Kräutertees, Curcuma

Kräutertees: Curcuma und Pulsatilla zeigen Wirkung gegen Entzündungen

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Untersuchungen beleuchten pflanzliche Rezepturen, traditionelle Heilpflanzen und mögliche Risiken durch konzentrierte Inhaltsstoffe.

Kräutertees und Pflanzenstoffe: Studien zeigen Chancen und Risiken
Trockene Heilkräuter, Jasminblüten und Minzblätter auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der Einsatz funktioneller Kräutertees zur Linderung gesundheitlicher Beschwerden steht zunehmend im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Aktuelle Berichte und klinische Studien befassen sich mit der Validierung traditioneller Heilmittel und der Entwicklung neuer Rezepturen auf pflanzlicher Basis. Dabei zeigt sich ein Trend zur Verbindung von ethnobotanischem Wissen mit modernen pharmakologischen Analysemethoden.

Innovationen bei Kräuterteemischungen und Extrakten

An der Universitas Muhammadiyah Malang (UMM) entwickelten Studierende den sogenannten Zeazen Herbal Tea. Diese Mischung nutzt Maisbart (rambut jagung manis) aus der Region Blitar sowie Minzblätter und Jasminblüten.

Laut einem Bericht vom 19. September 2026 enthalten die verwendeten Komponenten spezifische Wirkstoffe wie die Flavonoide Maysin und Luteolin im Maisbart, welche als Antioxidantien fungieren. Die zugesetzte Minze liefert Rosmarinsäure und Menthol, während die Jasminblüten Linalool beisteuern.

Parallel dazu kommen im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel hochkonzentrierte Matcha-Produkte auf den Markt. Ein aktuelles Beispiel ist das Chi-Oka-Matcha von Unicity, das in Stickpacks zu 7,0 g angeboten wird.

Eine Portion enthält neben 1.500 mg Matcha-Grüntee auch 600 mg L-Carnitin-L-Tartrat, 374 mg Guarana-Extrakt sowie Anteile von Granatapfel- und Traubenkernextrakt. Die Rezeptur wird durch präbiotische Ballaststoffe aus der Maniokwurzel ergänzt und weist bei einem Gehalt von 15 Kalorien keinen Zucker auf.

Pharmakologische Studien zu traditionellen Heilpflanzen

In der Fachzeitschrift In Silico Pharmacology wurde im September 2026 eine Untersuchung veröffentlicht, die den Einsatz von 35 Heilpflanzenarten in der pakistanischen Region Malakand Top dokumentiert. Die Befragung von 377 Informanten ergab, dass diese Pflanzen vorrangig gegen Arthritis und Bauchschmerzen eingesetzt werden.

Besonders Curcuma longa stach mit einem hohen RFC-Wert (Relative Frequency of Citation) von 0,84 hervor. Analysen mittels SwissADME zeigten, dass Wirkstoffe wie Curcumin, Quercetin und Catechin die Lipinski-Regel für die Wirkstoffähnlichkeit erfüllen und eine Bioverfügbarkeit von 0,55 aufweisen.

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Weitere Forschungsergebnisse, die im September 2026 thematisiert wurden, betreffen die Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen. Eine Studie in Frontiers in Pharmacology belegt, dass ein Pulsatilla-Dekokt bei Colitis ulcerosa helfen kann, indem es Signalwege aktiviert, welche die Gallensäure-Homöostase normalisieren.

Zudem deutet eine Untersuchung in Phytotherapy Research vom 10. September 2026 darauf hin, dass Schisandrin C aus dem chinesischen Spaltkörbchen (Schisandra chinensis) in Zellversuchen die Proliferation von Darmkrebszellen hemmen kann.

Neue Einsatzgebiete und Wirkmechanismen

Pflanzliche Wirkstoffe finden auch in der Veterinärmedizin und der Immunologie Beachtung. Forscher der Universität Guelph in Kanada untersuchten die Wirkung von Grüntee-Extrakt auf neugeborene Kälber. Dabei erhielten die Tiere Dosen mit 327,6 mg Koffein.

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Während kein direkter Einfluss auf die allgemeine Gesundheit festgestellt wurde, zeigten die Kälber in den ersten 28 Tagen eine gesteigerte Aktivität und höhere tägliche Gewichtszunahmen von 0,97 kg im Vergleich zu 0,87 kg in der Kontrollgruppe.

In Deutschland gewinnen Forscher am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle Ceramide aus Apfel-Trester, einem Nebenprodukt der Saftherstellung. Diese Stoffe binden Wasser in der Haut und werden für medizinische Hautcremes sowie als Verstärker für Nasenspray-Impfungen gegen Atemwegsviren wie Grippe oder Corona erforscht.

Bewertung von Inhaltsstoffen und Verbraucherschutz

Die Verbraucherzentrale Bayern weist darauf hin, dass zwischen Wild- und Kulturheidelbeeren deutliche Unterschiede bestehen. Wildheidelbeeren enthalten wesentlich mehr Anthocyane, Mangan und Vitamin E als die größeren Kulturvarianten. Dennoch werden beiden Arten positive Eigenschaften zugeschrieben.

Bei funktionellen Inhaltsstoffen wie Ingwer bestätigen Berichte die entzündungshemmende Wirkung durch 6-Gingerol and 6-Shogaol, die Enzyme wie COX-1 und COX-2 hemmen können. Auch Secang-Holz und Zitronengras werden aufgrund ihrer antioxidativen und antimikrobiellen Eigenschaften wissenschaftlich untersucht.

Trotz der potenziellen Vorteile mahnen Fachleute zur Vorsicht bei komplexen Präparaten. Der „Stoffwechsel Komplex“ von Bitterliebe enthält beispielsweise EGCG, bei dem die EFSA ab einer Dosis von 800 mg täglich vor Leberschäden warnt.

Für Produkte wie den Corivitus Glucose Control liegen laut Berichten vom September 2026 zudem keine unabhängigen klinischen Wirksamkeitsnachweise vor. Zudem wird vor Wechselwirkungen gewarnt: So können etwa Bitterorangenschalen die Aufnahme bestimmter Medikamente wie Ciclosporin beeinträchtigen.

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