Kräuterweihe, Traditionelle

Kräuterweihe: Traditionelle Heilpflanzen für Hoffnung und Heilung

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zahlreiche Pfarreien feierten am 15. August die Kräuterweihe. Die Spenden aus dem Verkauf der Buschen fließen in die Renovierung von Kirchen und soziale Projekte.

Kräuterweihe 2026: Hunderte Buschen gesegnet – Erlöse für Kapellen und Orgel
Hände binden einen traditionellen Kräuterbuschen aus verschiedenen Heilpflanzen und Wildblumen auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Fest Mariä Himmelfahrt markiert in vielen Regionen einen Höhepunkt im kirchlichen und kulturellen Kalender, der untrennbar mit der Segnung von Heilkräutern verbunden ist. Diese als Kräuterweihe oder „Maria Wurzweih“ bekannte Tradition verbindet botanisches Wissen mit religiösbäum Brauchtum.

Aktuelle Berichte aus dem August 2026 verdeutlichen die anhaltende Relevanz dieser Praxis, die sowohl der Gemeinschaftsbildung als auch dem Erhalt sakraler Bauten dient.

Regionalität und Kontinuität des Brauchtums

Die Durchführung der Kräutersegnungen zeigt eine starke regionale Verwurzelung. In der Wallfahrtskirche Maria im Buchs wurde am 15. August 2026 eine Eucharistiefeier mit Kräutersegnung begangen.

Ähnliche Veranstaltungen fanden in zahlreichen weiteren Pfarreien statt, wobei die Quantität der gebundenen Kräuterbuschen das hohe ehrenamtliche Engagement widerspiegelt. In der Pfarre Maria Hilf Ebenthal bereiteten Pfarrer Bernd Wegscheider und der Gemeindevorstand Georg Matheuschitz die Segnung von 230 Kräuterbuschen vor.

Besonders deutlich wird die Kontinuität in Garsten, wo am 15. August 2026 die 43. „Maria Wurzweih“ stattfand. Diese Tradition besteht dort seit 1983. Unter der Leitung von Pastoralassistentin Sarah Gansinger wurden über 400 Kräuterbüscherl und Wetterkerzen geweiht.

Auch in Grassau war eine hohe Beteiligung zu verzeichnen; dort band der Frauenverein fast 200 Kräuterbuschen für die Segnung durch Pfarrer Andreas Horn. In Oberspiesheim bereiteten 14 Frauen insgesamt 120 Kräutersträuße vor.

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Botanische Zusammensetzung und symbolische Zahlenlehre

Die Auswahl der Pflanzen für die sogenannten Wurzbüschel folgt oft festen Regeln, die sowohl symbolische als auch praktische Hintergründe haben. Häufig enthalten die Gebinde eine symbolträchtige Anzahl von Kräutern, wie etwa sieben, neun, zwölf oder 24 verschiedene Arten.

In der St.-Ursula-Kapelle in Alsleben wurde unter der Leitung von Pfarrer Jürgen Schwarz darauf geachtet, dass die Königskerze das Zentrum der Büschel bildet, umgeben von weiteren Heilpflanzen.

In Pilsting wurden für die Kräuterbuschen spezifische Arten wie Schafgarbe, Salbei, Kamille und Pfefferminze verwendet. Auch in Leutenbach organisierten der Fränkische-Schweiz-Verein sowie der Obst- und Gartenbauverein das Binden der Büschel, die anschließend durch Pfarrvikar Thomas Muttam in der Pfarrkirche St. Jakobus gesegnet wurden.

Ähnlich verfuhr die Trachtengruppe Seebesgründer, deren Frauen die Büschel banden, die Pfarrer Johannes Saffer in Gottesdiensten in Haundorf, Großenseebach und Höchstadt segnete. In Baar beteiligten sich neben dem Pfarrgemeinderat auch 14 Kinder am Binden von 80 Kräuterbüscheln.

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Gemeinnütziger Aspekt und Erhaltung der Kulturdenkmäler

Die Kräuterweihe erfüllt neben der spirituellen Funktion auch einen wichtigen wirtschaftlichen Zweck für die Gemeinden. Viele Organisationen geben die gesegneten Kräuter gegen Spenden ab, um lokale Projekte oder den Erhalt von Baudenkmälern zu finanzieren. In Alsleben dienen die Erlöse dem Erhalt der St.-Ursula-Kapelle, während in Pilsting das Patrozinium im Rahmen der erfolgreich abgeschlossenen Turmsanierung gefeiert wurde.

Der Kolpingkreis Pfreimd gab an, trotz der vorangegangenen Trockenheit über 100 Kräuterbuschen gebunden zu haben, deren Verkaufserlös für die Sanierung der Orgel bestimmt ist. Auch internationale Hilfsprojekte werden durch diesen Brauch unterstützt: Die Erlöse aus Oberspiesheim kommen Mbinga in Tansania zugute, während ein Teil der Spenden aus Baar über Pfarrer Denis soziale Projekte in Uganda unterstützt.

In Sankt Marien thematische Pfarrer Erwin Schmidt in seiner Predigt die Aspekte von Hoffnung und Heilung, die mit den Kräutern assoziiert werden. Die feierliche Gestaltung wurde dort unter anderem durch die Alphornfreunde unterstützt.

In Steinberg und Förtschendorf leitete Martin Ebert am 16. August 2026 eine Wortgottesfeier an der Mariengrotte, was die Bedeutung von Grotten und Kapellen als Orte der Brauchtumspflege unterstreicht. In Wülfershausen dokumentierten Ruth Koch und Hedwig Streit für den Frauenbund die Fortführung dieser Tradition durch das Binden der Kräuterbüschel Mitte August 2026.

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