aufklärung soll Hürden abbauen, während die Klinik ihre Systeme schrittweise an die übergeordneten Netzwerke anbinden.

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