Konservierungsstoffe: Acht E-Nummern erhöhen Bluthochdruck-Risiko um 29%
20.06.2026 - 00:35:43 | boerse-global.de
Eine französische Langzeitstudie zeigt: Bestimmte Konservierungsstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln könnten gefährliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben. Die Forscher fordern eine Neubewertung durch die Behörden.
Die NutriNet-Santé-Studie im Fokus
Über acht Jahre dokumentierten Wissenschaftler des INSERM, der Sorbonne Paris Nord und der Université Paris Cité die Ernährungsgewohnheiten von 112.395 Erwachsenen in Frankreich. Das Ergebnis: Knapp 99,5 Prozent der Teilnehmer konsumierten innerhalb von zwei Jahren mindestens einen der kritischen Zusatzstoffe.
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Die Daten stammen aus der NutriNet-Santé-Kohorte, einer der größten Ernährungsstudien Europas. Veröffentlicht wurden sie im Juni 2026 im European Heart Journal.
Diese acht E-Nummern stehen unter Verdacht
Die Forscher identifizierten acht Konservierungsstoffe mit statistisch signifikantem Zusammenhang zu erhöhtem Blutdruck:
- Kaliumsorbat (E202)
- Kaliummetabisulfit (E224)
- Natriumnitrit (E250)
- Ascorbinsäure (E300)
- Natriumascorbat (E301)
- Natrium-Isoascorbat (E316)
- Zitronensäure (E330)
- Rosmarinextrakte (E392)
Besonders überraschend: Ascorbinsäure (E300) – eigentlich als Antioxidans geschätzt – zeigte in dieser Untersuchung nicht nur einen Zusammenhang mit Bluthochdruck, sondern auch mit Herzinfarkten, Schlaganfällen und Angina Pectoris.
Unterschiedliche Risikoprofile
Die statistische Auswertung förderte klare Unterschiede zutage. Bei Teilnehmern mit der höchsten Aufnahme nicht-antioxidativer Konservierungsstoffe lag das Risiko für Bluthochdruck um 29 Prozent höher als bei geringem Konsum. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stieg um 16 Prozent.
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Bei antioxidativen Konservierungsmitteln fiel der Effekt etwas geringer aus: Hier lag das Hypertonie-Risiko immerhin noch 22 Prozent höher.
Die Studienautoren um Dr. Mathilde Touvier und Anaïs Hasenböhler betonen: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die starke Korrelationen zeigt, aber keinen endgültigen kausalen Beweis liefert. Die Ergebnisse seien jedoch konsistent genug, um weitere Studien und eine Überprüfung der Risikobewertungen zu rechtfertigen.
Forderung an die Behörden
Die Wissenschaftler drängen auf eine zeitnahe Reaktion der Aufsichtsbehörden. Dr. Touvier fordert die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die US-amerikanische FDA auf, die Zulassungen und Grenzwerte dieser acht Zusatzstoffe erneut zu prüfen.
Die Studie unterstreicht einen trend in der Ernährungswissenschaft: Statt nur einzelne Nährstoffe wie Zucker oder Salz zu betrachten, rücken zunehmend die komplexen Auswirkungen chemischer Zusätze in hochverarbeiteten Lebensmitteln in den Fokus.
Experten raten Verbrauchern bereits jetzt, den Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel zu reduzieren und frische Produkte zu bevorzugen. So lässt sich die täliche Belastung durch diese E-Nummern zumindest verringern – bis die Behörden möglicherweise neue Grenzwerte festlegen.
