Kollagen-Boom: Glow25 steigert Umsatz auf 130 Millionen
26.06.2026 - 17:04:26 | boerse-global.de
2025 erreichte das Volumen 4,3 Milliarden Euro. Zwei Drittel der Bundesbürger greifen regelmäßig zu Pillen und Pulvern.
Vitamine dominieren – aber Spezialanbieter drängen nach
Vitamine und Mineralstoffe machen 48 Prozent des Umsatzes aus. Ihr Anteil am Absatz liegt sogar bei 63 Prozent. Doch das Geschäft verändert sich: Spezialisierte Anbieter und digitale Plattformen legen zweistellig zu.
Der Absatz stieg rasant: Waren es 2022 noch 241 Millionen Packungen, kletterte die Zahl bis 2025 auf 415 Millionen. Treiber sind soziale Medien und Influencer. Sie pushen besonders bei Jüngeren den Fokus auf Fitness und Gesundheit.
Ein MDR-Investigativbericht vom Juni 2026 warnt jedoch: Viele Konsumenten ignorieren potenzielle Gesundheitsrisiken.
Stada kauft sich in Skandinavien ein
Die Attraktivität lockt Investoren. Der Arzneimittelhersteller Stada übernahm unter seinem Mehrheitseigner CapVest Partners 16 Vitamine-Marken vom dänischen Unternehmen Orifarm. Ziel: die Marktposition in Nordeuropa, Polen und Belgien stärken. Den Kaufpreis hielten beide Seiten geheim.
Auch die Drogerien rüsten auf. Müller forcierte Mitte 2026 den Ausbau seiner Eigenmarken, um zu dm und Rossmann aufzuschließen. Trotz personeller Wechsel im Eigenmarken-Ressort bleibt das Ziel: das bislang begrenzte Sortiment deutlich erweitern.
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Online-Apotheken auf dem Vormarsch
Der Online-Vertrieb hält 22,5 Prozent am Gesamtmarkt. Der stationäre Drogeriehandel liegt mit 45 Prozent vorn. Redcare Pharmacy (shop-apotheke.com) steigerte seinen Umsatz 2025 auf 2,9 Milliarden Euro. Über 14 Millionen aktive Kunden und eine Markenbekanntheit von 83 Prozent festigen die Position.
Ein Paradebeispiel für spezialisierte Nischen: Glow25. Das 2021 gegründete Kollagen-Startup steigerte den Umsatz von 35 Millionen Euro (2022) auf 130 Millionen Euro (2025). Auch der etablierte Produzent Gelita fokussiert sich verstärkt auf Kollagenpeptide.
Orthopäden und Verbraucherschützer mahnen: Für die beworbenen Effekte auf Haut und Knorpel fehlen oft belastbare wissenschaftliche Belege.
Konsumklima gedämpft – Politik reagiert
Trotz des Gesundheitsbooms bleibt die allgemeine Kauflaune verhalten. Der Konsumklima-Index für Juli 2026 liegt bei minus 29,2 Punkten. Eine Befragung von 2000 Personen im Juni zeigte leicht gestiegene Einkommenserwartungen, aber eine weiter niedrige Anschaffungsneigung.
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Die Politik will gegensteuern. Bei der Ministerpräsidentenkonferenz am 25. Juni 2026 legten die Länder ein Papier zur Unterstützung der Pharma- und Chemieindustrie vor. Hintergrund: Firmen wie Eli Lilly und Boehringer Ingelheim fahren Investitionen zurück. Sie begründen das mit den Sparplänen der Bundesregierung bei den gesetzlichen Krankenversicherungen.
Und die Lebensmittelkennzeichnung? Bei einer Fachveranstaltung der Verbraucher Initiative im Juni 2026 hieß es: Der Nutri-Score sei etabliert, entfalte seine volle Wirkung aber noch nicht.
