Konservierungsstoffe, E-Nummern

Konservierungsstoffe: Acht E-Nummern erhöhen Bluthochdruck-Risiko um 29%

19.06.2026 - 21:35:37 | boerse-global.de

Langzeitstudie mit 112.000 Teilnehmern belegt Zusammenhang zwischen verbreiteten E-Nummern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Französische Studie: 8 Konservierungsstoffe erhöhen Bluthochdruck-Risiko
Konservierungsstoffe - Eine Nahaufnahme einer Hand, die ein verarbeitetes Lebensmittel mit sichtbarem Zutatenetikett vor dem unscharfen Hintergrund eines Supermarktgangs hält. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Betroffen sind vor allem Fleisch, Milchprodukte und Getränke.

Eine französische Langzeitstudie liefert alarmierende Zahlen: Bestimmte E-Nummern in verarbeiteten Lebensmitteln könnten Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Die Untersuchung im renommierten European Heart Journal wertete die Daten von über 112.000 Erwachsenen aus.

Fast jeder ist betroffen

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Die Teilnehmer wurden im Schnitt acht Jahre beobachtet. Das erschreckende Ergebnis: 99,5 Prozent der Probanden hatten innerhalb von zwei Jahren mindestens einen der kritischen Konservierungsstoffe zu sich genommen. Eine nahezu flächendeckende Exposition.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Wer besonders viele Nicht-Antioxidantien-Konservierungsstoffe zu sich nahm, hatte ein um 29 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stieg um 16 Prozent. Bei antioxidativen Konservierungsstoffen lag das Bluthochdruck-Risiko immerhin noch 22 Prozent über dem Durchschnitt.

Diese acht Stoffe stehen unter Verdacht

Die Forscher identifizierten konkrete Übeltäter. Sie werden täglich in unzähligen Produkten eingesetzt:

  • Kaliumsorbat (E202)
  • Kaliummetabisulfit (E224)
  • Natriumnitrit (E250)
  • Ascorbinsäure (E300)
  • Natriumascorbat (E301)
  • Natriumerythorbat (E316)
  • Zitronensäure (E330)
  • Rosmarinextrakte (E392)

Besonders brisant: Ascorbinsäure (E300). Obwohl sie als synthetisches Vitamin C gilt, wurde eine hohe Zufuhr nicht nur mit Bluthochdruck, sondern auch mit einem höheren Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle in Verbindung gebracht.

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Wissenschaftler fordern Neubewertung

Die Studienleiterin Dr. Mathilde Touvier vom französischen Gesundheitsforschungsinstitut INSERM und Doktorandin Anaïs Hasenböhler sehen dringenden Handlungsbedarf. Sie plädieren für eine kritische Überprüfung der aktuellen Zulassungsrichtlinien durch die EFSA und die FDA.

Die Einschränkung: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Sie liefert statistische Belege, aber keinen direkten kausalen Nachweis. Die genauen Mechanismen müssen noch erforscht werden. Dennoch unterstreichen die Daten die Notwendigkeit einer transparenteren Kennzeichnung und einer möglichen Reduktion von Zusatzstoffen in industriell verarbeiteten Lebensmitteln.

de | wissenschaft | 69585431 |