Konzentration, Smartphone

Konzentration: Smartphone direkt nach dem Aufwachen schadet der Fokussierung

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung zeigt: Erholsamer Schlaf, feste Abläufe und weniger digitale Reize fördern die Aufmerksamkeit, während Stress sie beeinträchtigen kann.

Konzentration stärken: Schlaf, Morgenroutine und Reizkontrolle
Ein minimalistischer Schreibtisch am Morgen mit einem analogen Wecker, einem leeren Notizbuch und einem Glas Wasser. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die menschliche Fähigkeit zur Konzentration und Informationsverarbeitung ist durch biologische und psychologische Faktoren eng begrenzt. Aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung sowie Expertenempfehlungen verdeutlichen, dass die kognitive Leistungsfähigkeit im Alltag maßgeblich von der Schlafqualität, der Morgenroutine und der bewussten Steuerung externer Reize abhängt.

Die kognitive Basis der Aufmerksamkeit

Grundlegende Forschungen, die auf Erkenntnisse von George Miller aus den 1950er Jahren zurückgehen, beziffern die Kapazität des Kurzzeitgedächstächtisses auf etwa 7±2 Informationseinheiten.

Ohne aktive Wiederholung verbleiben Informationen lediglich für eine Dauer von 15 bis 30 Sekunden in diesem Speicher, dessen Hauptsitz im präfrontalen Cortex lokalisiert ist. Als Filter für die Aufnahme in das Bewusstsein dienen dabei Kriterien wie emotionale Relevanz, praktischer Nutzen und der Neuigkeitswert einer Information.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Köln weisen zudem darauf hin, dass die Nutzung des Smartphones unmittelbar nach dem Erwachen die Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflussen kann.

Ergänzend dazu warnen Forscher der Harvard University vor der Nutzung der Schlummerfunktion (Snooze-Button) am Wecker, da dies eine sogenannte „Sleep Inertia“ auslöse – eine anhaltende Schläfrigkeit, welche die kognitive Wachheit beeinträchtigt. Im Gegensatz dazu könne eine strukturierte Morgenroutine die Selbstkontrolle stärken, wie Analysen der Universität Wuppertal nahelegen.

Schlaf als Fundament der geistigen Leistungsfähigkeit

Ein wesentlicher Faktor für eine stabile Aufmerksamkeitsspanne ist die nächtliche Regeneration. Die Deutsche Herzstiftung betont in diesem Zusammenhang, dass Schlafmangel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht.

Empfohlen wird eine durchschnittliche Schlafdauer von 7 Stunden pro Nacht bei regelmäßigen Schlafenszeiten, die eine Variation von maximal 30 Minuten aufweisen sollten. Schwerwiegende Störungen wie Schlafapnoe können demnach das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich steigern.

Für jüngere Bevölkerungsgruppen variiert der Bedarf laut medizinischen Experten des Children's National Hospital:
* Vorschulkinder benötigen bis zu 13 Stunden Schlaf.
* 9- bis 12-Jährige sollten 9 bis 12 Stunden ruhen.
* Teenager benötigen 8 bis 10 Stunden.

Um die Schlafqualität zu sichern, raten Mediziner dazu, die Bildschirmzeit bereits zwei Stunden vor dem Zubettgehen zu reduzieren. Bei der Umstellung von Schlafrhythmen, etwa vor dem Ende von Ferienzeiten, wird eine schrittweise Anpassung der Schlafenszeit um 15 bis 30 Minuten pro Tag empfohlen.

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Einflussfaktoren: Stress, Partnerschaft und Supplementierung

Stress gilt laut Daten französischer Krankenversicherungen in über 50 Prozent der Fälle als Ursache für Schlafstörungen. Experten empfehlen hier Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie (CBT-I) als Erstlinienbehandlung sowie praktische Ansätze wie das Aufschreiben von Sorgen oder die Einhaltung einer Übergangsphase von 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafen.

Auch die Schlafumgebung spielt eine Rolle. Eine Umfrage der AASM zeigt, dass etwa ein Drittel der Erwachsenen in den USA zeitweise getrennt vom Partner schläft, um die Schlafqualität zu verbessern.

In einer brasilianischen Studie gaben über 70 Prozent der Betroffenen an, dass eine solche räumliche Trennung oder Hilfsmittel wie getrennte Matratzen und Ohrenstöpsel einen Gewinn darstellten. Interessanterweise deuten Daten der Universität Wien darauf hin, dass Männer tendenziell besser in Anwesenheit einer Partnerin schlafen, während dies bei Frauen umgekehrt beobachtet wurde.

Hinsichtlich einer medikamentösen Unterstützung durch Magnesium liefern Studien ein gemischtes Bild. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2021 zeigte zwar eine Reduktion der Einschlaflatenz um 17,36 Minuten und eine Erhöhung der Gesamtschlafzeit um 16,06 Minuten, stufte die Evidenz jedoch als niedrig ein.

Eine weitere Studie aus Hannover aus dem Jahr 2025 beobachtete bei der Gabe von 250 mg Magnesium-Bisglycinat lediglich einen kleinen Effekt auf den Insomnia Severity Index.

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Mentale Techniken und Ausblick

Zur langfristigen Steigerung der Konzentration und zum Stressabbau werden zudem meditative Praktiken wie die Zen-Meditation (Zazen) angeführt. Diese Methode, die verschiedene Sitzpositionen und Atemübungen umfasst, soll neben der Senkung des Blutdrucks auch bei Schlafstörungen und Kopfschmerzen unterstützend wirken.

Mit Blick auf den Bildungssektor weisen Experten darauf hin, dass besonders zum Ende von Ferienzeiten ein sanfter Wiedereinstieg in den Schulalltag und die Ernstnahme von Sorgen der Kinder essenziell sind. In diesem Kontext ist für Ende September eine Informationsveranstaltung zum Thema Schulabsentismus an der LWL-Klinik Dortmund geplant, um vertiefende Einblicke in die Problematik fehlender Konzentration und Schulvermeidung zu geben.

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