Krankenhaus-Betrug: Gefälschte Apps greifen OTPs und UPI-Konten an
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 02:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer aktuellen Sicherheitswarnung macht die Kerala Police auf eine neue Betrugsmasche aufmerksam, die gezielt Patienten und Hilfesuchende im Gesundheitswesen anspricht. Kriminelle nutzen demnach manipulierte Suchergebnisse bei Google, um Nutzer zur Installation schadhafter Anwendungen zu verleiten und so unbefugten Zugriff auf Finanztransaktionen zu erlangen.
Manipulierte Google-Suchen als Ausgangspunkt
Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden zielen die Betrüger auf Personen ab, die im Internet nach Kontaktinformationen oder Terminen für ambulante Behandlungen – sogenannten O.P.-Terminen – in führenden Kliniken suchen. Dabei werden oft gefälschte Telefonnummern in den Suchergebnissen platziert.
Wenn potenzielle Opfer diese Nummern wählen, geben sich die Anrufer als Personal der jeweiligen Klinik aus. Im weiteren Verlauf des Gesprächs übermitteln die Täter eine Android-Anwendungsdatei (APK) über den Messengerdienst WhatsApp.
Diese Datei trägt laut Polizeiangaben die Bezeichnung „Hospital Appointment Booking“. Den Betroffenen wird suggeriert, dass die Installation der App für die Reservierung eines Behandlungstermins zwingend erforderlich sei.
Technischer Zugriff auf Einmalpasswörter und Zahlungsdienste
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Die Installation dieser manipulierten APK-Datei hat schwerwiegende Folgen für die Sicherheit des Mobiltelefons. Die Kerala Police berichtet, dass die Angreifer durch die Schadsoftware die volle Kontrolle über das Gerät erlangen können. Dies ermöglicht ihnen insbesondere den Zugriff auf Einmalpasswörter (OTP), die für die Verifizierung von Finanztransaktionen entscheidend sind.
Darüber hinaus erlangen die Täter Zugriff auf installierte UPI-Anwendungen (Unified Payments Interface) wie PhonePe oder Google Pay. Sobald das Telefon kompromittiert ist, können die Hintermänner unbefugte Zahlungen auslösen, während die rechtmäßigen Besitzer die Kontrolle über ihre Konten verlieren.
Besondere Risiken bei UPI-Lite-Transaktionen
Ein spezifisches Risiko bestehe laut der Polizei von Thiruvananthapuram für Nutzer des Dienstes UPI Lite. Bei diesem System sind Transaktionen für Kleinbeträge unter 1.000 Rupien ohne die Eingabe eines OTP möglich.
Diese Besonderheit machen sich die Betrüger zunutze, um unbemerkt Abbuchungen vorzunehmen. Die Behörden raten daher dringend dazu, auch kleinere, unerklärliche Transaktionen nicht zu ignorieren und die Kontobewegungen regelmäßig zu prüfen.
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Empfehlungen der Behörden und Meldewege
Die Polizei in Kerala verbreitet diese Warnungen derzeit verstärkt über regionale Medien, um die Bevölkerung für die Gefahren durch gefälschte APK-Anwendungen zu sensibilisieren. Es wird explizit davor gewarnt, Apps aus inoffiziellen Quellen oder über Kurznachrichtendienste wie WhatsApp zu installieren, selbst wenn diese scheinbar von Klinikpersonal stammen.
Opfer von Cyberbetrug oder Personen, die verdächtige Aktivitäten feststellen, werden aufgefordert, diese umgehend zu melden. Hierfür steht die nationale Cybercrime-Helpline unter der Kurzwahl 1930 zur Verfügung.
Zudem können Meldungen über das offizielle Portal cybercrime.gov.in eingereicht werden. Die Beamten betonten, dass eine schnelle Reaktion entscheidend sei, um weitere finanzielle Schäden zu begrenzen und die Ermittlungen gegen die Hintermänner zu unterstützen.
