Kontendiebstahl, Millionen

Kontendiebstahl weltweit: 121,8 Millionen Konten im dritten Quartal kompromittiert

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 23:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Surfshark zählt 13,2 Prozent mehr kompromittierte Konten als im Vorquartal; die USA führen den Ländervergleich an.
Ein dunkler, leerer Serverraum-Korridor mit kühler blauer Beleuchtung und Schattenmustern auf dem Boden. Illustration mit AI erstellt.

Die Zahl der weltweit kompromittierten Benutzerkonten ist im dritten Quartal 2026 deutlich angestiegen. Laut einer Analyse des Cybersicherheitsunternehmens Surfshark wurden im Zeitraum von Juli bis September weltweit 121,8 Millionen kompromittierte Konten registriert. Dies entspricht einem Zuwachs von 13,2 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal.

Rechnerisch wurden damit im dritten Quartal durchschnittlich 940 Konten pro Minute kompromittiert, verglichen mit 830 Konten im Vorquartal. Für die Untersuchung wertete das Unternehmen rund 29.000 öffentlich zugängliche Datenbanken aus.

USA und Großbritannien besonders stark betroffen

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede in der Betroffenheit. An der Spitze der weltweiten Vorfälle stehen weiterhin die USA mit 38.073.982 kompromittierten Konten, was rund einem Drittel beziehungsweise 31 Prozent des globalen Volumens entspricht. Dahinter folgen Brasilien mit 7 Millionen, Indien mit 5.510.794 und Australien mit 3.149.064 kompromittierten Konten.

In Europa verzeichnete das Vereinigte Königreich die höchsten Zahlen und wurde mit 5.770.792 bis 5,8 Millionen kompromittierten Konten das am stärksten betroffene Land der Region vor Frankreich.

Gegenüber dem zweiten Quartal bedeutet dies für das Vereinigte Königreich einen Anstieg um 121,6 Prozent. Frankreich hingegen verzeichnete 2.375.708 kompromittierte Konten, nachdem im zweiten Quartal noch 19,7 Millionen gemeldet worden waren, und fiel damit erstmals aus den weltweiten Top 3 heraus.

Die Ukraine rückte unterdessen mit 2.612.839 kompromittierten Konten vom 47. auf den 6. Platz im weltweiten Vergleich vor. Die höchste Dichte an Vorfällen wies Estland auf, wo auf 1.000 Einwohner 118 kompromittierte Konten entfielen. Nigeria belegte Rang 56 mit einem Anstieg von 6 Prozent im dritten Quartal.

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Parallele Vorfälle in Asien durch SaaS-Dienstleister

Auch behördliche Stellen in anderen Teilen der Welt registrieren eine Zunahme von Sicherheitsvorfällen. Die japanische Personal Information Protection Commission meldete, dass die registrierten Datenschutzverletzungen durch unbefugten Zugriff von 303 Fällen im September auf 830 Fälle allein im Zeitraum vom 1. bis zum 16. Oktober 2026 gestiegen seien.

Für den gesamten Monat Oktober bestätigte die Kommission schließlich 1.543 inländische Fälle von Datenschutzverletzungen und unbefugtem Zugriff, was einem Tagesdurchschnitt von 49,8 Fällen entspricht und rund das 8,8-fache der 176 Fälle aus dem September darstellt.

Kumuliert von Januar bis Ende Oktober belief sich die Gesamtzahl in Japan auf 2.343 Fälle, darunter 1.439 bei privaten Unternehmen, 747 bei öffentlichen Stellen, 90 im Bildungsbereich sowie 67 im Gesundheitssektor. Die Zahl der betroffenen Personen-Datensätze erreichte von April bis zum 16. Oktober beziehungsweise kumuliert bis Ende Oktober rund 260 Millionen.

Betroffen sind Angaben wie Namen, Telefonnummern und Adressen sowie möglicherweise auch Kreditkartennummern und Führerscheinbilder. Als maßgeblicher Treiber dieser Zahlen gelten Kettenmeldungen infolge der Kompromittierung gemeinsamer SaaS-Anbieter wie Arara mit rund 77 Millionen sowie Cuenote FC mit kumuliert 51,62 Millionen Datensätzen.

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Als Hintergrund für die allgemeine Zunahme gilt unter anderem die durch den Missbrauch von künstlicher Intelligenz beschleunigte Entdeckung von Systemschwachstellen. Sicherheitsexperten verweisen daher auf grundlegende Schutzmaßnahmen wie regelmäßige Updates von Sicherheitssoftware, eine konsequente Verwaltung von Benutzerkennungen und Passwörtern sowie den flächendeckenden Einsatz von Zwei-Faktor-Authentifizierung.

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