Kognitive, Früherkennung

Kognitive Früherkennung: Smartphone-App schlägt klinische Tests

11.06.2026 - 06:55:20 | boerse-global.de

Eine DZNE-Studie belegt: Digitales Monitoring per App erkennt kognitive Rückgänge schneller als herkömmliche Verfahren und könnte Demenzforschung beschleunigen.

Smartphone-App erkennt kognitive Defizite früher als Standardtests
Kognitive - Ältere Menschen nutzen Tablets und Smartphones für kognitive Übungen in einer hellen, modernen Umgebung, was soziale Interaktion und digitale Teilhabe symbolisiert. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), veröffentlicht in „npj digital medicine“. 202 ältere Erwachsene zwischen 52 und 85 Jahren aus Deutschland und den USA nahmen teil – 50 von ihnen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI).

Über sieben bis zwölf Monate führten die Probanden alle zwei Wochen Tests per Smartphone durch. Die Ergebnisse der Kurzzeittests deckten sich mit klinischen Langzeitdaten über acht Jahre. Das digitale Monitoring könnte künftig Therapiestudien für Demenzmedikamente massiv beschleunigen.

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Soziale Kontakte als Schutzschild

Der Präventionsradar der Schweizer Sanitas Krankenversicherung zeigt: Enge soziale Beziehungen sind ein entscheidender Faktor für geistige Fitness. Die repräsentative Befragung von über 2.000 Personen belegt, dass gemeinsame Aktivitäten direkt mit höherer Lebenszufriedenheit korrelieren. Besonders die über 60-Jährigen zeigen demnach eine hohe Bereitschaft zu präventiven Maßnahmen.

Die Hochschule Worms startete zeitgleich das Projekt „Digital Life in der Post-Work-Phase“. Prof. Dr. Marie-Luise Sessler und Prof. Dr. Paul Langer untersuchen, wie generationenübergreifendes Lernen digitale Teilhabe fördert und Isolation vorbeugt.

Muskeln schützen den Geist

Kognitive Prävention beginnt im Körper. Eine Analyse in „JAMA Network Open“ wertete Daten von rund 5.400 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren aus. Ergebnis: Höhere Muskelkraft senkt die Sterblichkeit signifikant. Krafttraining gilt als wesentlicher Baustein für gesundes Altern.

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Auf biochemischer Ebene rückt das Peptid Elamipretid (SS-31) in den Fokus. Es schützt Gehirnzellen vor oxidativem Stress und Entzündungen. In Modellen verbesserte die Stabilisierung der Mitochondrien die Lern- und Gedächtnisleistung – ein möglicher Weg zur pharmakologischen Unterstützung der kognitiven Reserve.

Vor Ort: Gedächtnistraining und Demenzbegleitung

Die Praxis kommt an. In Rheda-Wiedenbrück startete Anfang Juni ein kostenloses Gedächtnistraining für Senioren ab 60. Im Landkreis Nürnberger Land wurden neue Demenzbegleiterinnen ausgebildet. In Bergisch Gladbach läuft bis zum 25. Juni eine Informationswoche zu rechtlicher Vorsorge und demenzgerechtem Wohnraum.

Doch die Uhr tickt: Restguthaben aus dem Pflege-Entlastungsbetrag für 2025 in Höhe von bis zu 1.572 Euro müssen bis zum 30. Juni genutzt werden. Sonst verfallen sie. Das neue BEEP-Gesetz verschärft zudem die Abrechnungsfristen – wer Beratung und Betreuung braucht, sollte schnell handeln.

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