Konservierungsstoffe, E-Nummern

Konservierungsstoffe: Acht E-Nummern erhöhen Bluthochdruck-Risiko um 29%

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine französische Langzeitstudie bringt acht Zusatzstoffe mit höherem Bluthochdruckrisiko in Verbindung, belegt jedoch keine direkte Ursache.

Studie verknüpft acht Konservierungsstoffe mit Bluthochdruck
Nahaufnahme von frischem, unverarbeitetem Bio-Gemüse und Getreide auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Eine Studie im European Heart Journal bringt acht gebräuchliche Konservierungsstoffe mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck in Verbindung. Grundlage der Auswertung ist die französische Kohorte NutriNet-Santé mit 112.395 Teilnehmenden, die über einen Zeitraum von sieben bis acht Jahren beobachtet wurden.

Die Ergebnisse werfen ein neues Licht auf einen Bereich der Ernährung, der im Alltag kaum hinterfragt wird: Zusatzstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln.

Acht Stoffe im Fokus

Die Auswertung identifiziert acht konkrete Konservierungsstoffe mit erhöhtem Hypertonie-Risiko: E202, E224, E250, E300, E301, E316, E330 und E392. Für E300 zeigte sich darüber hinaus ein Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Angina pectoris. Diese Verbindung stützt sich allein auf E300 – für die übrigen sieben Stoffe berichtet die Studie ausschließlich das erhöhte Hypertonie-Risiko.

Deutliche Risikounterschiede je nach Stoffgruppe

Die Forscher unterscheiden zwischen antioxidativen und nicht-antioxidativen Konservierungsstoffen. Bei Teilnehmenden mit der höchsten Aufnahme nicht-antioxidativer Konservierungsstoffe fanden sich ein um 29 Prozent erhöhtes Hypertonie-Risiko und ein um 16 Prozent erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko.

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Bei antioxidativen Konservierungsstoffen zeigte sich in der Gruppe mit der höchsten Aufnahme ein um 22 Prozent erhöhtes Hypertonie-Risiko. Die unterschiedlichen Effektgrößen deuten darauf hin, dass nicht alle Konservierungsstoffe gleich zu bewerten sind – die chemische Funktion des jeweiligen Stoffs scheint eine Rolle zu spielen.

Nahezu flächendeckende Aufnahme in der Bevölkerung

Ein zentraler Befund der Studie betrifft das Ausmaß der Exposition: 99,5 Prozent der Studienteilnehmer nahmen mindestens einen der untersuchten Konservierungsstoffe über die Ernährung auf. Diese fast vollständige Durchdringung der Kohorte unterstreicht, wie verbreitet die betreffenden Zusatzstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln sind – von Fertiggerichten über Wurstwaren bis zu Backwaren und Softdrinks, in denen solche E-Nummern typischerweise zum Einsatz kommen.

Beobachtungsstudie ohne Kausalitätsnachweis

Wichtig für die Einordnung der Ergebnisse ist der Studientyp: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die statistische Zusammenhänge zwischen der Aufnahme bestimmter Konservierungsstoffe und dem Auftreten von Bluthochdruck beziehungsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufzeigt, jedoch keine Kausalität belegt. Das bedeutet, dass die Daten keinen direkten Beweis dafür liefern, dass die Konservierungsstoffe die beobachteten Erkrankungen tatsächlich verursachen.

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Andere Faktoren – etwa allgemeine Ernährungsmuster, Lebensstil oder der hohe Verarbeitungsgrad der Lebensmittel, in denen diese Zusatzstoffe vorkommen – könnten die Ergebnisse mitbeeinflussen.

Einordnung für Verbraucher

Für Verbraucher liefert die Studie dennoch einen Anhaltspunkt, auf welche E-Nummern bei der Lektüre von Zutatenlisten geachtet werden könnte. Angesichts der nahezu universellen Exposition in der untersuchten Bevölkerung – belegt durch den Anteil von 99,5 Prozent – betrifft die Fragestellung praktisch die gesamte Ernährungsrealität moderner Industriegesellschaften.

Ob und in welchem Umfang sich aus den beobachteten statistischen Zusammenhängen langfristig auch regulatorische Konsequenzen für die Verwendung einzelner Konservierungsstoffe ergeben, bleibt nach dem aktuellen Stand der Forschung offen.

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