Konservierungsstoffe: Acht Zusätze erhöhen Bluthochdruck-Risiko um 29%
19.06.2026 - 18:34:01 | boerse-global.de
Das belegen mehrere aktuelle Studien aus dem ersten Halbjahr 2026.
Die Forschung liefert neue Erkenntnisse zu Risiken von Konservierungsstoffen, dem Zusammenhang zwischen Prädiabetes und Krebs sowie den Effekten bestimmter Medikamente.
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Acht Zusatzstoffe unter Verdacht
Eine französische Studie mit 112.395 Erwachsenen zeigt: Bestimmte Konservierungsstoffe erhöhen das Krankheitsrisiko deutlich. Teilnehmer mit dem höchsten Konsum von acht spezifischen Zusätzen (E202, E224, E250, E300, E301, E316, E330 und E392) hatten ein 29 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck.
Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stieg um 16 Prozent. Da 99,5 Prozent der Probanden mindestens einen dieser Stoffe konsumierten, forderte Studienleiterin Dr. Mathilde Touvier eine behördliche Neubewertung der Zusätze.
Prädiabetes als Krebsrisiko
Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) sehen in der Prädiabetes-Remission ein Potenzial für die Krebsprävention. Daten einer südkoreanischen Kohorte mit über sechs Millionen Menschen belegen: Dauerhafter Prädiabetes erhöht das Risiko für Bauchspeicheldrüsen- und Gallenblasenkrebs.
Die Professoren Birkenfeld und Heikenwälder betonen, dass eine Normalisierung der Blutzuckerwerte dieses Risiko wieder senken könnte. Zwar fehle ein kausaler Beweis, doch die Behandlung des Prädiabetes sollte ein eigenständiges Ziel der Krebsprävention werden.
Neue Therapie gegen Gefäßschäden
Forscher der Universität Zürich und der Universität Pisa stellten Anfang Juni einen neuen Ansatz vor: BET-Protein-Inhibitoren können Fettgewebe um Blutgefäße epigenetisch umprogrammieren. In Tests mit Mäusen und menschlichem Gewebe reduzierten die Wirkstoffe Entzündungen und verbesserten die Gefäßfunktion.
Das Enzym Hexokinase 2 wurde als zentraler Vermittler identifiziert. Ziel ist es, die Ursachen der Gewebeschädigung direkt zu adressieren.
Mahlzeiten-Rhythmus und Psyche
Eine Studie des Seoul St. Mary’s Hospital mit rund 22.000 Teilnehmern zeigt: Unregelmäßige Mahlzeiten (seltener als fünfmal pro Woche) erhöhen das Risiko für depressive Symptome um das 1,55-Fache. Die mediterrane Ernährung dagegen senkt die Häufigkeit depressiver Symptome.
Auch bei Demenz spielt die Ernährung eine Rolle. Analysen mit über 800.000 Menschen deuten darauf hin, dass hochverarbeitete Produkte das Demenzrisiko erhöhen. Experten empfehlen zur Alzheimer-Prävention die MIND-Diät mit Vollkorn, Nüssen, Beeren, grünem Blattgemüse und Olivenöl.
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Medikamente und Regulierung
Neue Erkenntnisse zu GLP-1-Rezeptoragonisten: Eine Studie der University of Pennsylvania mit über 111.000 Frauen zeigt, dass diese Medikamente das Risiko für bestimmte Brustkrebsformen um 30 Prozent senken können. Der Effekt scheint teilweise unabhängig vom Gewichtsverlust zu bestehen.
Die Leitlinien für Kinder und Jugendliche mit starkem Übergewicht wurden im Juni aktualisiert. Fachgesellschaften wie die DGKJ empfehlen nun medikamentöse Unterstützung als Ergänzung zu Lebensstilinterventionen.
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie fordert auf ihrer Jahrespressekonferenz verstärkte Präventionsforschung und eine Herstellerabgabe auf Süßgetränke. Das EU-Parlament beschloss am 17. Juni eine Lockerung der Regeln für gentechnisch veränderte Pflanzen (NGT1), die ab 2028 ohne spezielle Kennzeichnungspflicht in den Handel kommen könnten.
