Kräuterbuschen: Altes Wissen über heimische Heilpflanzen erlebt Revival
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Feiertag Mariä Himmelfahrt am 15. August markiert in vielen Regionen einen bedeutenden Termin im kirchlichen und brauchtümlichen Jahreslauf. Aktuelle Medienberichte verdeutlichen ein wiederauflebendes Interesse an der Tradition des Kräuterbuschen-Bindens. Dabei verbindet sich religiöse Symbolik mit überliefertem Wissen über die heimische Flora und deren Verwendung.
Kräuterkunde und die Tradition des „Würzwisch“
Ein zentrales Element der Feierlichkeiten ist das Zusammenstellen von Kräutern zu Gebinden, die regional oft als „Würzwisch“ bezeichnet werden. Informationen von Antenne Mainz zufolge rückt die Kräuterpädagogin Angelika Hölz dabei die Vielfalt heimischer Pflanzen sowie deren spezifische Wirkungsweisen in den Fokus. Die Tradition sieht vor, dass diese Kräuterbüschel am 15. August gesegnet werden. Das Wissen um die botanischen Details und die volksmedizinischen Hintergründe erfährt durch Fachleute wie Hölz eine verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit.
Kirchliche Festwochen und regionale Feierlichkeiten
In verschiedenen Diözesen und Pfarreien werden die Segnungen in breitere Rahmenprogramme eingebettet. Im Bistum Augsburg ist der Festgottesdienst zur Kräuterweihe mit einem anschließenden Weißwurstfrühstück verknüpft. Umfangreichere Feierlichkeiten finden zudem in Warendorf statt. Dort erstreckt sich eine Festwoche über den 15. und 16. August 2026. Das Programm umfasst Festgottesdienste, eine Illumination sowie eine große Stadtprozession. Die Predigt wird von Prälat Peter Kossen gehalten; musikalisch ist die Aufführung der „Missa Sancti Francisci Assisiensis“ von Damijan Mocnik vorgesehen. Zudem wird am Sonntag ein Taizé-Gebet abgehalten.
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Gemeinschaftliches Binden und Wallfahrten
Das Brauchtum wird häufig durch lokales Engagement und ehrenamtliche Arbeit getragen. In Steinach bindet der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) am 14. August bei der Familie Bernhard Kräuterbüschel. Diese werden am darauffolgenden Tag in Döllnitz und Leuchtenberg gegen eine Spende ausgegeben, wobei der Erlös für den örtlichen Blumenschmuck verwendet wird.
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Parallel dazu prägen Wallfahrten das Bild des Feiertages. Am 15. August 2026 führt eine Pilgerwanderung von Altshausen nach Friedberg über eine Distanz von etwa 16 bis 17 Kilometern. Erwartet werden circa 150 Teilnehmer, die unter dem Motto „Maria, Königin des Friedens“ unterwegs sind. Die von Rita und Egon Oehler organisierte Veranstaltung beinhaltet eine Kräutersegnung in der Wallfahrtskirche sowie eine Festmesse am Abend. Die Teilnahmegebühr beläuft sich auf 30 Euro, wobei die Teilnahme für Kinder kostenlos ist.
Weitere Wallfahrtsaktivitäten zeigen eine ausgeprägte regionale Vielfalt. Im Stift Melk organisieren unter anderem die Wachauer Goldhauben Medelike eine Goldhaubenwallfahrt. In Niederösterreich unternahmen zudem elf Teilnehmer eine Fußwallfahrt der Pfarre Reinsberg zur Wallfahrtskirche Maria Seesal. Die Kolpingfamilie Wiesenfeld verzeichnete etwa 60 Personen bei einer Frühwallfahrt zum Wallfahrtsort Maria Buchen. Das Thema „Unterwegs mit leichtem Gepäck“ wurde dabei in einem Gottesdienst von Pater Andreas Iwanicki thematisiert.
