Kognitive, KI-Direktantworten

Kognitive Leistung: KI-Direktantworten senken Problemlösefähigkeit um 16%

29.06.2026 - 15:10:03 | boerse-global.de

Eine aktuelle Untersuchung belegt, dass intensive ChatGPT-Nutzung die kognitive Problemlösefähigkeit senken kann.

KI-Nutzung: Studie zeigt Risiken für die geistige Leistungsfähigkeit
Kognitive - Eine Hand schwebt über einem digitalen Gehirn auf einem Tablet, im Hintergrund verschwommene Problemlösungsdiagramme, in kühlem Licht. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Preprint-Studie der Carnegie Mellon University, der UCLA, Oxford und des MIT. 1.222 Teilnehmer nutzten zehn Minuten lang KI-Systeme – mit klaren Folgen.

Die Gruppe mit KI-Unterstützung löste nur 57 Prozent der Aufgaben korrekt. Die Kontrollgruppe ohne Hilfsmittel schaffte 73 Prozent. Entscheidend war die Art der Hilfe: Direkte Antworten schadeten der kognitiven Leistung. Gab die KI nur Hinweise, blieb die Problemlösefähigkeit intakt.

Michiel A. Bakker vom MIT und Google Deepmind warnt vor einer abnehmenden geistigen Ausdauer bei den Nutzern. „Die Bequemlichkeit der KI birgt die Gefahr, dass wir unsere eigenen Denkmuskeln verkümmern lassen“, so der Forscher.

Effizienz um jeden Preis?

Die Arbeitswelt zeigt ähnliche Muster. Laut einer Studie der Boston Consulting Group nutzen bereits 74 Prozent der Büroangestellten regelmäßig KI. Rund 40 Prozent sparen dadurch einen kompletten Arbeitstag pro Woche ein. Doch der Produktivitätsgewinn hat seinen Preis.

Untersuchungen der Wharton School belegen: Über 80 Prozent der Anwender übernehmen fehlerhafte KI-Antworten ungeprüft. Gleichzeitig berichten 41 Prozent der Beschäftigten über eine erhöhte kognitive Belastung durch die Arbeit mit den Systemen.

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Deedy Das von Menlo Ventures beobachtet eine wachsende Kluft in der Softwareentwicklung. Er unterscheidet zwischen Entwicklern, die KI-Code blind übernehmen, und „Handwerkern“, die Ergebnisse kritisch prüfen.

Technik als Schutz fürs Gehirn

Doch die Forschung zeigt auch die positive Seite der Technik. Eine Metaanalyse in Nature Human Behaviour wertete 57 Studien mit über 411.000 Teilnehmern über 50 Jahren aus. Ergebnis: Regelmäßige Nutzung von Computern, Smartphones und Internet verlangsamt den geistigen Abbau um etwa ein Viertel.

Die Forscher führen das auf drei Schutzmechanismen zurück: die Komplexität der Bedienung, die Förderung sozialer Verbindungen und die Funktion als kognitives Stützgerüst. Allerdings handelt es sich um Korrelationen – eine direkte Kausalität ist noch nicht belegt.

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Bildschirm versus Buch

Ergänzend dazu zeigt die Leseforschung: Das Medium macht den Unterschied. Falk Huettig vom Max-Planck-Institut legt dar, dass Bücherlesen Aufmerksamkeit, Gedächtnis und visuelle Verarbeitung fördert. Bildschirmlesen ist oft mit geringerer kognitiver Anstrengung verbunden.

Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum warnt zudem vor suchtartiger Nutzung sozialer Medien. Diese beeinträchtige die psychische Gesundheit und damit indirekt die kognitive Leistungsfähigkeit.

Die Botschaft der Studien ist klar: KI ist ein mächtiges Werkzeug – aber wer seine Denkfähigkeit erhalten will, sollte nicht alles an die Maschine delegieren.

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