Kollagen-Supplemente: Ausreichend Eiweiß kann Präparate überflüssig machen
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deMarta González-Freire vom spanischen Institut de Recerca Sanitària Illes Balears betont, dass herkömmliche Proteinquellen oder reguläre Proteinsupplemente die körpereigene Kollagenaufnahme effektiver unterstützen als isolierte Kollagenpräparate.
Laut einem Medienbericht von Ende Oktober 2026 stimme die wissenschaftliche Evidenz dieser Einschätzung vollkommen zu: Bei einer bedarfsdeckenden Proteinzufuhr über die tägliche Ernährung seien spezifische Kollagen-Supplemente schlicht nicht notwendig.
Proteinzufuhr steuert körpereigene Synthese
González-Freire verwies auf Untersuchungen, in denen die Kollagenspiegel bei Gruppen mit regulären Proteinshakes stärker anstiegen als bei Personen, die reine Kollagenpräparate einnahmen.
Eiweiß aus der Nahrung versorgt den Organismus mit den nötigen Aminosäuren, aus denen er anschließend körpereigene Strukturen wie Bindegewebe, Knorpel und Haut aufbaut. Wenn dem Körper ausreichend Gesamteiweiß zur Verfügung steht, bildet er das benötigte Kollagen selbstständig.
Wer seine Gesundheit gezielt unterstützen möchte, sollte neben der Eiweißzufuhr auch seine Blutwerte im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber erklärt, wie Sie Ihre Laborwerte richtig deuten und Vitalstoffmängel frühzeitig erkennen. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt anfordern
Gleichzeitig liefern biochemische Untersuchungen Einblicke in die Resorption von Kollagenpräparaten. Eine im Fachjournal Frontiers in Nutrition publizierte randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie zeigte, dass nach der Aufnahme von Kollagenhydrolysaten – darunter auch marinem Kollagen – freies Hydroxyprolin sowie kleine Kollagenpeptide im Blut nachweisbar sind.
Forscher heben hervor, dass Kollagen wie jedes andere Nahrungseiweiß im Magen-Darm-Trakt verdaut und in Aminosäuren zerlegt wird. Der biochemische Abbauprozess während der Verdauung widerlege somit nicht die generelle Aufnahme der Spaltprodukte in die Blutbahn.
Ergänzend ordnet die Nutritionsexpertin Mariela Martínez die Rolle des Strukturproteins ein: Mit einem Anteil von 25 bis 30 Prozent am gesamten Körperprotein stellt Kollagen das häufigste Eiweiß im menschlichen Körper dar, wobei die körpereigene Produktion ab einem Alter von 20 Jahren kontinuierlich sinkt.
Ab einem Alter von 50 Jahren verliert der Körper kontinuierlich an Substanz, was die Bedeutung von gezielter Bewegung und Nährstoffversorgung unterstreicht. Erfahren Sie in diesem Gratis-PDF, wie Sie mit nur sechs einfachen Übungen von zuhause aus Ihre Kraft erhalten und Gelenkbeschwerden vorbeugen. Kostenlosen Krafttrainings-Ratgeber herunterladen
Martínez hält Kollagenpräparate als gezielte Ergänzung für möglich und nennt eine Tagesdosis von 5 bis 10 Gramm hydrolysiertem Kollagen. Dieses sei zudem hitzebeständig bis zu 300 Grad Celsius.
Grenzen von Nahrungsergänzungsmitteln in der Altersmedizin
Medizinische Fachgesellschaften warnen vor überzogenen Heilsversprechen rund um Nahrungsergänzungsmittel und angebliche Verjüngungseffekte. Michael Denkinger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, stellt klar, dass es für Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine oder experimentelle Peptide, die als Verjüngungsmittel vermarktet werden, keinen belastbaren Nachweis für eine lebensverlängernde Wirkung beim Menschen gebe.
Ergebnisse aus Tierversuchen oder rechnerisch ermittelte Verringerungen des biologischen Alters seien kein wissenschaftlicher Beleg für einen tatsächlichen Nutzen, bergen aber das Risiko von Neben- und Wechselwirkungen. Gesichert wirksam für den Erhalt der Gesundheit seien hingegen eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf das Rauchen, ein sehr mäßiger Alkoholkonsum sowie regelmäßige Bewegung.
Denkinger verwies auf die LIFE-Studie mit über 1.600 körperlich eingeschränkten Teilnehmern im Alter von 70 bis 89 Jahren: Strukturierte Bewegungsprogramme erhielten nachweislich die Selbstständigkeit im Alter und verhinderten bei etwa jedem 19. Teilnehmenden den Verlust der Gehfähigkeit. Ein gesunder Lebensstil bleibe damit die entscheidende Grundlage für Mobilität und Gewebegesundheit.
